Nach historischem Aufstieg ist der Trainer überrascht von der Spielweise der Gegner

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Der Jubel kannte keine Grenzen, als im Juni der Aufstieg in die Landesliga feststand. Stellt sich nun die Frage, ob der SC Berchum/Garenfeld schon in der höheren Liga angekommen ist.

Schwerte

, 03.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war für den SC Berchum/Garenfeld ein Tag von historischer Dimension. Als Anfang Juni dieses Jahres endgültig feststand, dass der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) bei seiner Wertung der wegen Corona abgebrochenen Saison 2019/20 auch die Halbzeitmeister aufsteigen zu lassen, hatten die Berchum/Garenfelder das Ticket zur Fußball-Landesliga gebucht - zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte.

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Knapp fünf Monate später darf man in einem ersten Zwischenfazit feststellen: Der Sportclub ist in der höheren Spielklasse angekommen. Der nackte Tabellenplatz 13 und auch die Punktausbeute von acht Zählern aus den ersten sieben Saisonspielen sind zwar kein Anlass, vor Freude aus dem Sessel zu springen. Aber dass die Truppe von Trainer Fabian Kampmann in der höheren Spielklasse mithalten kann, steht außer Frage.

Fabian Kampmann: Auf Anhieb ein Aufstiegstrainer

Kampmann ist ohnehin kein Freund davon, bei der Bewertung des bisherigen Saisonverlaufs allein die Punktausbeute zum Maßstab zu nehmen.

„Es geht mir weniger um die Punkte und den Tabellenplatz als viel mehr darum, wie die Mannschaft Fußball spielt und wie sich die Jungs entwickeln“, sagt der 35-jährige Coach, der die Berchum/Garenfelder auf seiner ersten Trainerstation im Seniorenbereich auf Anhieb zum Aufstieg führte.

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Und was sagt Kampmann zu den ersten sieben Spielen in der neuen Umgebung? „Wir haben bisher eine ordentliche Saison gespielt - nicht richtig gut, aber auch nicht schlecht. Es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, sagt der Trainer, der dann doch noch auf die Punktausbeute schielt: „Sechs Punkte hätten wir mehr haben können“, sagt der Coach mit Blick auf die beiden 2:3-Niederlagen gegen Weißtal und Drolshagen sowie das 1:1-Unentschieden gegen Attendorn im bisher letzten Spiel der unterbrochenen Saison.

Viele Gegner stellen sich hinten rein

Einigermaßen überrascht zeigte sich der Berchum/Garenfelder Trainer von der fußballerischen Ausrichtung der gegnerischen Mannschaften. „Außer gegen Obersprockhövel waren wir in allen Spielen die Mannschaft mit deutlich mehr Ballbesitz“, sagt der Coach, „dass sich so viele Mannschaften hinten reinstellen, hätte ich nicht gedacht. Allerdings sind die meisten Mannschaften defensiv sehr strukturiert, und sie schalten gut um.“ Hier liege der Hauptunterschied zur Bezirksliga, meint Kampmann.

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Zu berücksichtigen bei der Analyse der ersten Saisonphase ist auch die personelle Situation. „Wir haben drei Langzeitverletzte, die ganz sicher viel gespielt hätten“, sagt der Trainer.

Dustin Röhrig: Der Stürmer war richtig gut drauf, glänzte unter anderem als Doppeltorschütze im Kreispokal-Krimi gegen den Oberligisten TuS Ennepetal und zog sich dann dienstags vor dem ersten Saisonspiel in einem Benefizspiel beim SSV Hagen ohne gegnerische Einwirkung einen Bruch im Fußbereich zu.

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Justin Amstutz, in der Vorsaison fast immer auf dem Platz, hat wegen einer ausgekugelten Schulter noch kein einziges Saisonspiel gemacht.

Eugen Melikhov, ein viel versprechender Neuzugang, auf den Kampmann große Stücke hält, zwangen anhaltende Leistenprobleme bisher weitgehend in die Zuschauerrolle.

Wohl keine personellen Veränderungen

A propos Personal: Dass sich am Spielerkader in der Winterpause - wie lange diese auch immer sein mag - etwas ändern wird, ist nach Aussage des Trainers eher unwahrscheinlich. „Wenn jemand gehen sollte, müssten wir gucken. Aber danach sieht es nicht aus“, sagt Fabian Kampmann.

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