Betrieb in Fitnessstudios läuft wieder an - mit Mundschutz und Hygieneregeln

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Fitnessstudios haben umgeräumt, um Mindestabstände zu wahren. Geräte müssen regelmäßig desinfiziert werden. Nur wer am Gerät trainiert, darf den Mundschutz abnehmen. So lief der erste Tag in Selmer und Nordkirchener Studios.

Selm, Nordkirchen

, 19.05.2020, 06:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Rein kommt man nur durch ein Drehkreuz. Das war im Selmer Fitnessstudio „Clever fit“ schon seit Jahren so. Neu ist nun, dass daneben ein großes Schild mit Coronavirus-Hinweisen und ein Spender für Desinfektionsmittel steht. Es ist nicht der einzige in dem Selmer Sportstudio, das am Montag nach zwei Monaten den ersten Tag unter strengen Auflagen wieder öffnete.

Als Studioleiterin Mina Lorenz uns am Infobereich am Mittag für einen kleinen Rundgang empfängt, trainieren gut 20 Personen in dem Studio. Mina Lorenz trägt eine Maske. Das ist Pflicht in dem Selmer Studio. Nur wer sich gerade an einem Gerät befindet, darf die Maske abnehmen. Wer seine eigene Maske zu Hause vergessen hast, erhält vom Fitnessstudio eine kostenlose.

Auf einem Schild am Infobereich stehen Regeln, die die Mitglieder einzuhalten haben.

Auf einem Schild am Infobereich stehen Regeln, die die Mitglieder einzuhalten haben. © Sebastian Reith

Doch nicht alle Geräte sind zur Benutzung freigegeben. „Wir haben versucht, so viele Geräte wie möglich zu retten“, erklärt Mina Lorenz. Drei Meter müssen die Geräte auseinanderstehen. Geregelt ist das und vieles mehr in einer Anlage für Fitnessstudios in der Corona-Schutzverordnung vom 11. Mai. 19 Punkte umfasst die Liste, die die Studiobetreiber einhalten müssen.

Fahrräder sind abgesperrt. Doch die meisten Geräte sind zur Benutzung freigegeben.

Fahrräder sind abgesperrt. Doch die meisten Geräte sind zur Benutzung freigegeben. © Sebastian Reith

Dazu haben hat das Fitnessstudio-Team den Raum zwischen einzelnen Geräten vergrößert - etwa, damit alle der beliebten Laufbänder weiterhin benutzt werden können. Ansonsten haben die Betreiber auch darauf geachtet, bei Sperrungen möglichst mehrfach vorhandene Geräte aus dem Programm zu nehmen, um wenigstens noch die Benutzung eines Gerätes zu ermöglichen.

Jedes zweite Fahrrad ist momentan gesperrt.

Jedes zweite Fahrrad ist momentan gesperrt. © Sebastian Reith

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Mehr Platz für Geräte, Sitzecke steht im Lager

Auch eine Sitzlounge musste weichen, um hier Platz für Geräte zu schaffen, berichtet die Studioleiterin. Statt bequemen Polstern stehen hier nun zwei Geräte, bei denen man wie auf einer Rolltreppe permanent Stufen hochlaufen muss. „Wir haben aber genug Fläche gehabt, um alles etwas zu entzerren“, sagt Mina Lorenz durch ihren Mundschutz.

Nicht jedes Gerät ist in dem Selmer Studio benutzbar.

Nicht jedes Gerät ist in dem Selmer Studio benutzbar. © Sebastian Reith

Einige ganz große Geräte waren zum Verschieben zu schwer - sie stehen den Trainierenden momentan nicht zur Verfügung. Gesperrt und mit rot-weißem Flatterband versehen sind auch einzelne Kraftgeräte, bei denen der Abstand nicht passte. Auch nur jedes zweite Fahrradergometer benutzbar. Von etwa 70 Geräten sind zehn nicht benutzbar. Auch Solarien und Duschen sind noch geschlossen.

Unmissverständlich: Das Solarium bleibt geschlossen.

