Was soll das? Corona-Lockerungen für den Sport sind ein Durcheinander

mlzKommentar

Die NRW-Landesregierung hat in der vergangenen Woche für ziemlich viel Verwirrung gesorgt. Und sie hat ein Kommunikationsdefizit offenbart.

Schwerte

, 10.05.2020, 19:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit den Corona-Lockerungsmaßnahmen hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in der vergangenen Woche, was den Bereich Sport angeht, so ziemlich alle Beteiligten überrascht.

Okay, dass die Tennisplätze wieder geöffnet werden, durfte man erwarten. Auch Golfspieler dürfen ihren Sport unter Einhaltung der Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen wieder ausüben – wie alles andere, was unter den Oberbegriff „Kontaktloser Sport unter freiem Himmel“ fällt. Das ist ja auch in Ordnung so.

Nachfragen der Vereine bei der Stadt Schwerte

Aber das war ja noch nicht alles, was Herr Laschet zu bieten hatte. Ab heute sollen auch die Sporthallen wieder geöffnet werden – das kam dann doch überraschend und führte umgehend zu reichlich Nachfragen seitens der Vereine an die Stadt Schwerte, ob man denn tatsächlich schon mit dem Trainings- und Übungsbetrieb wieder loslegen könne.

Dass die städtischen Entscheidungsträger diese Frage nicht mit einem Ja beantworten können, macht ein ausgeprägtes Kommunikationsdefizit deutlich. Man warte noch auf weitere Informationen aus Düsseldorf, hieß es am Freitag aus dem Rathaus – mal ganz abgesehen von dem kaum vorhandenen zeitlichen Vorlauf gibt es offenbar noch Klärungsbedarf, was denn im Detail an Maßnahmen zu beachten ist.

Es passt einfach nicht zusammen

Für noch mehr Kopfschütteln sorgte Laschet aber mit seiner Ankündigung, ab dem 30. Mai sogar wieder Kontaktsport erlauben zu wollen. Ganz normales Fußball-, Handball- oder Basketballtraining schon in knapp drei Wochen?

Und das, obwohl die allgemeinen Kontaktbeschränkungen bundesweit bis zum 5. Juni verlängert worden sind – was soll das? Es passt einfach nicht zusammen.

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Züge einer Realsatire nahm das Ganze bei den Amateurfußballern an. Gerade hatten die Verbandsfürsten den Saisonabbruch verkündet, da preschte der Landesvater vor. Prompt ließ der Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) verlauten, möglicherweise werde die Saison nun doch zu Ende gespielt.

Daraufhin gab es eine klare Ansage seines Chefs Gundolf Walaschewski – auch der FLVW hat in Sachen Kommunikation in der jüngeren Vergangenheit kein allzu glückliches Bild abgegeben.

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Ein „Öffnungs-Überbietungswettbewerb“

Walaschewski ist ein Freund der klaren Worte. Von einem „Öffnungs-Überbietungswettbewerb“ hat er im Zusammenhang mit den Lockerungsmaßnahmen gesprochen, hat die Pläne der Landesregierung als „voreilig unausgegoren und hoch riskant“ bezeichnet – der Mann trifft den Nagel auf den Kopf.

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