Coronavirus: Olfener Leichtathleten bleiben nach Trainingslager-Absage auf Storno-Kosten sitzen

Coronavirus

Der Trainingsplan: über den Haufen geworfen. Ob es Deutsche Meisterschaften gibt: unklar. Das Trainingslager: storniert. Letzteres geht jetzt auch ins Geld.

Olfen

, 16.03.2020, 12:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marie Gövert (r.) muss nun erstmal individuell trainieren. Ob es Deutsche Meisterschaften in der Leichtathletik gibt, ist derzeit unklar.

Marie Gövert (r.) muss nun erstmal individuell trainieren. Ob es Deutsche Meisterschaften in der Leichtathletik gibt, ist derzeit unklar. © Wolfgang Birkenstock

Die Situation bei Olfens Leichtathleten ist nicht gerade einfach. Nicht nur, dass für die Athletinnen und Athleten von Bernhard Bußmann das Training derzeit flach fällt, so richtig wissen die leistungsorientierten Läufer und Werfer auch gar nicht, wofür sie noch trainieren. Und auch Kosten sind bereits angefallen, die der SuS Olfen nicht zurückbekommt.

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Eigentlich hatte der SuS Olfen ein Trainingslager in Sigmaringen in Baden-Württemberg vom 4. bis 11. April mit einigen Athleten geplant. Doch das fällt nun flach. Die gebuchten Übernachtungen in einer Jugendherberge hat der Olfener Trainer und Vorsitzende Bernhard Bußmann nun storniert. Doch die Olfener kriegen 20 Prozent der Kosten nicht mehr zurück. „Das sind rund 400 Euro“, sagt Bußmann, „das ist dann halt so.“

Individuelle Trainingspläne

Seine 800- und 1500-Meter-Läuferinnen haben seit dem Wochenende individuelle Trainingspläne bekommen. „Jeder für sich“, so Bußmann. Bahntraining fällt aus. Es gehe nur darum, sich einigermaßen fit zu halten. Normalerweise wären die Sportler in einer wichtigen Vorbereitungsphase. Im April beginnt für die Leichtathleten nach dem harten Wintertraining normalerweise die Saison. Jetzt wäre der Feinschliff angesagt.

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„Spezielle Trainingspläne lohnen sich jetzt nicht“, erklärt Bußmann. Denn im Deutschen Leichtathletik-Verband stehen auch die Deutschen Meisterschaften im gesamten Sommer wohl auf der Kippe. „Wir wissen nicht, worauf wir hintrainieren sollen“, sagt Bußmann. Eine mehrwöchige Vorbereitung, die punktuell auf einen Saisonhöhepunkt abzielt - derzeit unmöglich.

Zeitplan auch in der Leichtathletik derzeit ungewiss

Zumal auch der Qualifikationsmodus völlig durcheinandergewürfelt ist. Bußmanns Plan war ursprünglich, dass seine Schützlinge bei den NRW-Langstreckenmeisterschaften die erforderlichen Normen knacken würden. Ob der Wettkampf stattfindet, ist unklar. Und wenn ja: Welche Form haben haben dann Olfens Läuferinnen? „Es geht jetzt nur darum, sich fit zu halten. Aber keiner weiß, wie es weitergeht“, sagt Bußmann.

Hammerwerfer Rik Amann muss auch mit dem Training aussetzen.

Hammerwerfer Rik Amann muss auch mit dem Training aussetzen. © SuS Olfen

Hammerwurf-Trainer Franz-Josef Sträter hat da eine klare Haltung: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Deutsche Meisterschaft gibt.“ Seine Werfer haben ebenfalls individuelle Pläne bekommen. Schützling Rik Amann beispielsweise, der im Februar noch Bestweite bei der Winterwurf-DM erzielte, soll sich aus dem Kraftraum Gewichte ausleihen um wenigstens Scheibengymnastik machen zu können.

„Aber wir wissen gar nicht, wofür wir trainieren müssen. Macht es noch Sinn, weiterzutrainieren?“, fragt Sträter. Ärgerlich: Im Training habe man die Früchte harter Arbeit kurz vor der Coronakrise gesehen. Bei allen Problemen: Geld verdienen Olfens Leichtathleten nicht mit ihrem Sport. „Für uns bricht keine Welt zusammen“, sagt Sträter deswegen.

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