Warum die Freude der HSG Schwerte/Westhofen über den fünften Sieg in Folge getrübt ist.

Handball-Landesliga

Zwei Heimspiele, zwei ungefährdete Siege - für die HSG Schwerte/Westhofen und die HVE Villigst-Ergste ist der Spieltag gut gelaufen. Auf HSG-Seite war es aber ein Erfolg mit Wermutstropfen.

von Michael Doetsch, Felix Dötsch

Schwerte

, 03.11.2019, 14:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warum die Freude der HSG Schwerte/Westhofen über den fünften Sieg in Folge getrübt ist.

Hier fliegt er noch und erzielt eines seiner acht Tore: Tim Gurol war gegen Voerde der beste HSG-Schütze, musste aber in der zweiten Halbzeit verletzt vom Feld. © Bernd Paulitschke

HSG Schwerte/Westhofen - TG Voerde 33:29 (17:12)

Gegen einen gewiss nicht schwachen Gegner, den Tabellensechsten TG Voerde, präsentierte sich Handball-Landesligist HSG Schwerte/Westhofen am Samstagabend von seiner besten Seite. Der Lohn für die starke HSG-Leistung: ein ungefährdeter 33:29-Erfolg. Es war der fünfte Sieg in Folge für die HSG, die mit 10:2-Punkten dem verlustpunktfreien Führungs-Duo (HVE Villigst-Ergste und die „Zweite“ der Mendener Wölfe) auf den Fersen bleiben.

Ungetrübt war die HSG-Freude allerdings nicht. Denn mit Tim Gurol knickte ein Leistungsträger Mitte der zweiten Halbzeit bei einer Abwehraktion unglücklich um und schied mit Verdacht auf Bänderriss aus. Trainer Mischa Quass rechnet mit einem mehrwöchigen Ausfall des Rechtsaußen.

Als Gurol vom Feld musste, war die Frage nach dem Sieger der Partie längst beantwortet. Denn die Gastgeber trumpften nach ausgeglichenen Anfangsminuten mächtig auf und zogen von 6:4 auf 12:4 davon. Schütze dieses Treffers nach exakt einer Viertelstunde Spielzeit: Tim Gurol, der trotz seines vorzeitigen Ausscheidens am Ende mit acht Toren der beste HSG-Werfer war.

Ganz konnten die Schwerter das hohe Niveau zwar nicht halten, doch der Fünf-Tore-Pausenvorsprung (17:12) war noch immer ein beruhigendes Polster. Näher als vier Tore ließen die Gastgeber den Gegner im Verlaufe des zweiten Spielabschnitts nicht herankommen. Und spätestens nach dem Dreierpack von Linnemann, Denissov und Schwies, mit dem sich die HSG von 26:22 auf 29:22 absetzen konnte, war klar, dass HSG-Spieler Nico Paukstadt das Familienduell gegen seinen Vater und Voerder Trainer Karl-Heinz Paukstadt für sich entscheiden würde.

Und noch ein Schwerter Spieler hatte Grund zur Freude: Dominik Yaltzis kam nach seiner langfristigen Knieverletzung zu seinem ersten Saisoneinsatz – alles prima also bei der HSG, wenn da Gurols Verletzung nicht gewesen wäre...mid

Schwerte/Westhofen: Daniel Evangelou, Mike Krüner - Dominik Yaltzis, Tim Gurol (8/3), Nico Paukstadt (3), Alexandr Denissov (3), Toni Mrcela (6), Lennart Schwies (1), Tim Schlütz, Dominik Thäsler (6), Niklas Linnemann (3), Christoph Kämper (3).

HVE Villigst-Ergste - SG Ruhrtal 24:16 (16:9)

Nach dem 24:16 (16:9) gegen die SG Ruhrtal stehen die Villigst-Ergster weiterhin ohne Punktverlust an der Spitze der Landesliga-Tabelle. Der glanzlose Sieg gegen den Aufsteiger kann sicherlich nicht als Saison-Highlight gewertet werden, in Gefahr war der deutliche Heimsieg des Teams von Trainer Thorsten Stange allerdings zu keinem Zeitpunkt.

Warum die Freude der HSG Schwerte/Westhofen über den fünften Sieg in Folge getrübt ist.

Johannes Stolina (re.) wird in dieser Szene zwar gebremst, war insgesamt aber mit zehn Toren der beste Schütze für die HVE Villigst-Ergste. © Bernd Paulitschke

Zehn Minuten lang verlief die Partie ausgeglichen, dann setzten sich die Gastgeber erstmals ein wenig ab: Aus 5:5 machte die HVE ein 10:6 - mit zunehmendem Spielverlauf hatten die Gäste immer mehr Probleme damit, dem Tempo der Gastgeber Paroli zu bieten. Dementsprechend konnten Stanges Schützlinge ihre Führung bis zur Pause auf sieben Tore ausbauen.

Im Bewusstsein der deutlichen Überlegenheit ließen die Villigst-Ergster die Zügel dann nach dem Seitenwechsel ein wenig schleifen. Und auch wenn der Tabellenachte aus dem Sauerland spielerisch und konditionell unterlegen war, ließ er sich zu keinem Zeitpunkt hängen. So kam es, dass die Villigst-Ergster zwischen der 34. und 47. Minute nur zwei Treffer erzielten. Weil aber Dennis Friedrich im HVE-Kasten eine starke Leistung zeigte, betrug der Vorsprung nie weniger als sechs Treffer (21:15). Dann aber legten die Gastgeber noch einmal einen Zwischenspurt hin und erlaubten dem Gegner in den letzten zwölf Minuten nur noch einen einzigen Treffer. So stand am Ende der sechste sieg im sechsten Saisonspiel, nach dem Trainer Stange meinte: „Wir haben den Grundstein in der ersten Halbzeit gelegt. Im zweiten Durchgang haben wir uns ein wenig schwer getan und auch die eine oder andere Sache ausprobiert. Aber Dennis hat da stark gehalten, sodass der Sieg nie gefährdet war.“

Villigst-Ergste: Jan Schulte, Dennis Friedrich - Maxi Jäkel (2), Jan Ludwig, Philipp Koch (3), Alex Hänel (1), Marc Licha, Louis Marquis, Johannes Stolina (10/3), Jannis Mimberg (2), Jannik Lehmann, Felix Ständker, Jan Speckmann (6), Robert Stelzer.

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