Nach Rauswurf durch das LAFP: Sportgruppen stehen auf der Straße

mlzLAFP

Rechnet man die Stundenzahlen zusammen, die der PSV Bork mit diversen Sportgruppen am LAFP verbrachte, wird deutlich, wie schwierig es werden dürfte, alle Sportler in der Schulsporthalle unterzubekommen.

Bork

, 01.09.2020, 06:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es kam für viele Sportler recht plötzlich und kurz nachdem sie sich gerade erst wieder auf die Rückkehr in die Sporthallen gefreut hatten oder teilweise schon wieder im Training waren: Das LAFP untersagte vergangene Woche die Nutzung der Sportstätten durch Dritte. Für viele Sportgruppen bedeutet das den Wegfall ihrer Trainingsmöglichkeiten. Ab sofort.

Besonders hart hat es die größte Abteilung im PSV, die Handballabteilung, getroffen. Zwölf Stunden hatten die PSV-Handballer jede Woche in der LAFP-Sporthalle verbracht. Das mache 60 Prozent der Hallenzeiten aus, sagte Jugendwart Rüdiger Oppermann, der die Abteilung aktuell kommissarisch führt. „Die Spiele finden glücklicherweise in der Schulsporthalle statt“, sagte Oppermann. Hier ist also keine Beeinträchtigung zu erwarten.

Zahlreiche Jugendteams trainierten in den LAFP-Räumen

Doch Erwachsene wie Jugendteams der über 100 Mitglieder großen Abteilung spüren die Auswirkungen im Trainingsbereich. Die weibliche B-Jugend hatte montags in der Halle trainiert, die weibliche und männliche C-Jugend am Dienstag. Donnerstags war der Haupttag der Handballer in der LAFP-Halle: ab 16 Uhr die gemischte E-Jugend, ab 17.30 Uhr die gemischte D-Jugend. Am Abend trainierten noch die C-Jungs und die Senioren nacheinander bis 21.30 Uhr. Freitags waren dann noch die C-Mädchen und die A-Jugend in der Halle.

Jetzt lesen

Oppermann weiß nicht, wo er die nun weggebrochenen Zeiten unterbringen soll und macht sich Sorgen um die Zukunft der Abteilung. „Wenn ich mit einigen Mannschaften nur einmal pro Woche Training machen kann...“, sagte er, könnten die Kinder irgendwann ausbleiben oder zu anderen Vereinen wechseln. Konkurrenzfähigkeit sieht jedenfalls anders aus.

Die Maßnahmen erreichten die PSV-Jugendlichen übrigens direkt vor dem Saisonauftakt, dem ersten Wochenende mit Qualifikationsspielen für die Liga.

Ju-Jutsu, Reha-Sport und Fitness müssen sogar komplett umziehen

Die Ju-Jutsu-Abteilung des PSV Bork erwischt das Aussetzen der Trainingsmöglichkeiten sogar mit voller Breitseite. Ihren Dojo, den Trainingsraum für Kampfkünste am LAFP, nutzten die PSV-Kampfsportler für alle sechs Einheiten, die acht Stunden umfassten.

„Der Gesamtvorstand hat uns informiert, dass wir alternative Zeiten bekommen, natürlich keine drei Termine für Kinder und Erwachsene, sondern wahrscheinlich nur jeweils einen Termin“, sagte Abteilungsleiter Friedhelm Beck, der den Vorstand für seinen Einsatz lobte.

Jetzt lesen

Am LAFP fand Beck gute Bedingungen vor. Der Judoraum der Polizei ist komplett mit Matten ausgelegt, „was ideal war.“ Allerdings kämen die Sportler auch damit zurecht, selbst Matten auszulegen, und die Trainer seien für Alternativtraining geschult. Equipment konnte die Abteilung am LAFP außerdem nicht lagern und brachte es immer mit. Die Abteilung ist 50 Sportler stark, die Hälfte davon sind Jugendliche.

Und auch die Reha-Sport-Abteilung war komplett am LAFP zu Hause. Die Herzsportgruppe, der Reha-Sport für Frauen und eine Gruppe für Senioren können nun nicht mehr am LAFP trainieren. Das Gleiche gilt für die Abteilung Fitness und Gesundheit. Sie bot die Kurse „Funktionsgymnastik und Hallenspiele für Männer“ und „Wirbelsäulengymnastik, Entspannung und Körperwahrnehmung“ an.

Badminton-Abteilung wird wohl zusammenrücken müssen

Die große Badminton-Abteilung war hauptsächlich in der Schulsporthalle untergebracht. Sie war nur montags mit einer Hobbygruppe in der Halle, wie Abteilungsleiter Andreas Buschjost bestätigte. Diese Spieler auf die anderen Trainingszeiten aufzuteilen, sei das geringste Problem. „Es bedeutet für uns wie für jede Abteilung, dass wir zusammenrücken und es auch zu Kürzungen im Allgemeinen kommen kann. Zu anderen Zeiten wird es dann voller. Klar ist, dass wir Zeiten abgeben müssen“, sagte Buschjost.

Jetzt lesen

Die Volleyball-Abteilung hatte ihre einzige Hallenzeit am LAFP. Die Sportschützen hatten einmal pro Monat Großkaliber auf dem Schießstand des LAFP geschossen. Für das Jahr 2020 sieht Abteilungsleiter Bernhard Köppeler kaum Chancen auf eine Rückkehr.

Auch die angeschlossenen Modellflieger, die Luftsportgruppe Silbermöwe, vereinbarten in den Wintermonaten mehrere sogenannte „Hallenfliegen“, meistens sonntags in der LAFP-Halle.

Die Fußballer, die ein eigenständiger Verein sind und nicht zum 600 Mitglieder großen Hauptverein gehören, hatten die Halle immer montags genutzt. Die Redaktion hat ausgerechnet: 33 Stunden machte die Belegung der LAFP-Räumlichkeiten (ohne Schwimmbad) bislang aus. Diese muss der Verein nun irgendwie umverteilen - der PSV steht vor einer Herkulesaufgabe.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt