Zwei Niederlagen, zwei Siege und eine Nullnummer - das war der Bezirksliga-Sonntag

Fußball-Bezirksliga

Erfolgserlebnisse und verlorene Partien hielten sich am sechsten Spieltag für das heimische Bezirksliga-Quintett die Waage. Grund zum Ärgern hatte vor allem der ETuS/DJK Schwerte.

Schwerte

, 15.09.2019, 21:43 Uhr / Lesedauer: 5 min
Zwei Niederlagen, zwei Siege und eine Nullnummer - das war der Bezirksliga-Sonntag

Yannik Körner (li.) und der ETuS/DJK Schwerte mussten sich dem Team von Rot-Weiß Lüdenscheid unglücklich geschlagen geben. © Bernd Paulitschke

ETuS/DJK Schwerte - Rot-Weiß Lüdenscheid 2:3 (1:2)

Als Schiedsrichter Hielscher aus Bergkamen die Partie nach 96 Minuten abpfiff, rissen die Lüdenscheider Gäste die Arme hoch – 3:2 hatten sie beim ETuS/DJK glücklich gesiegt. Dabei hatten die Schwerter zumindest einen Punkt verdient. Denn nach sechs Minuten hatte Jasmin Smajlovic sein Team in Führung gebracht. Einen Freistoß aus 20 Metern schoss er frech unter der hochspringenden Mauer her und überraschte Lüdenscheids Keeper Reischel.

Dieses Tor brachte Sicherheit ins Spiel der Gastgeber. Sie standen tief in der eigenen Hälfte, und Lüdenscheid fiel nichts ein. Doch nach 20 Minuten ließ die Konzentration nach und die Haberschuss-Elf wurde nachlässig. Folgerichtig auch der nicht unverdiente Ausgleich nach einem Foulelfmeter (26.). Allerdings lag vor dem unstrittigen Foul von Kevin Kinach wohl eine Abseitsposition vor.

Nach dem Ausgleich war der Vizemeister der Vorsaison klar besser, ETuS/DJK bekam keinen Zugriff mehr auf den Gegner. So konnten die Gastgeber nach einer halben Stunde vor dem eigenen Strafraum nicht entscheidend klären und Lüdenscheid erhöhte auf 2:1.

Erst fünf Minuten vor der Pause hatten sich die Schwerter wieder gefangen. Zunächst wurde Ismail Ayars Schuss noch von der Linie gekratzt, dann köpfte Dennis Cela aus fünf Metern neben das Tor. Und spätestens Smajlovic hätte mit dem Pausenpfiff ausgleichen können, traf aber nur das Außennetz.

Die zweite Hälfte begann mit zwei guten Chancen für Lüdenscheid. Anschließend passierte 20 Minuten wenig. Cela hatte in der 68. Minute nach einem Eckball Pech, als sein Abschluss erneut auf der Linie geklärt wurde. Besser machte es 120 Sekunden später der eingewechselte Dennis Frohn. Nach einem Smaljovic Zuspiel traf er ins kurze Eck zum 2:2.

Doch Lüdenscheid konterte fünf Minuten später und traf nach einer Ecke zum dritten Mal – die Gastgeber hatten aber zuvor ein Foul an Mohammed Rodi gesehen. Nun warfen die Schwerter alles nach vorne. Frohn wurde sieben Minuten vor dem Ende elfmeterreif gefoult, aber Hielschers Pfeife blieb stumm – die fünfte Niederlager des ETuS/DJK war besiegelt.

Schwerte: Kevin Loke, Yannik Körner, Mijo Martinovic (61. Dennis Frohn), Jasmin Smajlovic, Marcel Neumann (46. Yücel Balta), Jan Söpper (46. Oguzhan Cona), Rodi Mohammad, Harun Sentürk (71. Lorenzo Schlage), Kevin Kinach, Dennis Cela, Ismail Ayar.

Tore: 1:0 Smajlovic (6.), 1:1 (26., Foulelfmeter), 1:2 (31.), 2:2 Frohn (70.), 2:3 (75.).

Sinopspor Iserlohn - Geisecker SV 1:3 (0:0)

Der Geisecker SV setzte sich am Tag nach der bewegenden Trauerfeier für seinen tragisch ums Leben gekommenen Vereinsvorsitzenden Martin Gläser im wahrscheinlich emotionalsten Spiel seiner Vereinsgeschichte am Ende verdient mit 3:1 am Iserlohner Seilersee gegen den punktlosen Aufsteiger Sinopspor Iserlohn durch.

Wie ein Tabellenletzter agierten die Iserlohner nicht. Mit etwas mehr Schussglück hätte der ehemalige Hennener Faouzi Mokhtari sein Team in Führung schießen können (22.). Auf der Gegenseite verpasste Marc Schipper einen Treffer nur knapp (25.). Da war´s aus einer ansonsten recht ereignisarmen ersten Halbzeit.

