Müssen Schiris ihre Einnahmen versteuern?

Fußball

NORDKIRCHEN 13 Euro pauschal, plus 30 Cent Kilometergeld - mehr kriegt der Schiedsrichter nicht für ein Spiel in der Fußball-Kreisliga. Das liegt nicht nur weit unter einem Mindestlohn - das müssen viele Referees auch noch versteuern. Fakten, die den Schiedsrichtern im Kreis Lüdinghausen sauer aufstoßen.

08.10.2009, 14:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Müssen Schiris ihre Einnahmen versteuern?

Müssen Fußball-Schiedsrichter in Zukunft ihre Einkünfte aus dem Sport generell versteuern? Was können sie absetzen oder als Werbungskosten beim Finanzamt geltend machen? Damit beschäftigten sich die Referees des Fußballkreises Lüdinghausen bei einem Lehrabend in Nordkirchen.

Als Fachmann hatte der Schiedsrichterausschuss den Lüdinghauser Steuerberater Werner Moos eingeladen. Er beriet schon den Westfälischen Verband bei Steuer und Buchführung.Freigrenze von 256 Euro, Freibetrag von 500 Euro

Ein Rundschreiben des Verbandes hatte für Unruhe und Unverständnis unter den Schiedsrichtern gesorgt. Um Spiele in den Fußballkreisen Recklinghausen oder Unna/Hamm zu leiten, sind sie häufig vier Stunden oder mehr für ihre ehrenamtliche Tätigkeit unterwegs.

Der Fachmann erklärte: Ein Schiedsrichter ist kein Arbeitnehmer eines Vereins oder Verbandes ist, muss das Geld also selbst versteuern und in der Einkommensteuererklärung im Formular für sonstige Tätigkeiten eintragen. Die Freigrenze beträgt 256 Euro im Jahr. Der Übungsleiter-Freibetrag von 2100 Euro gelte nicht, dafür aber der Ehrenamtsfreibetrag von 500 Euro.

"Abweichend von diesem Ehrenamts-Freibetrag können die tatsächlich nachgewiesenen Kosten geltend gemacht werden", erklärte der Steuerexperte. "Darüber ist aber ein genauer Nachweis erforderlich. Dazu können Fahrtkosten zu den Spielen, Lehrabenden, Lehrgängen, aber auch Aufwendungen an Kleidung, Schuhen oder der Besuch des Fitnesscenters, um konditionell auf der Höhe zu bleiben, zählen."

Soll das Finanzamt den Kilometerstand kontrollieren? Moos schlug vor, dass diejenigen, die viel mit dem eigenen Pkw für den Sport unterwegs sind, am Jahresanfang und -ende den Kilometerstand beim Finanzamt kontrollieren lassen. Die für den Sport anteiligen Kosten seien dann absetzbar.

"Absolute Ehrlichkeit kann wirklich nicht verkehrt sein", sagte Karl-Heinz Schulze Schiedsrichter-Obmann im Kreis Lüdinghausen. Wen ein schlechtes Gewissen plage, dem riet Werner Moos zur Selbstanzeige beim Finanzamt, um Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren.

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