Routinier soll die Misere des SC Hennen beenden - seine Frau macht keine Freudensprünge

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Nur drei Punkte aus sechs Spielen - es sind schwierige Zeiten für den SC Hennen. An einem Stürmer-Routinier, der eigentlich gar nicht mehr spielen wollte, liegt das am allerwenigsten.

Hennen

, 20.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spätestens nach der 1:5-Schlappe des vergangenen Sonntags im Bezirksligaspiel beim ASSV Letmathe scheint man sich ernsthaft Sorgen machen zu müssen um die „Zebras“, die auf einen Abstiegsplatz abgerutscht sind.

Zur Erinnerung: Der Gegner war genauso schlecht in die Saison gestartet und hatte vor dem Spiel ebenfalls erst drei Punkte gesammelt.

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An Michael Weigelt ist die Misere am allerwenigsten festzumachen. Der 34-Jährige war der Schütze des einzigen Hennener Tores und ist die Offensivkraft der „Zebras“ mit der größten Durchschlagskraft - und das, obwohl Weigelt doch gar nicht mehr auf dem Platz stehen wollte.

Ein Symbolbild für die Lage des Fußball-Bezirksligisten SC Hennen: Michael Weigelt erzielte in Letmathe zwar ein Tor für die „Zebras“, die aber mit 1:5 untergingen und nun auf einem Abstiegsplatz stehen.

Ein Symbolbild für die Lage des Fußball-Bezirksligisten SC Hennen: Michael Weigelt erzielte in Letmathe zwar ein Tor für die „Zebras“, die aber mit 1:5 untergingen und nun auf einem Abstiegsplatz stehen. © Bernd Paulitschke

„Eigentlich wollte ich nur noch ab und zu zum Training gehen und die Sonntage mit der Familie verbringen“, sagt Weigelt elf Monate, nachdem er Papa geworden ist.

Anfrage von Trainer Holger Stemmann

Aber der Plan, nicht mehr zu kicken, ist nicht ganz aufgegangen. Gerade im Offensivbereich sind die „Zebras“ sind allzu üppig besetzt - die Anfrage von Trainer Holger Stemmann, ob Weigelt nicht vielleicht doch nochmal ins Geschehen eingreifen wolle, lag nahe.

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Nach Rücksprache mit seiner Frau („Freudensprünge hat sie nicht gerade gemacht“) habe er dann zugesagt, so Weigelt - allerdings auf Zeit.

„Bis zum Winter ziehe ich es durch“, sagt er. Darüber hinaus könne er es sich momentan nicht vorstellen. Wobei Weigelt glaubt, dass er sich solche Gedanken gar nicht machen muss.

„Ich gehe davon aus, dass die Saison wegen Corona abgebrochen wird“, meint er.

Dem SC Hennen droht der Abstiegskampf

Wenn nicht, rechnet der Routinier mit Abstiegskampf für seine „Zebras“ bis zum Schluss.

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Aber warum läuft es denn so unrund für die Hennener? „Wir machen einfach zu viele individuelle Fehler. Es war in den bisherigen Spielen oft so, dass der Gegner aus zwei Chancen mindestens ein Tor macht. Und dann gehen bei unseren jungen Spielern zu schnell die Köpfe runter“, hat der Stürmer festgestellt. Nur er und Kapitän Jan Loos heben den Altersdurchschnitt der ansonsten recht jungen Hennener Mannschaft etwas an.

„1:0-Führung mal dreckig über die Zeit bringen“

Und wie soll das Team, das zuletzt viermal in Folge verloren hat, dem Negativstrudel entkommen? „Wichtig wäre, eine 1:0-Führung mal dreckig über die Zeit zu bringen“, meint Weigelt.

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In Letmathe am Sonntag war dies nicht der Fall. Dabei hätte Weigelts Führungstor doch eigentlich Sicherheit geben müssen. Warum das nicht der Fall ist, wüsste auch Michael Weigelt allzu gerne. „Das ist genau die Frage, die sich stellt - wenn du eine Antwort darauf hast, sag‘ Bescheid. Ich weiß jedenfalls keine.“

So regiert rund um das Naturstadion ein bisschen das Prinzip Hoffnung, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. Am besten schon am kommenden Donnerstag im Nachholspiel zweier Kellerkinder beim Tabellenvorletzten TuS Ennepe. Auch dann wohl wieder mit Michael Weigelt im Hennener Sturm.

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