Klaus Ruhoff: „Ich mache nicht einen auf Felix Magath“

SV Südkirchen

Klaus Ruhoff hat seine Arbeit beim SV Südkirchen aufgenommen. Der gebürtige Selmer spricht im Interview über Ziele und Taktik.

Südkirchen

, 18.07.2018, 16:09 Uhr / Lesedauer: 3 min
Trainer Klaus Ruhoff hat am Sonntag seine erste Einheit beim B-Ligisten SV Südkirchen geleitet. Um 12.30 Uhr war Feierabend.

Trainer Klaus Ruhoff hat am Sonntag seine erste Einheit beim B-Ligisten SV Südkirchen geleitet. Um 12.30 Uhr war Feierabend. © Reith

Klaus Ruhoff soll den Fußball-B-Ligisten SV Südkirchen zurück in obere Tabellenregionen führen. Am Sonntag begann der 57-jährige B-Lizenz-Inhaber seine Mission am Böckenbusch. Sportredakteur Sebastian Reith sprach nach der Auftakteinheit mit dem neuen Coach.

Südkirchen – eine neue Station für Sie, Herr Ruhoff. Wie war Ihr Eindruck von der Mannschaft jetzt nach der ersten Einheit?

Ich hatte bereits einen Einblick. Als es feststand, dass ich Trainer werde, war ich bei den restlichen Saisonspielen dabei. Ich habe auch schon Kontakt zur Mannschaft gehabt und hatte zu Jens Kalender und Stephan Kriesinger einen guten Draht. Ich wollte mir aber zunächst mein eigenes Bild machen. Es passt hier. Das Familiäre ist hier gut.

Jens Kalender ist geblieben. Jemand, der erfahren ist. Wie schätzen Sie die Mannschaft ein für die kommende Saison?

Ich schätze sie sehr hoch ein, wenn die Mannschaft mehr Struktur ins Spiel bringt. Wir haben wirklich viele, die von der ersten Minute bis zur letzten Gas geben. Aber da müssen wir mehr Struktur reinbringen und haben damit bereits angefangen. Mit Jens Kalender haben wir einen erfahrenen Spieler, der sich sofort auf Ansagen einstellt.

Was verstehen Sie unter mehr Struktur?

Die ersten 20 Minuten sind wir nicht auf dem Platz. Wir rennen auf den Platz und wundern uns, dass wir 0:2 zurückliegen und müssen dann das Spiel drehen. Das war in den letzten Spielen, die ich hier gesehen habe, öfter der Fall. Es muss also so sein, dass wir wissen, wie die Defensive zu stehen hat. Was wir machen, wenn wir Ballbesitz haben und was für ein Aufbauspiel wir haben. Wenn wir mal einen Ball verlieren, sollen nicht sechs Leute vorne stehen bleiben. Das Ganze muss von vorne bis hinten besser durch strukturiert werden.

Was heißt das taktisch? Sind Sie ein Freund von Dreier- oder Viererkette? Oder hat das in der B-Liga überhaupt nichts zu suchen?

Nein, im Gegenteil. Wir sind eine Mannschaft, die alles spielen kann. Man muss es nur trainieren. Als ich Fußballer war, war die Kette einfach nur eine Raumdeckung, die wir uns selbst beigebracht haben. Wir müssen den Spielern sagen, was Raumdeckung heißt: Überzahl, Unterzahl. Die Abwehr muss sich darauf einstellen. Das kann man in der B-Liga genauso wie in der A-Liga.

Also bevorzugen Sie eine Viererkette?

Nein, das kann ich so nicht sagen. Das weiß ich noch nicht.

Sie haben einige junge Spieler dazu bekommen. Wie würden Sie diese Truppe jetzt charakterisieren?

Als eine junge, wissbegierige Truppe. Was gesagt wird, versuchen die Spieler umzusetzen. Ich habe in vielen Stationen fragende Blicke bekommen, wenn ich Trainingseinheiten gemacht habe. Das dauerte zwei, drei Einheiten, weil ich ein Trainer bin, der immer wiederholt.

Wie sieht die Kapitänsfrage bei Ihnen aus: Macht das die Mannschaft oder bestimmen Sie das?

Das mache ich. Derjenige, der dann auf dem Platz steht, ist meine verlängerte Hand. Da reicht es mir nicht, wenn er den Mund nicht aufmachen kann.

Haben Sie bereits einen Kapitän ins Auge gefasst?

Nein, ich werde das kurz vor Saisonstart bekannt geben.

Und den Mannschaftrat?

Da finde ich, dass ältere Spieler, aber auch der eine oder andere jüngere, der langsam herangeführt werden soll, mich auf Fehler ansprechen. Ich habe Ilesanmi nicht nur als Co-Trainer ausgesucht. Ich wollte ihn auch auf dem Feld haben, weil er jünger ist und einen anderen Draht zur Mannschaft hat. Er wird die Spieler ansprechen. So kann man besser arbeiten.

War es eine Bedingung, als Sie angefangen haben, dass Sie Ilesanmi Ojo dazu bekommen?

Nein. Wir hatten eine gute Zeit. Als er verletzt war, habe ich ihm alles Gute gewünscht und danach waren wir wieder im Kontakt.

Wie hart wird es in der Vorbereitung noch für die Truppe?

Ich bin kein Trainer, der einen auf Felix Magath macht. Wir müssen arbeiten und schauen auf die Einstellung der Mannschaft. Man kann nicht alle auf den gleichen Punkt oder auf das gleiche Level bringen. Da gibt es unterschiedliche Konstellationen. Da muss jeder wissen, wo er sich sieht. Ich gebe etwas vor und dann liegt es in der Eigenverantwortung.

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