Die ersten Tennisspieler waren schon um 10 Uhr auf der Anlage der TG Selm

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Letzte Schilder fehlen noch, doch ansonsten sah sich die TG Selm gerüstet, am Morgen nach der großen Lockerungsankündigung die Plätze zu öffnen. Der Corona-Beauftragte des Klubs klebte da noch fleißig ab.

Selm

, 07.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Vereinschef Klaus Uwe Sarg am Donnerstagmorgen um kurz vor 10 auf der Tennisanlage der TG Selm ankommt, gehen bereits die ersten beiden Spieler mit ihren Schlägern in der Hand zum Platz. „Fertig umgezogen“, sagt der Senior, zeigt mit dem Daumen nach oben und lacht. „Natürlich werden wir Abstand halten“, verspricht er und geht in Richtung Ascheplatz. „So soll es sein“, entgegnet Klaus Uwe Sarg, der mit Vereinskassierer Ludger Surholt, gleichzeitig auch der Corona-Beauftragte der TG Selm, verabredet ist, um letzte Arbeiten an der Anlage abzuschließen.

Die Tennisspieler der TG Selm machen Pause.

Die Tennisspieler der TG Selm machen Pause. © Sebastian Reith

„Eigentlich“, beginnt Klaus Uwe Sarg zu erzählen, „ist es ja fast unverschämt, wie schnell die Öffnung jetzt ging.“ Die TG Sem war zwar vorbereitet, aber dass es jetzt so schnell gehen kann, damit hatte man nicht gerechnet. „Man hätte uns noch ein, zwei Tage geben können“, sagt er. Am Mittwoch nach der Bekanntgabe durch die NRW-Landesregierung hatten die ersten Spieler bei ihm angefragt, ob und wann sie wieder spielen dürfen.

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So planen die Tennisvereine

  • Der TV RW Nordkirchen plant eine Teilöffnung am Samstag, einen Teil am Montag zu öffnen.
  • Der TC GW Bork war am Mittwochmittag mit mehreren Helfern damit beschäftigt, die Netze raufzuziehen. Am Nachmittag meldete der Verein, dass er spielbereit ist für Freitag.
  • Beim Olfener TC soll es - Stand Mittwoch - am Freitag losgehen können

Vereine beeilen sich, um die Anlagen zu öffnen

Und so stolperte auch die TG Selm etwas hastig in die Sommersaison, die am Donnerstag um 10 Uhr mit der Premiere der beiden überpünktlichen Senioren ohne Feierlichkeiten eröffnet wurde. Dabei waren eigentlich noch gar nicht alle Maßnahmen, die die TG Selm treffen wollte, final abgeschlossen.

Die beiden bestellten Schilder, die am Stahltor und am Vereinsheim angebracht werden sollten, jedes 20 Euro teuer, waren noch im Versand. Ein Spender für Handdesinfektionsmittel sei auch geordert, aber noch nicht geliefert worden.

Das Clubhaus ist noch geschlossen.

Das Clubhaus ist noch geschlossen. © Sebastian Reith

„Wenn man sich 30 Sekunden lang die Hände mit Seife wäscht, ist das auch ausreichend. Das Desinfektionsmittel ist da, damit sich die Spieler sicherer fühlen“, sagt Corona-Beauftragter Ludger Surholt. Seife und Flächendesinfektionsmittel für die sanitären Anlagen sind dagegen schon in ausreichender Menge vorhanden. Die Kabinen bei der TG Selm bleiben am Montag geschlossen. Darauf weisen Schilder an den Türen hin.

Die Kabinen bei der TG Selm bleiben zu.

Die Kabinen bei der TG Selm bleiben zu. © Sebastian Reith

Magnettafel erwacht zu neuem Leben

Der Vereinsvorstand will jetzt die Spieler wieder dazu bringen, sich in der vorhandenen Magnettafel einzuhängen. Gut zwei Jahre war die Tafel an der Terrasse nicht mehr in Benutzung. Der Verein lässt gerade neue Magnet-Namensschilder erstellen. Die können die Spieler dann auf einen der sieben Plätze schieben, wenn sie spielen wollen, solange die Plätze nicht durch den Belegungsplan der Mannschaften genutzt sind. „Einhängen“, nennen das die Tennisspieler.

Ludger Surholt misst den Abstand von zwei Metern als Wartebereich ab.

Ludger Surholt misst den Abstand von zwei Metern als Wartebereich ab. © Sebastian Reith

Auf eine digitale Lösung verzichtet der Verein aus Kostengründen. Und auch eine Online-Excel-Lösung komme nicht infrage. „Wir möchten nicht, dass jeder in der Liste rumpfuscht“, erklärt Sarg. Surholt klebt unterdessen mit Klebeband auf der Terrasse ab, wie viel Abstand Spieler zu anderen vor der Magnettafel halten sollen. Er hat einen zwei Meter langen Zollstock dabei. „Wenn ich es mache, dann mache ich es richtig“, sagt Surholt. Vorher hatten Sarg und er schon die Tische auseinandergerückt und Stühle begrenzt.

Ludger Surholt misst den Abstand von zwei Metern als Wartebereich ab.

Ludger Surholt misst den Abstand von zwei Metern als Wartebereich ab. © Sebastian Reith

Auf dem Court machen die beiden Senioren eine Pause. Spielerbänke haben bereits ausreichend Abstand zueinander. „Kaum Kondition mehr“, stöhnt der eine, als er einen Ball nicht bekommt. Viel ist an diesem Tag eigentlich nicht anders im Tennisverein - außer ein paar Regeln, die zu befolgen sind.

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