Schiedsrichter im Lockdown: „Das ist eine vergebene Chance“

Fußball

Selten sind die Schiedsrichter derzeit im Amateurfußball ein Thema - doch auch sie vermissen den Spielbetrieb. Über die Auswirkungen der Zwangspause und Online-Lehrgänge spricht Schiri-Obmann Lars Lehmann.

Schwerte

, 25.02.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch die Schiedsrichter sind von der Corona-Pause betroffen.

Auch die Schiedsrichter sind von der Corona-Pause betroffen. © Jens Lukas

Nicht nur die Spieler, auch die Schiedsrichter im Amateurfußball müssen seit Monaten auf ihre Einsätze auf dem Platz verzichten. Im Normalfall stehen die Unparteischen an jedem Wochenende auf dem Rasen - das fällt seit langer Zeit weg. Über mögliche Auswirkungen und die Ausbildung neuer Schiedsrichter haben wir mit Lars Lehmann gesprochen, dem Vorsitzenden des Kreisschiedsrichterausschusses im Fußballkreis Iserlohn.

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Home-Office und -Schooling, digitale Lehrveranstaltungen an den Unis, Videokonferenzen im Berufsleben - was in diesen Zeiten Alltag ist, lässt sich auch problemlos auf die Ausbildung neuer Schiedsrichter übertragen, findet Lehmann. Bereits im Herbst vergangenen Jahres führte die Schiedsrichter-Vereinigung des Kreises Iserlohn einen Lehrgang durch, der zumindest teilweise digital stattfand.

„Da hatten wir zwei Präsenzveranstaltungen, den Rest haben wir online durchgeführt“, erklärt Lehmann, „die sportliche und regeltechnische Prüfung fand natürlich ebenfalls in Präsenz statt“.

Die Prüfung muss in Präsenz stattfinden

Am 6. März fällt der Startschuss für einen weiteren Lehrgang, der diesmal vollständig online absolviert wird. In sechs Meetings werden die Anwärter auf die Prüfung vorbereitet, die allerdings nach wie vor in Präsenz stattfinden muss. Lehmann hofft aber, dass zwischen Schulung und Prüfung nicht allzu viel Zeit vergeht: „Vielleicht haben wir Ende März oder Anfang April die Möglichkeit dazu.“

Sollte sich der Termin weiter nach hinten verschieben, würde Lehmann das Angebot zur Auffrischung der Inhalte vor der Prüfung anbieten.

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Dass zwischen dem Lehrgang und dem ersten Praxis-Einsatz auf dem Platz hingegen möglicherweise Monate vergehen, sieht Lehmann nicht als Problem: „Jeder Lehrgang, den wir nicht machen, ist eine vergebene Chance. Gerade wird es ja wahrscheinlicher, dass wir den Spielbetrieb in absehbarer Zeit aufnehmen können.“

So bewirbt der Kreis den Schiedsrichter-Lehrgang.

So bewirbt der Kreis den Schiedsrichter-Lehrgang. © David Hennig

Mindestens zwölf Teilnehmer würde der Schiedsrichter-Chef gerne begrüßen. Diese Zahl ist noch nicht erreicht, der 37-Jährige zeigt sich aber optimistisch: „Die Anmeldung ist gut angelaufen. Wir machen verstärkt Werbung über die sozialen Medien, da kommen hoffentlich noch weitere Teilnehmer dazu.“

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Neue Schiedsrichter sollen ausgebildet werden - auch weil so mancher Unparteischer sein Hobby in der Corona-Zeit aufgegeben hat? Dem widerspricht Lehmann: „Wir hatten ein paar Abmeldungen, die aber der üblichen Fluktuation entsprechen: Da kann zum Beispiel ein Ortswechsel wegen eines Studiums der Grund sein. Soweit ich es beurteilen kann, hat aber niemand wegen der Corona-Lage aufgehört.“

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