„In Olfen wird Karneval noch richtig gelebt“

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Michael Krajczy trainiert Fußball-Kreisligist SuS Olfen im zweiten Jahr. Im Vorjahr war der Krankenstand nach Karneval auf dem Höchststand. Verbote für die Spieler gibt es aber nicht.

Olfen

, 04.03.2019, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Krajczy passt im Interview gut auf, was er sagt. Man lebt gefährlich, wenn man sich in Olfen gegen Karneval ausspricht. Der Fußballtrainer des SuS Olfen weiß das. Und deswegen wählt der 49-Jährige im Interview mit Sportredakteur Sebastian Reith auch diplomatische Worte und zeigt Verständnis, obwohl er selbst kein Karnevalist ist.

Herr Krajczy, Sie kommen aus Recklinghausen - ist das auch eine Karnevalshochburg?

Ja, in Recklinghausen wird auch gut gefeiert. Es gibt auch einen Umzug. Da geht es ziemlich ab.

Und Sie mittendrin?

Nein, ich habe kein Kostüm und bin kein wirklicher Karnevalist. Das ist auch gut. Dann sehe ich in Olfen nicht alles.

Wie haben Sie denn trainieren lassen?

Donnerstag hatten wir Training. Das wollte die Mannschaft auch. Freitag gab es dann ein Spaßtraining mit Kostümen. Das ist eine Spaßveranstaltung, die die Mannschaft selbst organisiert. Ich war aber auch nicht dabei. Mittwoch haben wir dann wieder ein Training angesetzt. Das wird erfahrungsgemäß eine Bestandsaufnahme. Mal gucken, wer da ist.

Welche Schwierigkeiten hat man als Trainer einer Mannschaft in der fünften Jahreszeit?

Letztes Jahr hat es uns durch die Krankheitswelle böse erwischt. Es gab sieben oder acht Spieler, die flachlagen. Wir hatten vorher eine gute Vorbereitung gespielt. Dann hat es uns gut zerlegt. Man hofft da als Trainer nur.

Haben Sie als Trainer Verständnis dafür?

In Olfen wird Karneval noch richtig gelebt. Die Mannschaft gibt sich mit den Kostümen viel Mühe. Bei meinem Amtsantritt bin ich von mehreren Seiten schon darauf hingewiesen worden. Es gehört einfach zu. Olfen ist eine Hochburg. Was willst du da als Trainer machen? Du kannst nur hoffen.

Geben Sie Ihren Spielern Regeln für das Karnevalswochenende mit an die Hand?

Nein, da sind wir an dem Punkt, wo wir die Kirche mal im Dorf lassen müssen. Ich kann mich nicht vor die Mannschaft stellen und sagen, was sie darf und was nicht. Wir spielen in der Kreisliga A. Und die gemeinsamen Aktionen fördern die Gemeinschaft. Natürlich sage ich den Jungs, dass sie sich mal eine Jacke überziehen sollten und nicht so viel trinken sollten, aber ich will ihnen nichts vorschreiben. Ich als Trainer muss da nur mit umgehen können.

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