Unglücklich, unverständlich, nicht nachvollziehbar - Fußballtrainer wettern gegen Kreis

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Hallensportler dürfen wieder in vollem Umfang trainieren und spielen - im Gegensatz zu den Fußballern. Bei denen stößt die Regelung des Kreises Unna auf Unverständnis.

Schwerte

, 22.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verantwortlichen des Kreises Unna haben am vergangenen Dienstag für eine Überraschung gesorgt. Während es den Fußballern weiterhin untersagt ist, „auf Kontakt“ zu trainieren und der Meisterschaftsspielbetrieb auch am kommenden Wochenende ohne Beteiligung von Mannschaften aus dem Kreis Unna über die Bühne gehen wird, dürfen die Hallensportler - unter Einhaltung der Corona-Einschränkungen - wieder ganz normal trainieren und auch am Wochenende spielen.

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Wir haben die Trainer der Schwerter Fußballteams gefragt, was sie von der aktuellen Situation halten und wie sie ihren Trainingsbetrieb derzeit gestalten. Einhelliger Tenor bei den Antworten: Nachvollziehbar sind die Regelungen des Kreises nicht.

Dominik Buchwald (Trainer des Bezirksligisten VfL Schwerte): „Ich finde die Regelung des Kreises Unna sehr unglücklich. Letztlich möchte ich es aber nicht bewerten - die Entscheidungen zu fällen, ist extrem schwierig. Aber total unverständlich bleibt, dass die Infektionsgefahr in der Halle kleiner sein soll als bei uns Fußballern - das soll mir mal einer erklären.“

Dominik Buchwald, Trainer des VfL Schwerte.

Dominik Buchwald, Trainer des VfL Schwerte. © Manuela Schwerte

André Haberschuss (Trainer des Bezirksligisten ETuS/DJK Schwerte): „Ich verstehe das Ganze nicht. Wenn ich lese, dass Hallensport erlaubt ist und Fußball nicht, mit der Begründung, dass sich bisher mehr Fußballer angesteckt haben als zum Beispiel Handballer, ist das doch wohl völlig normal. Es ist doch nun mal so, dass - übertrieben gesagt - ungefähr 60.000 Leute Fußball spielen und 300 Handball. Ich finde es eine Frechheit, weil sich doch bei uns da draußen keiner ansteckt. Da weiß die linke Hand nicht, was die rechte tut - da wird willkürlich entschieden.“

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Dirk Goldschmidt (Co-Trainer des Bezirksligisten Geisecker SV): „Die Regelung des Kreises Unna zum Kontaktsport finde ich unverständlich - das macht einfach keinen Sinn.“

Dirk Goldschmidt, Co-Trainer des Geisecker SV.

Dirk Goldschmidt, Co-Trainer des Geisecker SV. © Manuela Schwerte

Lothar Huber (Trainer des A-Ligisten VfB Westhofen): „Ich verstehe nicht, wieso man auf Dortmunder Stadtgebiet Fußball spielen darf und wir seit 14 Tagen außer Gefecht gesetzt sind. Und dass Hallensportler ganz normal trainieren können und wir es nicht dürfen, kann ich auch nicht nachvollziehen - was soll das?“

Welf-Alexander Wemmer (Trainer des A-Ligisten SG Eintracht Ergste): „Die Entscheidung des Kreises stößt auf Unverständnis, dass in der Halle nun quasi alles wieder möglich ist und wir als Fußballer so ein bisschen auf der Strecke bleiben. Das ist schon sehr ärgerlich und für mich auch nicht nachvollziehen. Denn wir sind an der frischen Luft - und da ist das Risiko sicher nicht so hoch wie in einem geschlossenen Raum.“

Welf-Alexander Wemmer (li.), Trainer der SG Eintracht Ergste.

Welf-Alexander Wemmer (li.), Trainer der SG Eintracht Ergste. © Bernd Paulitschke

Benjamin Gottstein (Holzpfosten Schwerte 05): „Das Hin und Her seitens des Kreises muss man nicht verstehen - drei Regelungen innerhalb von zehn Tagen machen gefühlt keinen Sinn.“

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