Die Iserlohner brauchten nach dem Wechsel nur eine kurze Anlaufzeit: Furkan Cetiners Freistoß nickte Mesut Yilmaz nach 48 Minuten aus kurzer Distanz zum 1:0 ein. Unumstritten war der Führungstreffer aber nicht. Denn den Freistoßpfiff des ansonsten guten Schiedsrichters Tobias Koll hätte es nicht zwingend gebraucht, weil Cetiner vorher nach einer eher harmlosen Flanke einen Freistoß zugesprochen kam.

Die Geisecker Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten: Über links hatte der zur Pause eingewechselte Florian Ruß in die Mitte gepasst, wo Lukas Schäfer zum 1:1 eindrückte (52.). Bedanken konnten sich die „Kleeblätter“ danach bei Keeper Tim Helmdach, der seine Farben mit einer starken Fußabwehr vor einem erneuten Rückstand bewahrte (55.).

Eine Einzelaktion von Florian Kliegel brachte die Wotzlawski-Elf dann auf die Siegerstraße. Kliegel schnappte sich den Ball, lief noch ein paar Meter und zog aus gut 20 Metern unhaltbar für Torwart Hüseyin Yasar ab – das 1:2 (77.). Drei Minuten vor dem Ende waren die drei Punkte für den Geisecker SV endgültig eingefahren. Julian Hüser behielt vor dem Tor der Iserlohner die Nerven und machte mit dem entscheidenden 3:1 den Sack zu.

Geisecke: Tim Helmdach, Tom Borkenstein (72. Jannis Kassel), Luis Pothmann, Calvin Höptner (62. Julian Boethin), Lars Veith, Julian Hüser, Patrick Filla, Lukas Schäfer, Marc Schipper (46. Dennis Huck), Mert Yildirim (46. Florian Ruß), Florian Kliegel.

Tore: 1:0 (48.), 1:1 Schäfer (52.), 1:2 Kliegel (77.), 1:3 Hüser (87.).

VfB Schwelm - VfL Schwerte 4:2 (2:1)

lm. Nach dem Derbysieg gegen den ETuS/DJK Schwerte folgt die Ernüchterung für den VfL Schwerte auf dem Fuße. Vom Gastspiel beim VfB Schwelm kehrten die Schwerter am Sonntag mit einer 2:4-Niederlage zurück.

Dabei hatte es so gut angefangen. Die Blau-Weißen schafften es zunächst, die Angriffsbemühungen der Gastgeber auf dem Naturrasenplatz ins Stocken zu bringen und gingen sogar in Führung: Eine schöne Kombination über Ioannidis und Kozlowski vollendete Yannis Schwarze mit seinem vierten Saisontor zur 1:0-Führung. Kurz danach war es umgekehrt: Schwarze legte auf für Kozlowski, der aber in letzter Instanz gestoppt wurde – die Schwerter Hoffnung auf einen Doppelschlag war dahin.

Stattdessen schienen die Schwelmer durch das Gegentor wachgerüttelt worden zu sein. Plötzlich bekamen die Platzherren Oberwasser und drehten die Partie noch vor der Pause – gegen das variable Offensivspiel hatte die VfL-Defensive ihre liebe Mühe. Nach Wiederanpfiff hatte Amir Khan den 2:2-Ausgleich auf dem Fuß, schoss aus zentraler Position aber knapp vorbei. Die Grundausrichtung des VfL-Spiels war nun offensiver, doch dicke Chancen spielten sich die Gäste nicht heraus.

Stattdessen „klingelte“ es auf der anderen Seite gleich zweimal. Gegen die aufgerückten Schwerter nutzte Schwelm die Räume und sorgte mit einem Doppelschlag zum 4:1 für die vorzeitige Entscheidung – nach einer Stunde war die Frage nach dem Sieger der Partie beantwortet.

Kozlowskis Tor zum 4:2-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik aus Sicht der VfL Schwerte.

Schwerte: Stefan Ladkau, Luca Vöckel (81. Gianlucca Zocco), David Sprungk, Robin Heuft, Yannis Schwarze (64. Simon Ortiz), Kai Hintzke (71. Ayoub Belabbes), Tim Birnkraut, Sebastian Kozlowski, Amir Khan (58. Lennart Smits), Nicolas Ortiz, Sofoklis Ioannidis.

Tore: 0:1 Schwarze (23.), 1:1 (26.), 2:1 (40.), 3:1 (57.), 4:1 (60.), 4:2 Kozlowski (89.).

