Demokratie-Lehrstunde: Der FLVW hat einen guten Job gemacht

mlzKommentar

Der Fußballverband setzte auf Videokonferenzen, Austausch und bewies Gespür, was die Mitgliedsvereine wollen - und das in einer nie dagewesenen Lage. Hut ab, findet unser Autor.

Selm

, 10.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) ist in seiner Entscheidung nur zu begrüßen. Nicht aber die eigentliche Entscheidung muss man loben, auch wie der Verband den Prozess gestaltete. Es war eine Lehrstunde von Demokratie.

Manchmal zog sich das Prozedere ja wie Kaugummi unterm Schuh an einem warmen Sommertag. Es hat viele Wochen gedauert, bis das Votum nun da ist. Dabei mussten die Verbandsoffiziellen mit einer nie dagewesenen Situation klarkommen, für die es keine rechtlichen Vorkehrungen gab und auch kein Protokoll, wie man vorgehen könnte. Zudem hielt sich der DFB raus. „Amateurfußball? Sache der Landesverbände! Damit haben wir nichts zu tun“ - so wirkte der DFB nach außen.

Was der FLVW daraus gemacht hat, ist bemerkenswert. Der Weg, von Anfang an auf Videokonferenzen zu setzen, war absolut richtig. Der Fußballausschuss diktierte darin nicht, er hörte genau zu und holte obendrein noch ein Votum der Vereine ein - und das in einer höchst dynamischen Zeit, ehrenamtlich engagiert.

Die vielen Stunden bei Besprechungen waren gut investiert. Schließlich unterbreitete er einen Vorschlag mit Bedacht, der wenige Verlierer zur Folge hatte, justierte den Kompromiss auch nochmal nach, den man nach dem Zustimmungswert beim Verbandstag von 98,6 Prozent eigentlich nicht mehr als solchen bezeichnen kann.

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