Ingo Grodowski hört im Sommer auf

PSV Bork sucht neuen Coach

Es hätte ein ruhiger Tag für den PSV Bork werden können. Schließlich stand schon fest, dass der 17. Spieltag in der Fußball-Kreisliga A2 Unna-Hamm nicht stattfinden würde. Der PSV lieferte dann aber am Mittag die Schlagzeile des Tages: Trainer Ingo Grodowski wird den PSV Bork in der kommenden Saison nicht mehr trainieren.

Bork

, 10.12.2017, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ingo Grodowski hat in den vergangenen Wochen viel nachgedacht. Im Sommer wird er den PSV Bork verlassen, hat er dem Verein mitgeteilt.

Ingo Grodowski hat in den vergangenen Wochen viel nachgedacht. Im Sommer wird er den PSV Bork verlassen, hat er dem Verein mitgeteilt. © Weitzel

Exakt 50 Minuten nach der Neuvorstellung von Peter Stöger bei Bundesligist Borussia Dortmund gab Borks Sportlicher Leiter Jochen Glischinski bekannt, dass sich auch beim acht Klassen tiefer spielenden Kreisligisten auf der Trainerbank etwas tut. Miteinander zu tun hatten die Personalien aber nichts. Die Entscheidung habe Ingo Grodowski dem PSV schon vor drei Wochen mitgeteilt.

Grodowski klärte die Gründe auf: „Ich bin zu nah dran an der Mannschaft. Das ist schon ein freundschaftliches, väterliches Verhältnis. Und dann muss man darüber nachdenken, ob nicht ein neuer Trainer dem Verein gut tut“, sagte Grodowski. Diese Gedanken hat für sich wohl bejat. „Man stumpft mit den Jahren einfach ab. Das Training ändert sich nicht mehr, die Ansprache auch nicht. Es muss ein frischer Wind rein“, sagte der 54-Jährige.

Holte PSV aus dem Tabellenkeller

Dabei hätte der PSV gerne mit Grodowski verlängert. „Wir haben auch in dieser Saison gut zusammengearbeitet. Mit dem Tabellenstand sind wir zufrieden und hätten gerne mit ihm noch ein Jahr weitergemacht. Ingo war allerdings der Meinung, dass etwas Neues kommen soll. Und diese Bitte konnte ich ihm nicht ausschlagen“, sagte Glischinski.

Grodowski hatte im November 2014 das Amt von Peter Poslednik übernommen und den PSV vor dem Abstieg in die B-Liga gerettet. „Er hat damals gesagt, dass er sich zutraut, die Mannschaft da unten rauszuholen. Und er hat uns nicht enttäuscht“, sagte Glischinski. Nach dem Wechsel in den Kreis Unna-Hamm hatte der PSV unter Grodowski einen vierten Platz belegt – vergangenes Jahr folgte dann die Meisterschaft. Den Aufstieg in die Bezirksliga verpasste der Klub dann in der Aufstiegsrunde. Glischinski glaubt, dass auch das ausschlaggebend dafür war, dass Grodowski im Sommer Schluss macht.

Trainer ist gallig

„Es waren drei anstrengende Jahre. Und an ihm ist der Sommer nicht spurlos vorüber gegangen“, so Glischinski. Grodowski bestätigte das: „Als im Sommer der Einbruch kam, war ich ganz weit unten. Ich habe viele Nächte nicht geschlafen, weil ich etwas mit mir rumgeschleppt habe“, sagte Grodowski. „Trotzdem habe ich die Tätigkeit beim PSV nicht beendet, weil ich diesen Verein liebe. Der PSV ist eine Herzensangelegenheit. Der Sportplatz ist mein zweites Wohnzimmer“, so der scheidende Trainer, der zuvor schon Jugendmannschaften und die zweite Mannschaft trainiert hatte.

Und er versprach, deswegen auch bis zum letzten Spieltag am Sonntag, 27. Mai, alles für seinen Verein zu geben. „Ich werde als Trainer richtig Gas geben. Jetzt kommt wieder eine Vorbereitung. Das ist mein Part. Und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich gallig bin“, sagte Grodowski. Sein Abschiedsspiel wird dann voraussichtlich das Spiel bei Schlusslicht Billmerich.

"Alles ist möglich"

Die Mannschaft erfuhr von der Trennung am Sonntagmorgen um 11 Uhr. „Alle sind traurig, dass er aufhört. Er ist ja nicht nur ein Trainer. Ingo ist auch eine Persönlichkeit“, die Spaß mit Ehrgeiz verbinde, sagte Kapitän Julien Köppeler. Ingo Grodowski sei ein „guter Typ, der bei der Ansprache in der Kabine viel rüberbringt.“ Köppeler erklärte, dass Ingo Grodowski die Mannschaft auch noch erreiche.

Einen Nachfolger will Glischinski möglich noch in der Winterpause präsentieren. „Wir arbeiten daran“, so der Sportliche Leiter. Ob der Vorstand eine interne oder externe Lösung favorisiert, dazu gebe es noch keine Tendenz. Glischinski: „Alles ist möglich.“

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