TSK Hohenlimburg - SC Berchum/Garenfeld 2:3 (2:3)

Mit einem 3:2-Erfolg beim kampfstarken Aufsteiger TSK Hohenlimburg hat der SC Berchum/Garenfeld die Tabellenführung erobert. Kurios dabei: Alle fünf Tore fielen schon innerhalb der ersten 20 Minuten.

Der Mann der Anfangsphase hieß Marcel Grzondziel, der mit seinen Saisontoren Nummer fünf und sechs für eine frühe 2:0-Führung sorgte. Doch postwendend nach seinem zweiten Treffer stellte TSK den Anschluss wieder her. Berchum/Garenfeld antwortete prompt durch Christian Deuerling, diesmal war Grzondziel der Vorbereiter. Aber wieder währte die Freude über den Zwei-Tore-Vorsprung nicht lange, denn die Gastgeber verkürzten wiederum nur zwei Minuten später auf 2:3.

Diesen knappen Vorsprung rettete der ersatzgeschwächte SC, dem nach Aussage von Trainer Kampmann elf Spieler fehlten, in die Kabine. Aus dieser kehrten gleich zwei Berchum/Garenfelder Spieler nicht auf den Platz zurück: Nachwuchstorwart Leon Thomzig, der für die beiden fehlenden Stammkeeper Hollmann (Urlaub) und Möller (verletzt) zwischen die Pfosten gerückt war, und ausgerechnet Grzondziel, der ebenfalls angeschlagen passen musste.

Im Tor stand nach Wiederanpfiff mit Jan Rosendahl der etatmäßige Keeper der „Dritten“, der seine Sache gut machte und seinen Kasten sauber hielt. Chancen gab es im zweiten Spielabschnitt zwar auf beiden Seiten, doch ein Tor fiel auch auf der anderen Seite nicht mehr. So blieb es bis zum Schluss beim knappen Auswärtssieg des neuen Tabellenführers.

Berchum/Garenfeld: Leon Thomzig (46. Jan Rosendahl), Luca Becker, Nicolas Külpmann, Marcel Grzondziel (46. Daniel Wanderer), Tim Böckenförde, Rafael Agacinski (90.+2 Patrick Pietrzinski), Leander Koeser (69. Kevin Noschka), Christian Deuerlimg, Daniel Huber, Manuel Pais, Tobias Neynaber.

Tore: 0:1, 0:2 beide Grzondziel (5. und 13.), 1:2 (14.), 1:3 Deuerling (18.), 2:3 (20.).

Gelb-Rot: Böckenförde (90., Ballwegschlagen).

SSV Hagen - SC Hennen 0:0

Mit einem torlosen Unentschieden gegen den Landesliga-Absteiger SSV Hagen kehrte der SC Hennen am Sonntag aus dem Ischelandstadion heim.

Für die Gastgeber, die erstmals unter Trainer Dieter Iske (vormals SC Berchum/Garenfeld) spielten, war es der erste Punkt überhaupt im sechsten Saisonspiel. Für die „Zebras“ war es der zehnte Zähler, mit dem sie auf Rang acht der Tabelle stehen bleiben.

„Es waren extrem schwierige Bedingungen. Der Untergrund war nicht bezirksligareif“, kritisierte Trainer Holger Stemmann den Rasenplatz in Hagen. Er war aber auch nicht zufrieden damit, wie seine Mannschaft die Bedingungen annahm. Diese versuchten es spielerisch zu lösen, „was aber auf dem Platz nicht möglich ist“, so Stemmann. So hatten die Platzherren im ersten Abschnitt Vorteile.

Nach dem Wechsel wurde es aber auf Hennener Seite dann besser. Zweimal hatten die „Zebras“ die Möglichkeit in Führung zu gehen. Mitte der zweiten Halbzeit versprang aber Marcel Kordt aussichtsreich der Ball, nachdem Michael Weigelt quer gelegt hatte.

Und in der Schlussphase tauchte dann der eingewechselte Jan-Hendrik Bergmann (Foto) alleine vor dem Hagener Keeper Daniel Khokhlunov und scheiterte. „Er hätte direkt abschließen müssen, nahm aber den Ball erst an. So war der Torwart schon zu nah vor ihm“, beschrieb Holger Stemmann die Szene. Minuten später pfiff Schiedsrichter Sebastian Langel die Partie somit torlos ab.

Hennen: Stefan Drews, Joshua Quardt, Brian Prince, Marcel Kordt (80. Jan-Hendrik Bergmann), Luca Bühren (58. Julian Wanzke), Michael Weigelt, Nils Krawczyk (46. Jan Loos), Hassan Boulakhrif, Pascal Lison (62. Mohamed Ahraou), Dominik Essmann, Marcel Rudzinski.

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