Wolfgang Kleff beim ETuS/DJK Schwerte: Mehr als nur ein Werbegag

Fußball-Bezirksliga

Ex-Nationaltorwart Wolfgang Kleff hat die ersten Einheiten als Torwarttrainer des ETuS/DJK Schwerte hinter sich. „Keine Angst – selber vormachen werde ich nichts mehr“, sagt der 71-Jährige.

Schwerte

, 16.07.2018, 10:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Torwarttraining beim ETuS/DJK Schwerte: „Altmeister“ Wolfgang Kleff (re.) beobachtet Lukas Hedtheyer (beim Sprung) und Kevin Loke. Zweimal wöchentlich macht der Ex-Nationaltorwart die beiden Keeper fit.

Torwarttraining beim ETuS/DJK Schwerte: „Altmeister“ Wolfgang Kleff (re.) beobachtet Lukas Hedtheyer (beim Sprung) und Kevin Loke. Zweimal wöchentlich macht der Ex-Nationaltorwart die beiden Keeper fit. © Bernd Paulitschke

Manch einer mag es für eine Art Werbegag gehalten haben, als die Verantwortlichen des ETuS/DJK Schwerte vor zweieinhalb Monaten bekanntgaben, Wolfgang Kleff für die neue Saison als Torwarttrainer gewonnen zu haben. Dem ist aber nicht so: Der Ex-Nationaltorwart und fünffache Deutsche Meister mit Borussia Mönchengladbach hat in der vergangenen Woche seine ersten beiden Einheiten in Schwerte-Ost absolviert.

Das Torwartgespann der „Östlichen“, Kevin Loke und Lukas Hedtheyer, genügt ohnehin schon gehobenen Bezirksliga-Ansprüchen. Torwart-Ikone Kleff soll die beiden nun noch besser machen. Aber kann er das denn überhaupt? Bei allem Respekt: Der Mann ist 71. „Keine Angst, selber vormachen werde ich nichts mehr – diese Zeiten sind vorbei“, sagt Kleff in der ihm eigenen locker-flockigen Art.

Aber natürlich kann der Ex-Nationalkeeper wertvolle Tipps geben, Fehler korrigieren und torwartspezifische Dinge glaubhaft vermitteln. Kurzum: Von seinem Erfahrungsschatz können Loke und Hedtmeyer sicher profitieren – erst recht, wenn Kleffs erste Eindrücke stimmen: „Die beiden hören zu und wollen sich beweisen – sich selbst, aber auch mir gegenüber.“

Welchen Aufwand der Ex-Nationaltorwart für seinen Torwarttrainerjob in Schwerte-Ost auf sich nimmt, ist erstaunlich – schließlich wohnt er in Mönchengladbach. Zweimal pro Woche wolle er in der Vorbereitungszeit zum EWG-Sportpark kommen, einmal wöchentlich soll es während der Saison weitergehen, so ist die Vereinbarung.

Nun ist Kleff aber doch eigentlich ein „Blauer“, hat er doch ein paar Steinwürfe entfernt auf dem Schützenhof beim VfL Schwerte, dem Erzrivalen der „Östlichen“, das Fußball-ABC gelernt – wie kommt es da überhaupt zu seinem Engagement für den ETuS/DJK? An dieser Stelle kommt Hans Haberschuss ins Spiel. „Wir konnten ihn damals als Schirmherren für unser Hospizturnier gewinnen“, erinnert sich der ETuS/DJK-Vorsitzende an das Jahr 2009. So sei die persönliche Bindung zu Kleff entstanden.

Stress mit dem VfL hat Wolfgang Kleff deshalb nicht. Er sei erst kürzlich noch im Vereinsheim am Schützenhof gewesen, erzählt er. Aber einen sonderlich engen Draht zu seinem Stammverein hat er offenbar auch nicht mehr. „Dass ich hier in Schwerte-Ost was mache, hat nichts mit irgendeiner Rivalität zum VfL zu tun“, versichert Kleff glaubhaft, „es hat sich durch das gute Verhältnis zu Haberschuss einfach so ergeben.“ Kevin Loke, Lukas Hedtmeyer und allen anderen Beteiligten des ETuS/DJK Schwerte soll es recht sein.

Lesen Sie jetzt