Kein Elfmeter und auch kein Ball im Aus – FC Nordkirchen siegt glücklich gegen den FC Epe

mlzFußball-Bezirksliga

Den ersten Saisonsieg machen gleich zwei strittige Entscheidungen möglich. Aber auch ohne Schiedsrichter-Hilfe muss der FC Nordkirchen den FC Epe eigentlich klar besiegen.

18.08.2019, 20:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lorenz Jückers Blick ging direkt zum Schiedsrichter. Ein Pfiff – und dann riesige Aufregung im Lager des FC Epe. Denn der Schiedsrichter hatte zwar auf Foul entschieden, aber nicht von dem Nordkirchener Lorenz Jücker an Felix Wobbe, sondern andersherum. Kein Elfmeter. Und während einige Gästespieler vor Unglaube auf den Rasen fielen, fiel bei Lorenz Jücker auch etwas: nämlich Steine vom Herzen.

Bezirksliga 11

FC Nordkirchen – FC Epe

2:1 (1:1)

Sonst wäre der erst zehn Minuten zuvor eingewechselte Abwehrspieler wohl der Depp des Tages gewesen. Derjenige, der nach nur zwei Spieltagen womöglich für die Verlustpunkte vier und fünf verantwortlich gewesen wäre. Zur Erinnerung: In der vergangenen Saison waren es nach 30 Spieltagen gerade mal acht Punkte, die nicht auf Nordkirchens Konto gelandet waren.

Epes Spielertrainer Andre Hippers jedenfalls war nach dem Spiel aufgebracht, diskutierte mit dem Unparteiischen, auch wenn das nichts mehr brachte. „Da mache ich Nordkirchens Verteidiger auch gar keinen Vorwurf. Wenn sich die Beine irgendwann kreuzen, ist es nicht zu verteidigen und unvermeidbar, dass irgendwann ein Foul passiert. Wenn man dann kein Foul gibt... aber der Schiedsrichter gibt ja sogar Freistoß für Nordkirchen. Es ist ein klarer Elfmeter“, sagte Hippers nach den intensiven Minuten auf dem Nordkirchener Rasenplatz – und fügte hinzu: „Ein Unentschieden wäre auf jeden Fall drin gewesen.“


Dass es dazu nicht kam und der FC Nordkirchen nach dem verpatzten Auftakt in Stadtlohn (0:2) vor einer Woche den Saisonstart rettete, lag auch an Philipp Sandhowe. Nordkirchens Schlussmann parierte vor allem in Halbzeit zwei stark, als Nordkirchen ungewohnt tief stehend die Führung über die Zeit zu bringen versuchte. Sandhowe hielt etwa einen Schuss aus kurzer Distanz, nachdem FCN-Linksverteidiger Fernando Manfredi genau in den Fuß des heranlaufenden Gegenspielers geköpft hatte (55.). Und Sandhowe war auch zur Stelle, als Florian Fricke den Ball vertändelte (59.) – Epes dickste Gelegenheiten auf das zweite Tor.


Sandhowe sorgte somit auch dafür, dass sich die Chancenverwertung seiner Vorderleute nicht rächte. Nordkirchen hatte Riesenchancen, das Spiel schon in der ersten Halbzeit zu entschieden. Simon Mors vergab nach einem Befreiungsschlag (32.) die vielleicht beste Möglichkeit auf das 2:0. Zehn Minuten später versprang ihm der Ball nach einer schönen Vorarbeit von Benjamin Siegert. Und auch Torjäger Daniel Krüger hätte aus seiner Chance mehr machen können als den Lupfer, den Niklas Baumann in Epes Tor ablenkte – er übersah den besser postierten Lukas Mangels rechts neben ihm.

Am Ende war es dennoch Nordkirchens bester Stürmer der Vorsaison, der für die Entscheidung sorgte. Nach zwölf Minuten flankte Simon Mors auf Krüger, der ins kurze Eck einschob. Randnotiz: Ob der Ball vor Mors`Hereingabe im Aus war, ließ sich nicht klären.

Krüger holte nach einer Stunde auch den Freistoß selbst raus, den Daniel Berger dann mit links aus spitzem Winkel mustergültig auf den langen Krüger in den Strafraum hob. Das Kopfballtor war mustergültig. In Halbzeit zwei scheiterte dann noch Robin Schwick, der für viele überraschend nur auf der Bank saß, nach einem Solo über 50 Meter. Der Schuss flog knapp über die Latte.

„Heute hat die Saison für uns begonnen. Wir müssen einfach vier bis fünf Tore machen. Dann entscheiden wir das Spiel für uns klarer“, sagte Nordkirchens Trainer Issam Jaber.

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