Jugendteams im Fokus: So kommen die Vereine durch die November-Sportpause

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Wann und wie es nach der Sportpause weitergeht, weiß in den Amateursportvereinen niemand. Die Trainer versuchen möglichst gut mit ihren Teams durch den Stillstand zu kommen. Auch im Jugendbereich.

Selm, Olfen, Nordkirchen, Cappenberg

, 07.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In NRW herrscht im Amateursport aktuell Stillstand - für ganze vier Wochen kein Training und keine Spiele. So hat es die Bundesregierung beschlossen. Die Verantwortlichen der Jugendteams in Olfen und Nordkirchen gehen dabei ganz unterschiedlich mit der Pause um.

Großangelegte Challenges wie im Frühjahr gibt es nun wenig, der Kontakt zwischen Team und Trainer wird dafür umso mehr gepflegt.

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Phillip Jacoby, Handballtrainer der B- und C-Jugend des SuS Olfen sitzt aktuell an Trainingsplänen für seine Teams. Er arbeitet hier zusätzlich mit einer App, bei der die Handballer beispielsweise ein Ziel in einer bestimmten Zeit schaffen müssen. „Das soll aber gemeinsam als Team gemacht werden“, betont der Trainer. Mit Bestenlisten könne neben dem Mannschaftsgefühl noch der Wettkampfgedanke gestärkt werden. Dabei spielen auch handballspezifische Module eine Rolle, wie etwa: Wer schafft es in 30 Sekunden öfter den Ball durch die Beine zu dribbeln?

Noch keine Kontrolle bei den Jüngsten

Auch beim Fußball setzt man in Olfen auf spezielle Apps. A-Jugendtrainer Wolfgang Rödiger will so die Stabilisation und Kraft seiner Spieler trainieren. Zusätzlich wird sich mit Läufen fitgehalten. Fünf bis sieben Kilometer stehen dann in der Woche an. Die Zeiten geben die Spieler an den Trainer weiter. Alles basiert jedoch auf freiwilliger Basis. „Man schaut aber trotzdem, wer in etwa wo steht. Denn wir wollen die gute Form nicht einfach wieder verlieren“, erklärt Rödiger.

In der D-Jugend beim SuS Olfen gibt es zwar kein konkretes Programm für die Fußballer, jeder habe aber seinen eigenen Joggingplan, erklärt Trainer Tom Judwerschat. Ob am Ende auch jeder der Kinder seine Läufe macht, wird aber nicht kontrolliert. Das sei in dem Alter noch zu früh.

Wolfang Rödiger, A-Jugendtrainer des SuS Olfen, schaut eher skeptisch auf die Zeit nach dem Lockdown-Light.

Wolfang Rödiger, A-Jugendtrainer des SuS Olfen, schaut eher skeptisch auf die Zeit nach dem Lockdown-Light. © Sebastian Reith

Dass im Dezember wieder in den Wettkampfbetrieb gestartet wird, davon gehen die Wenigsten aus. „Vielleicht stehen wir für das Training auf dem Platz, alles andere ergibt wenig Sinn“, findet Rödiger. Sofort in die Spiele einzusteigen, ohne große Vorbereitung, passe für ihn auch nicht mit einem vernünftigen Wettkampf in der Liga zusammen.

Training und keine Spiele eine Option?

Jacoby weiß schon jetzt, dass er seinen Teams sagen wird: Eine wirkliche Saison wird es nicht geben. Bei den Jüngsten seien so oder so die Wettkämpfe schon gestrichen. Denn die sonst geplanten Spielfeste wurden durch den Handballkreis abgesagt. Der Handballtrainer stellt zudem infrage, wie sinnvoll es überhaupt ist, die Spiele im Jugendbereich nach dem Lockdown-Light wieder aufzunehmen. „Ich weiß nicht, wie gut es Kindern tut, wenn innerhalb von einem Monat wieder alles zu ist. Es wäre doch viel besser, man lässt sie einfach nur trainieren.“

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Die grundsätzliche Pause im November auch auf die Jugend zu übertragen, stößt unter den Trainern zum Teil zusätzlich auf einige Fragzeichen. „Einige der Kinder meines Teams sehen sich oftmals in der Schule, zum Training dürfen sie durch den Lockdown-Light aber nicht“, erklärt Tom Judwerschat. Dabei sei die Lust der Spieler richtig groß. „Ich bekomme jetzt schon Nachrichten mit der Frage, wann es wieder losgeht.“

Sorgen, dass einige nach der Pause nicht mehr wiederkommen, hat der Fußballtrainer deswegen nicht. „Wir sind so gut in die Saison gestartet, da werden wir auch geschlossen zurückkehren.“ Ähnlich sieht das auch Philipp Jacoby, der seinen Teams guten Zusammenhalt zuspricht.

Großer Boom bei Jugendspielgemeinschaft

Angst, dass man im Winter zu wenig Kinder hat, ist bei den Fußballern der Jugendspielgemeinschaft Nordkirchen/Südkirchen/Capelle aktuell absolut unbegründet. „Wir sind total überlaufen und haben aktuell 240 Jugendliche, nochmal 80 mehr als vergangenes Jahr“, erklärt Jugendleiter Dietmar Koch. Man könne sogar noch drei bis vier Teams mehr bilden, wenn genug Trainer da wären. Hinzu kommt, dass die Jugendlichen „total heiß“ darauf sind, wieder Sport zu machen. „Da brauchen wir eigentlich nicht noch mal extra motivieren, das kommt von ganz allein“, so Koch.

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