Arthur Millers Traumquote rettete die SG Selm, als die Stürmer reihenweise ausfielen

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Schwegler verletzt, Seidel verletzt - da war guter Rat teuer bei Selms Trainer Deniz Sahin im Winter. Doch er hatte da noch einen Spieler im Kader, der erst seit kurzem wieder trainierte...

Selm

, 29.07.2019, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arthur Miller ist zurück bei der SG Selm - und wie! In der Winterpause stieß er zum späteren Meister zu. Dass am Ende der Saison der Aufstieg stand, daran hatte Miller auch seinen Anteil. Mit neun Toren war er in der zweiten Saisonhälfte der beste Torjäger seiner Mannschaft.

Es sind ruhige Tage, die der Zwei-Meter-Hüne zurzeit verlebt. In Cappenberg pausierte der 24-Jährige beim Finaltag des Hübner-Cups. In der Saison will Arthur Miller aber wieder voll angreifen. Einen Platz im oberen Mittelfeld könnte er sich durchaus vorstellen. Hauptsache weit weg von den Abstiegsplätzen. Aber die SG ist mit forschen, angriffslustigen Tönen auch vorsichtiger geworden seit dem Fiasko der Abstiegssaison 2017/18.

Miller kommt in der Winterpause und schlägt voll ein bei der SG

Dass die SG Selm überhaupt wieder Kreisliga A spielt und nach nur einem Jahr Abwesenheit zurückgekehrt ist, dafür ist Miller selbst auch mitverantwortlich. Sein erstes Spiel bestritt Miller erst am 13. Spieltag als Einwechselspieler. Zum ersten Mal in der Startelf stand er am 18. Spieltag gegen den Werner SC II. Erst am 20. Spieltag traf er zum ersten Mal. In elf Einsätzen kam er dann auf neun Tore - diese Quote hat sonst keiner im Kader der Selmer.

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Und Millers Tore fielen in einer wichtigen Phase. Denn Torjäger Alexander Schwegler, Millers Cousin, fiel verletzt aus, ebenso Marcel Seidel, der zum letzten Mal am 17. Spieltag einen Einsatz verbuchte und mittlerweile gar kein Fußball mehr spielt, sondern die zweite Mannschaft betreut. Die SG brauchte also einen Mittelstürmer mit eingebauter Torgarantie - und fand ihn in Arthur Miller. „Wenn du im Winter dazustößt, ist die Hälfte der Saison schon gelaufen. Du warst nicht von Anfang an dabei“, sagt Miller. Er war aber zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle.

Arthur Millers Traumquote rettete die SG Selm, als die Stürmer reihenweise ausfielen

Arthur Miller (M.) klatscht Kapitän Paul Ulrich (l.) ab. Rechts im Bild: Millers Cousin Alexander Schwegler sowie Andre Zolda (Nummer 7) © Jürgen Weitzel

Arthur Miller nahm Jahre Auszeit vom Fußball

Als B-Jugendlicher hatte Arthur Miller die Fußballschuhe bei der SG eigentlich schon an den Nagel gehängt. „Mit 16 habe ich das Interesse an Fußball verloren. Ich hatte kein Bock mehr zu zocken“, erzählt Miller. Vor gut drei Jahren kehrte er aus dem Off zurück. „Weil die Jungs hier in Selm gespielt haben, habe ich wieder angefangen, erst in der Zweiten. Dann dachte ich: Versuchst du es mal in der Ersten. Mein Freundeskreis hat eh in der Ersten gespielt“, sagt er. Miller war sowieso jede Woche am Platz und verfolgte die Spiele.

Der bullige Stürmer ersetzte dann die offensiven Ausfälle. „Es war schon eine geile Rückrunde, wenn du wieder direkt aufsteigst“, sagt Miller, der bei den Feierlichkeiten Trainer Deniz Sahin eine Bierdusche vor laufender Kamera verpasste.

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SG Selm-Coach Deniz Sahin nach dem Aufstieg

In Miller bekam die SG Selm auch einen Stürmer zurück, der das lokale Profil der Mannschaft weiter schärft, keine Importe mehr zu verpflichten, sondern lieber auf „echte Selmer“ zu setzen, wie es ein Trikotaufdruck mal propagierte. Seine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann macht er zwar in Recklinghausen, Miller lebt aber in Selm. „Ich habe auch nicht vor, woanders hinzugehen“, sagt er. Und das ist auch gut so.

Arthur Millers Traumquote rettete die SG Selm, als die Stürmer reihenweise ausfielen

Arthur Miller (2.v.l.) mit seinem Freundeskreis um (v.r.) Paul Ulrich, Alexander Schwegler, Dimitri Rutkovski, Daniel Ulrich - und Fotocrasher Mirco Kämper. © Sebastian Reith

Denn Trainer Deniz Sahin hat mit Miller, Schwegler und Nordkirchen-Rückkehr Jan Rabitsch drei gute Stürmer im Aufgebot, die je für 20 A-Liga-Tore gut sein könnten. Sind alle drei auf dem Platz, ist Millers persönliches Saisonziel realistisch: ein Platz im oberen Mittelfeld.

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