Martin Ritz macht deutlich: „Es läuft beschissen“

Trainer über Capeller Vorbereitung

Spielermangel, eine katastrophale Vorbereitung und ein Rückrundenstart, der viel zu früh kommt: Fußball-Kreisligist SC Capelle geht unter unangenehmen Voraussetzungen in das erste Spiel nach der Winterpause. Das könnte am Saisonende in eine unangenehme Überraschung münden.

CAPELLE

, 16.02.2016, 18:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Martin Ritz‘ kritischer Blick hat einen Grund: Capelle hat Personalnot und die Vorbereitung lief mit vielen Ausfällen und Testspielniederlagen nicht so, wie er sich das gewünscht hat. Am Sonntag spielt Capelle gegen Hiltrups zweite Mannschaft.

Martin Ritz‘ kritischer Blick hat einen Grund: Capelle hat Personalnot und die Vorbereitung lief mit vielen Ausfällen und Testspielniederlagen nicht so, wie er sich das gewünscht hat. Am Sonntag spielt Capelle gegen Hiltrups zweite Mannschaft.

"Es läuft beschissen", sagte Martin Ritz ganz deutlich. Der Trainer des SC Capelle nimmt bei der derzeitigen Situation des Münsteraner Fußball-A2-Kreisligisten kein Blatt vor den Mund und spricht die Dinge offen an: "Es fing ja mit dem Davertpokal schon an." Damals verletzte sich Fabian Steinhoff, dessen Blessuren noch nicht wieder weg sind.

Zum Capeller Lazarett gesellten sich Woche für Woche mehr Spieler. Capelles 20er-Kader ist auf einen kleinen Kreis einsatzfähiger Leute zusammengeschrumpft. Torwart Lukas Schulze Kersting muss mit Knieproblemen pausieren. Rückkehrer Marius Artinger laboriert an Fußproblemen. "Wir hoffen nicht, dass das am Ende ein Ermüdungsbruch ist", erklärte Ritz. Felix Nölken hat Knieprobleme. Max Cilien schied bei der 2:3-Testspielniederlage gegen Ascheberg II am vergangenen Sonntag früh aus.

Grippewelle grassiert

Und dann grassierte auch noch die Grippewelle im Capeller Lager: Es erwischte Andreas Winkler, Toralf Streppel, Fabrizio Pate und Sven Kroner. "Ich habe riesengroße Baustellen", sagte Ritz am Montag. Riesengroß ist dabei noch ein milder Ausdruck. "Ich konnte nicht einmal die Mannschaft spielen lassen, die am Sonntag beginnen soll", sagte Ritz.

Nicht nur das Spiel gegen den Landesligisten SV Herbern war ausgefallen. Und wenn Testspiele zustande kamen, verlor Capelle sie. Dem blamablen 3:11 gegen den Bezirksligisten FC Nordkirchen folgte ein 1:2 gegen Vinnum. Schließlich unterlag Capelle auch noch gegen den klassentieferen B-Ligisten TuS Ascheberg II. "Das ist alles nicht tragisch", sagte Ritz und misst den Spielen keinen großen Stellenwert bei.

Selbstvertrauen haben sich die Capeller in diesen Partien aber auch nicht geholt - und das könnten die Fußballer an der Gorfeldstraße eigentlich gut gebrauchen, um sich schnellstmöglich aus dem Abstiegskampf zu verabschieden. 17 Punkte haben die Capeller aktuell auf dem Konto. Damit bewegt sich die Ritz-Elf im engen unteren Mittelfeld der Liga zwischen dem Achten BSV Roxel II (20 Punkte) und dem 13. TuS Hiltrup II (16 Punkte). Havixbeck (12 Punkte) steht etwas dahinter.

Davensberg (3 Punkte) und die bereits zurückgezogenen Südkirchener stehen derzeit auf den Abstiegsrängen. Doch genau diese Abstiegszone könnte sich noch vergrößern, erläuterte Staffelleiter Helmut Thihatmar. Der Grund: In den Bezirksligen stehen derzeit drei Vereine aus dem Kreis Münster auf Abstiegsplätzen: Greven, Wacker Mecklenbeck und Sassenberg. Stellt der Kreis nur einen Aufsteiger, würde bei der derzeitigen Tabellenkonstellation der 14. Havixbeck ein Entscheidungsspiel über den Abstieg mit dem 14. der Staffel A1 austragen müssen - und dann wäre der Relegationsplatz nur noch fünf Punkte entfernt.

"Dass wir im Abstiegskampf stecken, habe ich der Mannschaft auch gesagt", sagte Martin Ritz. Ärgerlich ist daher, dass der Spielplan gleich direkte Konkurrenten für Capelle vorsieht: Hiltrup II am kommenden Sonntag, Roxel II und Davensberg. "Wie ich die Truppe kennengelernt habe, kann sie sich zusammenreißen", sagte Ritz. Drei Niederlagen zum Auftakt - und die Nervosität in Capelle wäre vorprogrammiert.

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