Unmissverständlich: Das Solarium bleibt geschlossen. © Sebastian Reith

Die Regeln sind durch ein Roll-up auch noch vor dem Kabinentrakt in dem Fitnessstudio in Selm sichtbar.

Die Regeln sind durch ein Roll-up auch noch vor dem Kabinentrakt in dem Fitnessstudio in Selm sichtbar. © Sebastian Reith

Sportler müssen Hände ständig desinfizieren

Auf die Trainingsfläche gelangt man nur nach Handdesinfektion. Und auch während des Trainings ist regelmäßiges Reinigen der Geräte Pflicht für die Sportler. Wenn sie ein Gerät verlassen, heißt es „Maske auf“ und zu einer der Desinfektionsstationen zu gehen, Papier abzureißen und das Gerät zu desinfizieren.

Mit Flatterband sind Bereiche an den Multifunktions-Kraftgeräten abgesperrt.

Mit Flatterband sind Bereiche an den Multifunktions-Kraftgeräten abgesperrt. © Sebastian Reith

Vier Mal am Tag würde das Team des Fitnessstudios zudem Böden, Griffe, Türen desinfizieren. Die Umkleiden sind sogar stündlich dran, sagt Mina Lorenz. 20 Kanister mit fünf Litern Desinfektionsmittel seien vorrätig. „Wir müssen schauen, wie viel wir verbrauchen und dann nachbestellen“, so Lorenz.

Mit Klebeband sind die Standorte für Geräte auf dem Boden klar gekennzeichnet.

Mit Klebeband sind die Standorte für Geräte auf dem Boden klar gekennzeichnet. © Sebastian Reith

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Auf dem Boden befinden sich zudem rote Aufkleber, die an die Abstandsgebote erinnern. Am Montagabend, so sind die Erfahrungswerte, wird es immer besonders voll. Sieben Quadratmeter Platz muss jeder haben - damit wird das Studio wohl nicht an die Kapazitätsgrenzen kommen. Gut 120 Sportler kommen täglich in das Studio, schätzt Mina Lorenz. Da Kurse momentan nicht stattfinden können, denkt man in dem Fitnessstudio über Outdoor-Kurse auf dem Parkplatz nach.

Zu allen Seiten gilt das Abstandsgebot. Darauf weisen Aufkleber auf dem Studioboden hin.

Zu allen Seiten gilt das Abstandsgebot. Darauf weisen Aufkleber auf dem Studioboden hin. © Sebastian Reith

In Nordkirchen läuft der Fitnessstudiobetrieb auch wieder an

Auch das Fitnessstudio „Fit Flexx Fitness Park“ in Nordkirchen öffnete Montag das erste Mal wieder die Türen. Geschäftsführer Ertugrul Cayli zeigte sich im Telefonat zufrieden mit dem Anlaufen des Betriebs. „Die Leute kommen“, sagt er, „aber es ist ein vorsichtiger Ansturm.“ Es habe in den vergangenen Wochen auch Kündigungen gegeben. Vor alle, viele Studenten der Fachhochschule für Finanzen, die ihre Zelte in Nordkirchen abgebrochen haben, hätten von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch gemacht.

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Beschränkungen gebe es auch in seinem Fitnessstudio, bestätigte Ertugrul Cayli. Maskenpflicht, regelmäßige Desinfektion vor und nach Benutzung von Geräten und acht Terminals mit Desinfektionsmittel. Einmal-Papierhandtücher gibt es an kontaktlosen Ständern. In dem 2000 Quadratmeter großen Studio sind einige Geräte gesperrt: etwa eine der Vibrationsplatten. In dem extra eingerichteten Damenbereich darf sich auch nur eine Sportlerin aufhalten - und das maximal 30 Minuten am Stück. Kurse finden statt, aber ohne Matten.

Caylis Botschaft: „An erster Stelle steht die Gesundheit unserer Mitglieder und des Personals.“ Denn was die Studios nicht gebrauchen können, ist ein erneuter Ausbruch des Coronavirus - und eine damit verbundene abermalige Schließung.

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