Nach hessischem Vorbild: Kommen Zeitstrafen im Amateurfußball bald in Westfalen?

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Momentan läuft in Hessen ein Pilotprojekt, dass die Einführung von Zeitstrafen im Amateurfußball testet. Wir haben nachgefragt, ob dies auch bald in Westfalen ein Thema sein könnte.

von Nico Ebmeier

Selm

, 07.07.2020, 13:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auf Kreisebene wird im Hessischen Fußball-Verband in einer Pilot-Phase die Zeitstrafe für Männer eingeführt. Demnach würde statt einer Gelb-Roten Karte zunächst eine Sanktionierung in Form einer Zeitstrafe nach der ersten Gelben Karte folgen. Erst danach würde es dann zum klassischen Platzverweis kommen. Auf Anfrage der Ruhr Nachrichten hat nun auch der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen dazu Stellung genommen, ob ähnliche Projekte hier ebenfalls geplant sind.

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„Die praktische Umsetzung auf dem Spielfeld sieht vor, dass nach einer Gelben Karte im nächsten Schritt statt der Gelb-Roten Karte eine Zeitstrafe als Sanktionierung erfolgt. Erst danach würde im Falle eines weiteren verwarnungswürdigen Vergehens ein Platzverweis ausgesprochen werden. Dies wäre dann die Rote Karte“, lautet die Erklärung des Deutschen Fußball-Bundes im Wortlaut. Die klassische Gelb-Rote Karte gebe es dadurch nicht mehr und die Mannschaft würde möglicher Weise nicht schon nach zwei, sondern erst nach drei Vergehen dezimiert werden.

Das Pilotprojekt wird vom FLVW sehr interessiert verfolgt

In Hessen läuft der Test aktuell nur im Spielbetrieb der Männer auf Kreisebene - eine Erweiterung wäre durchaus denkbar. Aber auch in Westfalen schaut man äußerst gespannt auf das Projekt in Hessen. Auf Anfrage der Redaktion bestätigt der FLVW, dass man das Pilotprojekt „interessiert verfolgt“. Bislang gebe es aber jedoch noch keine Gedankenspiele oder Gespräche über die Einführung von Zeitstrafen.

„Wir stehen zusammen mit den Fußballverbänden Mittelrhein und Niederrhein unter dem Dach des Westdeutschen Fußballverbands. Für alle drei gilt daher die gleiche Rechts- und Verfahrensordnung“, erklärt Christian Schubert von der Stabsstelle Kommunikation. Der FLVW könne also die Einführung von Zeitstrafen generell nicht im Alleingang beschließen. „Insofern warten wir zunächst einmal ab, was die Testphase in Hessen für Erfahrungen hervorbringt“, fügt der Vorsitzende des Verbands-Fußball-Ausschusses Reinhold Spohn hinzu.

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