Konsequenz aus Massenschlägerei: Stadt droht Problemvereinen, den Sportplatz wegzunehmen

mlzFußballgewalt

Die Stadt Recklinghausen signalisiert Bereitschaft, im Falle von Gewalteskalationen von einem Entzug des Nutzungsrechts städtischer Plätze Gebrauch zu machen. In Vinnum begrüßt man das.

Vinnum

, 17.10.2019, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Recklinghausen hat beim Runden Tisch am Freitag zu Gewalt im Amateurfußball mit einer Ankündigung für Furore gesorgt: Vertreter der Stadt kündigten an, Klubs mit einem Entzug der Nutzungsrechte für städtische Sportanlagen bestrafen zu können - wenn sie auffällig sind.

Michael Asemann, Geschäftsführer von Westfalia Vinnum, hob im Gespräch mit der Redaktion am Anfang der Woche die Stadt Recklinghausen lobend hervor. „Die Stadt ist deutlich weitergegangen, als es der Kreis tun wollte“, sagte Asemann, „sie hat klar gesagt, dass sie sich bei solchen Gewalttaten nicht davor scheut, den Mannschaften und Vereinen das Nutzungsrecht städtischer Sportanlagen zu entziehen.“

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Asemann war als Vertreter des Fußball-Kreisligisten zum Runden Tisch nach Recklinghausen entsandt worden. Den Runden Tisch hatte der Fußballkreis infolge der Massenschlägerei in Vinnum am 15. September mit acht Verletzten einberufen. Anwesend waren außerdem Trainer und Funktionäre von 15 Vereinen der Kreisliga A2, ein Mitglied des Verbandspräsidiums und der Fußballkreisvorstand.

Hans-Otto Matthey begrüßt die Ankündigung der Stadt

Auch Hans-Otto Matthey, Vorsitzender des Fußballkreises Recklinghausen, bestätigte und begrüßte die getätigte Aussage: „Die Stadt hat Flagge gezeigt und angekündigt, ob man nicht überlegen müsste, diesen Vereinen die Sportanlage wegzunehmen.“

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Verantwortlich für die Aussage war Sportamtsleiter Werner Metz, der die Stadt Recklinghausen beim Runden Tisch vertrat. Hermann Böckmann, Pressesprecher der Stadt Recklinghausen, teilte auf Nachfrage mit, dass die Stadt „intensiv prüfen“ kann, ob sie einem Sportverein die Nutzung für einen Platz entzieht, wenn sich Fälle gewalttätiger Auseinandersetzungen häufen. Konkrete Überlegungen oder Verfahren gebe es derzeit allerdings nicht. „Das heißt nicht, dass der SV Herta damit rechnen muss, dass wir die Sportanlage morgen abschließen“, sagte Böckmann.

Stadt Recklinghausen ist Eigentümer der Sportanlagen

Aber als Sanktionsmittel kann die Stadt im äußersten Fall als Eigentümer wohl zu solchen Maßnahmen greifen. Bevor ein Sportstättennutzungsrecht entzogen würde, müsste Böckmann zufolge auch eine rechtliche Prüfung erfolgen. In Recklinghausen entscheidet eine Sportstättenvergabekommission, wer wann auf welchem Sportplatz trainieren und spielen darf. Nach Angaben auf der Homepage der Stadt Recklinghausen gibt es in der Stadt 14 Rasenplätze, 13 Ascheplätze und 3 Kunstrasenplätze, die sich die 13 Fußballvereine und weitere Sportvereine teilen.

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