Noch Handball-Partien vor dem Sport-Lockdown - kann das sein?

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Die meisten Wochenend-Spiele der Handballer sind längst abgesetzt worden. Aber nicht alle. Auch Partien der HSG Schwerte/Westhofen und HVE Villigst-Ergste standen noch auf dem Plan.

Schwerte

, 29.10.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sport-Lockdown als eine der Maßnahmen, die die Bundesregierung in Abstimmung mit den Länderchefs zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Mittwoch verkündet haben, gilt offiziell erst ab dem kommenden Montag (2. November).

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Und der Handballverband Westfalen (HVW) hatte im Gegensatz zu den meisten Kreisen noch kein generelles Aussetzen der Saison beschlossen.

Heißt das etwa, dass die Herren der HVE Villigst-Ergste am Samstagnachmittag beim TuS Hattingen und die Damen der HSG Schwerte/Westhofen am Sonntagabend zum Oberliga-Heimspiel gegen den SC Westfalia Kinderhaus antreten werden? So stand es jedenfalls - Stand Donnerstagmittag - im Netz auf dem offiziellen Verbands-Portal „Handball4all“ im Spielplan zu lesen.

Nur ein formeller Akt, die Spiele abzusetzen

Die Antwort lautet in beiden Fällen: Nein. Dass die beiden Partien vom Spielplan genommen werden, ist nur noch ein formeller Akt, wie die Sportlichen Leiter der beiden Schwerter Klubs unisono erklären.

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So sagt Rolf Linnemann (HSG Schwerte/Westhofen): „Es ist schon länger klar, dass wir nicht gegen Kinderhaus spielen werden. Der Antrag ist von Kinderhauser Seite längst gestellt.“ Natürlich könne theoretisch am Wochenende noch gespielt werden, „Aber sechs Stunden später ist es dann offiziell verboten - das könnte man doch keinem verkaufen“, so Linnemann.

Thorsten Gollnik: „Es würde einfach keinen Sinn machen“

Thorsten Gollnik stößt für die HVE Villigst-Ergste ins selbe Horn: „Es würde einfach keinen Sinn machen, vor dem Lockdown nochmal zu spielen.“ Auch aus dem Lager des HVE-Gegners Hattingen habe man schon deutliche Signale gehört, dass man nicht spielen wolle.

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Am frühen Donnerstagnachmittag kam dann auch das offizielle Update des Verbandes: „Das Präsidium des Handballverbandes Westfalen hat mehrheitlich beschlossen, den Spielbetrieb im Senioren- wie auch im Juniorenbereich schon an diesem Wochenende einzustellen“, heißt es in der Verbands-Nachricht. Und weiter: „In der uns nun zur Verfügung stehenden Zeit werden wir uns Gedanken über die erneute Aufnahme und die Modalitäten des Spielbetriebs machen.“

Bliebt also die Frage, wie es generell mit der gerade erst begonnenen Saison weitergeht. Bis Ende November ruht der Ball, so viel ist klar. Dass es dann Anfang Dezember sofort wieder „in die Vollen“ geht, ist aber eher unrealistisch - ein zeitlicher Vorlauf, allein um das Verletzungsrisiko zu minimieren, scheint zwingend notwendig zu sein.

Linnemann und Gollnik sind sich einig

Und dann neigt sich 2020 auch schon dem Ende zu. Die logische Konsequenz, das betonen Linnemann und Gollnik unabhängig voneinander in nahezu identischen Worten: „Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr noch spielen werden.“

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Wenn überhaupt, werde man die Saison wohl erst im Januar fortsetzen können - nach welchem Austragungsmodus auch immer. Denn der Terminplan, nach dem die Spielzeit vor knapp vier Wochen begonnen wurde, wird aufgrund der aktuellen Entwicklung kaum Bestand haben können.

Bleibt zu hoffen, dass auch die Verbands-Verantwortlichen auf die Lage vorbereitet sind. Oder wie es Thorsten Gollnik formuliert: „Ich weiß nicht, was sie vorhaben. Aber wenn sie schlau sind, haben sie einen Plan B in der Tasche.“

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