So kann man mal in eine Europameisterschaft starten: Goldener Auftakt aus Sicht des KVS

Kanuslalom-Europameisterschaft

Nach einem Wechselbad der Gefühle hatte Tillmann Röller am späten Freitagnachmittag bei der Junioren- und U23-Europameisterschaft eine goldmedaille um den Hals hängen

Schwerte

, 05.07.2019, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
So kann man mal in eine Europameisterschaft starten: Goldener Auftakt aus Sicht des KVS

Erst die Enttäuschung über die verpasste Halbfinalteilnahme im Einzel, dann das Mannschafts-Gold: Tillmann Röller erlebte in Liptovsky am Freitag ganze Bandbreite der Emotionen. © Ingo Röller

Zunächst aber war Zoe Jakob an der Reihe - und wie! Mit der schnellsten Fahrzeit aller 31 Starterinnen gewann die 18-jährige Schwerterin das Qualifikationsrennen im Einercanadier (C1) auf der U23-Europameisterschaft der Slalomkanuten im slowakischen Liptovsy. Damit qualifizierte sich Jakob locker für das Halbfinale am Sonntagmorgen.

Erst die Enttäuschung, dann Mannschafts-Gold

Und es kam noch besser aus Schwerter Sicht: Denn ein paar Stunden, nachdem er im Einzel eine sportliche Enttäuschung zu verkraften hatte, holte Tillmann Röller am frühen Freitagabend mit der deutschen Junioren-Kajakmannschaft die Goldmedaille – was für ein EM-Debüt für Tillmann Röller!

Aber der Reihe nach: Nach ihrem überaus gelungenen EM-Auftakt äußerte sich Zoe Jakob sehr zufrieden: „Das war ein sehr gutes Rennen. Ich bin mega-happy“, so Jakob.

Als Nächste aus dem KVS-Trio, das bei den Titelkämpfen für Deutschland paddelt, war Jannemien Panzlaff an der Reihe. Sie machte es bei den C1-Juniorinnen wesentlich spannender als Jakob, aber unter dem Strich schaffte auch Panzlaff den Sprung ins Halbfinale der besten 20. Nachdem sie im ersten Lauf als 22. knapp zehn Sekunden hinter Rang 15 lag, der direkt ins Halbfinale geführt hätte, musste sie im zweiten Lauf unter die besten fünf der verbliebenen 14 Starterinnen kommen. Panzlaff fuhr auf Rang zwei – das Halbfinal-Ticket für Sonntag war gebucht und die Laune kaum schlechter als die ihrer Teamkollegin Zoe Jakob.

Video-Entscheid kostet die Halbfinalteilnahme

Ganz anders war dagegen zunächst die Gemütsverfassung bei Tillmann Röller nach seiner EM-Premiere. Nach einem verkorksten ersten Lauf belegte Röller von 60 Startern mit zwei „Fünfzigern“ nur den 57. Platz. Doch noch war nichts verloren – mit einem guten zweiten Lauf war noch alles drin. Und von der Fahrzeit her hätte es auch gereicht, doch nach einem Video-Entscheid an Tor 15 bekam der Schwerter erneut 50 Strafsekunden aufgebrummt – Kopf und Boot sollen nicht gleichzeitig im Tor gewesen sein.

Doch dann legte der 18-jährige Schwerter erstaunliche Comeback-Qualitäten an den Tag. Mit der besten Fahrzeit und nur einer Torstabberührung lagen Röller und seine beiden deutschen Teamkollegen Maximilian Dilli und Paul Bretzinger im Endklassement mit 6,60 Sekunden Vorsprung an erster Stelle des 16 Mannschaften umfassenden Teilnehmerfeldes und bejubelten die Goldmedaille.

Für Zoe Jakob und Jannemien Panzlaff verliefen die C1-Mannschaftsrennen dagegen nicht nach Wunsch. Platz sechs für das deutsche U23-Team und Rang acht für die Juniorinnen waren nicht das Abschneiden, das man sich erhofft hatte.

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