„Alles wahnsinnig“: GS Cappenberg hofft auf Besserung bei Corona-Flickenteppich

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Der Selmer A-Ligist aus dem Fußballkreis Unna/Hamm muss den Spielbetrieb bis zum 25. Oktober aussetzen. Richtig so, sagt zumindest Cappenberg-Coach Pascal Harder.

Cappenberg

, 21.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

So richtig blickt keiner mehr durch die ganzen Corona-Regelung in Westfalen. Grün-Schwarz Cappenberg darf, weil der Verein im Fußballkreis Unna/Hamm ansässig ist, bis zum 25. Oktober nicht mehr spielen. Wenige Meter weiter, beispielsweise im Kreis Ahaus-Coesfeld sieht die Welt schon wieder ganz anders auch.

Man wollte in Unna/Hamm ein Vorreiter sein. Als erster Fußballkreis im ganzen Gebiet jegliche sportliche Aktivität für zwei Wochen untersagen. Und das kam zumindest bei GS Cappenberg auch gut an. „Die Zahlen waren zwischenzeitlich so hoch, dass es einfach das Richtige war, den Spielbetrieb für zwei Wochen zu verbieten. Jetzt ist bloß die Frage, wann es dann wieder los geht“, so Pascal Harder, Trainer des A-Ligisten.

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Denn eigentlich soll der Betrieb am kommenden Montag, dem 26. Oktober, wieder aufgenommen werden. So richtig glauben kann das der Cappenberger aber nicht: „Besonders jetzt gehen die Zahlen ja wieder hoch. Da kann man eigentlich nicht wieder anfangen, wenn man zuvor ausgesetzt hat.“

GS Cappenberg-Spieler müssen individuell trainieren

Und auch, wenn der Trainingsbetrieb mittlerweile unter strengsten Auflagen und mit Abstand wieder erlaubt ist, hat der GSC-Coach seiner Mannschaft erstmal freigegeben. Drei bis vier Mal die Woche aber erwartet er nun von seinen Jungs ein Foto von einem längeren Lauf oder einer kleinen Einheit im Fitnessstudio. „Vielleicht ist das ja sogar besser, als wenn wir trainieren würden. So bleibt das Team richtig fit und hat auch eine größere Belastung, als wenn ich das Training immer wieder unterbinde und was erklären müsste“, sagt der Trainer.

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Doch so hoch der Lobgesang Harders über den „eigenen“ Fußballkreis auch ist, desto lauter ist die Kritik gegenüber der anderen Regionen: „Von Cappenberg bis nach Olfen sind es vielleicht acht Minuten mit dem Auto. Und da drüben kann man ganz normal spielen, als wäre kaum etwas gewesen. Das ist ja alles wahnsinnig.“

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Ebenso stehen die Fußballvereine weiterhin vor einem echten Hammerwinter. Allein die zwei Wochenende, die zuletzt ausgefallen sind, werden wohl in „englischen Wochen“ nachgeholt. „Das ist dann eben das große Problem. Auch wenn ich jetzt zwei Mal in Folge ein paar Spieler habe, die in Quarantäne müssen. Dann haben wir direkt vier Mittwochsspiele mehr“, kritisiert Harder. Dann müsse man auch wieder über Wettbewerbsverzerrung nachdenken.

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