Abbruch oder Fortsetzung: So wollen die Kreise über die Fußballsaison entscheiden

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Das Warten hat für die Fußballvereine in Westfalen bald ein Ende. Bis zum 8. Juni wird darüber abgestimmt, wie die Saison 2019/20 zu Ende geht. Manche Kreise geben schon eine klare Prognose ab.

Werne, Lünen, Selm

, 23.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In knapp zwei Wochen ist es für die Fußballvereine in Westfalen endlich offiziell. Dann wissen sie nach langer Zeit des Wartens, der Hoffnung und der Ungewissheit, ob die Saison 2019/20 endgültig beendet ist, oder ob doch weitergespielt wird. Und die viel wichtigere Frage, wer aufsteigen darf, ist auch geklärt. Bei einem außerordentlichen Verbandstag stimmen insgesamt 149 Menschen aus 29 Kreisen über den weiteren Verlauf der Saison ab.

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Der Fußball- und Leichtathletikverbands (FLVW) hat bereits einen Vorschlag für die Kreise ausgearbeitet, der vorsieht, dass die laufende Saison, die aufgrund des Coronavirus derzeit noch pausiert, nicht zu Ende gespielt wird. Das bedeutet im Klaren: Abbruch ohne Absteiger, die Tabellenersten, die davon abweichenden Herbstmeister und einige Sonderfälle dürfen sich freuen und warten dann nur noch auf den Aufstieg.

Bis zum 8. Juni können die Delegierten für ihren Kreis schriftlich abstimmen. Eine einfache Mehrheit würde dabei reichen, um die Idee des FLVW auch schlussendlich umzusetzen. Wie das Ergebnis dann ausgeht, erfahren alle Beteiligten einen Tag später am 9. Juni. Wie viele Personen aus den umliegenden Kreisen abstimmen dürfen und wie das Ergebnis der Entscheidung vermutlich aussehen wird, zeigt der Überblick.

Unna-Hamm:

Einstimmig für den Abbruch: Ein anderer Ausgang der Entscheidung steht für Michael Allery und die vier weiteren stimmberechtigten Delegierten nicht zur Debatte. Seit Wochen drehen sich die Diskussionen nur um das Thema, wie die Saison für die betroffenen Vereine nun weiter geht. Und dabei waren sich die Beteiligten schnell einig, dass der Vorschlag des Verbandes „die fairste Lösung“ sei. Deswegen wird vermutlich auch keiner aus dem Kreis Unna-Hamm gegen diese Idee stimmen. Der Kreisvorsitzende wollte aus Datenschutzgründen aber nicht sagen, wer die weiteren Stimmberechtigten sind.

Münster:

Bereits in der Vorstandssitzung am 14. Mai war die Abstimmung im Kreis Münster auf dem Tagesplan. Dort hat der Vorstand den fünf Delegierten die Empfehlung ausgesprochen, sich für den Saisonabbruch zu entscheiden. Neben dem Kreisvorsitzenden Norbert Krevert werden Philipp Hagemann, Helmut Thihatmar, Manfred Gnegel und Jörg Riethues ihre Stimme abgeben. Die Kritik der Vereine blieb im Kreis bisher gering, weiß Krevert. „Natürlich gibt es Vereine, die das Feld noch von hinten aufrollen wollten und diese Saison andere Ziele hatten, aber irgendeinen trifft es bei solchen Entscheidungen immer.“ Die betroffenen Klubs hätten aber akzeptiert, dass die Delegierten wohl alle für den Abbruch stimmen. Denn unter Anbetracht der Tatsachen sei das die beste und optimalste Lösung für alle, findet Krevert. Er geht davon aus, dass auch die anderen Kreise seine Meinung teilen und ähnlich entscheiden werden.

Ahaus/Coesfeld:

Aus dem Fußballkreis Ahaus/Coesfeld werden am Verbandstag fünf Delegierte stimmberechtigt sein. Das sind neben dem Kreisvorsitzenden Willy Westphal noch Paulo Goncalves von der DJK Stadtlohn, Christel Behmenburg aus Seppenrade und Ingo Röschenkemper aus Osterwick. Auch wenn auf Kreisebene in den bisherigen Gesprächen einhellige Zustimmung zur geplanten Saisonwertung des Verbands geherrscht habe, stehe es natürlich allen Delegierten frei, wie sie abstimmen, so Willy Westphal. „Es herrscht hier kein Fraktionszwang.“ Allerdings sei sich der Kreisvorsitzende sehr sicher, „dass wenn nichts Gravierendes passiert, die Vertreter aller 29 Kreise dem Vorschlag des Verbands folgen werden“.

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Recklinghausen:

Die allgemeine Diskussion im Vorfeld der Abstimmung hat im Kreis Recklinghausen für ein klares Bild gesorgt und lässt den Kreisvorsitzenden Hans-Otto Matthey vermuten, dass sich die Delegierten alle für den Abbruch entscheiden. „Ich müsste mich schwer irren, wenn doch anders abgestimmt wird. Aber am Ende kann jeder selbst entscheiden. Für mich ist es jedoch nur noch reine Formalia.“ Mit Matthey sind es noch vier weitere, die mit daran beteiligt sein werden und im Kreis Verantwortung tragen. Und somit um die Wichtigkeit der Entscheidung wissen. Namen nannte Matthey nicht.

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