Führerschein für Kutschen wird eingeführt

Reitsport

Vier tote Menschen, 84 Verletze sowie vier tote und neun verletzte Pferde sind das traurige Ergebnis von 55 Unfällen mit Pferdekutschen im letzten Jahr – das ergab eine Studie der Reiterlichen Vereinigung (FN). Eine Offensive der FN soll diese Zahlen nun senken. Der Kutschenführerschein wird am Donnerstag eingeführt.

SELM/OLFEN/NORDKIRCHEN

, 31.05.2017, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Johannes Leushacke, Sprecher der Fahrabteilung des ZRFV Lützow, sieht der Umstellung gelassen entgegen.

Johannes Leushacke, Sprecher der Fahrabteilung des ZRFV Lützow, sieht der Umstellung gelassen entgegen.

 Das betrifft unter anderem auch die Fahrer des Rad- und Fahrvereins Lützow. „Durch unsere Forderung gerät der Gesetzgeber unter Druck“, sagt Thomas Ungruhe, Leiter Breitensport bei der FN. Denn verpflichtend ist der Führerschein noch nicht. Mit ihrem Vorstoß wolle die FN für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. Eine Umfrage des Online-Portals „HorseFuturePanel“ ergab, dass 72 Prozent der Probanden angaben, „dass es Fahrern erst nach einer Prüfung erlaubt sein sollte, im Straßenverkehr teilzunehmen“. Doch auch bisher gab es Prüfungen – die sogenannten Fahrabzeichen. Was ändert sich also für die Kutscher?

Der Sprecher der Fahrabteilung des ZRFV Lützow, Johannes Leushacke, sieht der Umstellung gelassen entgegen, begrüßt den Vorstoß der FN aber ausdrücklich. „Für uns ändert sich nichts. Wir haben ja alle unsere Fahrabzeichen, das können wir einfach umschreiben lassen“, sagte er. Solch eine Umschreibung kostet 11,70 Euro. „Das ist also kein Problem für uns.

Die Umstellung auf diesen Führerschein betrifft eher die Kutscher, die privat auf der Straße unterwegs sind“, sagte Leushacke und machte deutlich: „Mir gefällt die Idee. Das sorgt für mehr Sensibilität bei den Menschen. Kutschen sind ja größtenteils aus der Öffentlichkeit verschwunden. Wenn dann eine im Straßenverkehr auftaucht, sind viele überfordert.“

Gefahren aufzeigen

Gerade dieser Überforderung wolle die FN entgegenwirken. „Wir kooperieren mit dem ADAC und dem Fahrlehrer-Verband Westfalen“, sagte Ungruhe. Dadurch solle angehenden Autofahrern die Gefahren von Kutschen aufgezeigt werden. „Wir sehen zwei große Punkte, die wir mit dem Führerschein abdecken. Erstens: Laien werden im Umgang mit der Kutsche geschult und begehen weniger Fahrfehler. Zweitens: Die Kutsche rückt in die Öffentlichkeit – und Verkehrsteilnehmer werden aufmerksamer“, sagte Ungruhe. 

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