Die „Kielo Kickers“ aus Norddeutschland sind das Vorbild des „PSV-Team Plus“

mlzPSV-Team Plus

Ein Fußballteam für Übergewichtige gibt es in Deutschland bereits. Vorreiter waren die „Kielo Kickers“ aus Kiel. Und die sind mit dem Gründer des PSV-Teams Plus sogar blutsverwandt.

Bork, Brambauer

, 09.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Beim PSV Bork entsteht ein Fußballteam für Übergewichtige. Mike Kraus (46) ist Initiator des neuen Teams, das zweimal pro Woche trainieren soll. Aufnahmekriterium: einBMI von 30 - oder mehr.

Vorbild für das Projekt in Bork ist das Pendant von Mike Kraus‘ Zwillingsbruder, der in Kiel die „Kielo Kickers“ gegründet hat. „Der ist noch fülliger als ich“, scherzte Mike Kraus, wenn er über seinen Bruder spricht. In Kiel war das Projekt seines Bruder Oliver Kraus ein durchschlagender Erfolg.

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Oliver Kraus hatte sich die Idee wiederum in England abgeguckt: „Ich habe einen Bericht in den Medien gesehen. In London gibt es sogar eine Liga für Dicke, die regelmäßig gegeneinander spielen. Das hat mir gut gefallen“, erzählt Oliver Kraus. Und er wundert sich: „Ich habe festgestellt, dass es so etwas in einem fußballverrückten Land wie Deutschland nicht gibt. Daraufhin kam mir die Idee, Kontakt zu einem Verein zu knüpfen“, sagte er. 33 Spieler sind mittlerweile dabei. In Norddeutschland haben die „Kielo Kickers“ für viel Aufmerksamkeit gesorgt.

Fußball in einer etablierten Mannschaft zu spielen, sei schwierig

Dass die Sportler unter den Gesichtspunkten von Stigmatisierung oder Ausgrenzung nicht in herkömmlichen Mannschaften trainieren, sehen die Kraus-Brüder nicht als Problem. „Wir sind unter Gleichen. Man wird nicht kritisch angeguckt oder runtergeputzt. Ich hatte mit mehr Häme aus den sozialen Netzwerken gerechnet, als ich das Projekt damals gegründet habe“, sagt Oliver Kraus.

Mike Kraus sagt: „In einer normalen Mannschaft hast du keine Chance.“ Selbst in Altherrenteams sei der Fitnesszustand meistens deutlich besser. „Der Körper ist nicht so weit. Die Muskulatur muss sich an die Bewegung gewöhnen. Wenn ich 20 Kilo mit mir rumschleppe, ist das anstrengend.“

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