Norbert Hanning träumt von der Bezirksliga mit der SG Selm: „Warum denn nicht?“

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Mit den Neuzugängen peilt die SG Selm wieder Platzierungen weiter oben in der Tabelle an. Norbert Hanning hält den Kader für viel zu stark für den Abstiegskampf und sagt das auch ohne zu umschweifen.

Selm

, 26.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Norbert Hanning ist bekannt für markige Sprüche und Kampfansagen. Als die SG Selm 2018 den Gang in die Fußball-Kreisliga B antreten musste, schwor der Sportchef, dass die SG wieder auferstehen wird. Ein Jahr später war sie zurück in der Kreisliga A. Hanning hatte Recht behalten. Jetzt will er weiter nach oben.

Schon seit Jahren hofft die Stadt mal wieder auf überkreislichen Fußball. Am ehesten ist der Sprung in der kommenden Saison vielleicht den A-Liga-Fußballern der SG Selm zuzutrauen. Norbert Hanning machte am Rande der Vorstellung von Stürmer Sebastian Kramzik und Linksfuß Marius Schade jedenfalls schon einmal deutlich, dass die Blicke bei den Grün-Weißen wieder nur noch nach oben gehen.

Sebastian Kramzik war einst Torgarant für den Selmern.

Sebastian Kramzik war einst Torgarant für den Selmern. © Reith

„Die Tendenz muss ganz klar nach oben gehen. Wir haben keinen schlechten Kader und uns mit den Leuten gut ergänzt, die wir haben wollten. Ich gehe davon aus, dass wir in der kommenden Saison unseren Zielen und Wünschen näher kommen“, sagte Hanning - und die liegen mittelfristig wieder ohne Wenn und Aber in der Bezirksliga.

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Daniel Heitmann, Trainer des Ligakonkurrenten SV Herbern II, hat unter anderem auch die Selmer für die kommende Saison bereits auf dem Zettel: „Ich denke, dass Selm sich sicherlich noch gut verstärken wird. Und Mecklenbeck war ja in der vergangenen Saison schon sehr stark, die sind natürlich auch jetzt nicht zu unterschätzen.“

Verbandsligareife Anlage am Sandforter Weg

Norbert Hanning will da gar nicht widersprechen: „Wenn Herbern II uns da oben sieht, bin ich selbstbewusst genug zu sagen: Warum denn nicht? Wir haben eine Sportanlage, die verbandsligareif ist. Wir sind zwischenmenschlich gut aufgestellt, haben einen funktionierenden Vorstand und werden uns nicht verstecken.“ Die SG sieht er keinesfalls schlechter als andere Vereine. „Wenn der SV Herbern mit dem großen Kader in der Landesliga vier bis fünf Mann runtergibt, dann sollen die erstmal kommen! Da habe ich gar keine Angst vor. Wir werden zeigen, was wir können“, sagte Hanning.

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Hanning weiß dabei auch das Umfeld hinter sich. „Keiner wird sich sträuben, den Weg zu gehen. Das wollen hier alle! Alle wollen, dass Selm sich dahin spielt, schießt oder bombt, wo es mal vor 30 oder 40 Jahren war. Die Kreisliga A muss nicht unser Ziel bleiben, aber nicht mit Biegen und Brechen und finanziellen Mitteln, sondern mit Kameradschaft.“

Hanning: „Ich sehe uns nicht als graue Maus im Kreis Münster!“

Eine Stadt mit fast 30.000 Einwohner müsste in der Lage sein, einen Bezirksligisten zu stellen. „Warum soll die SG Selm nicht den Anspruch haben und den nach außen auch äußern? Ich sehe uns nicht als graue Maus im Kreis Münster. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, werden wir für die eine oder andere Überraschung gut sein - nicht für die negative, sondern die positive Überraschung!“

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Vor allem der Angriff könnte bei Fußball-Kreisligist SG Selm in der kommenden Saison das Prunkstück werden. Denn auf offensiven Positionen hat der Tabellenzehnte der abgebrochenen Saison kräftig nachgelegt, um etwas gegen die Torflaute (nur 27 Treffer) zu tun.

In Sebastian Kramzik hat die SG jetzt auch wieder einen klassischen Strafraumstürmer. Mittelstürmer wie Jan Rabitsch oder den flexiblen Alexander Schwegler, der auch auf Außen oder hinter den Spitzen spielen kann, machen das Zentrum breit aufgestellt und weniger anfällig bei Ausfällen.

Julian Wilhelm wechselte in der Winterpause zur SG Selm.

Julian Wilhelm wechselte in der Winterpause zur SG Selm. © Jura Weitzel

Nie wieder Abstiegskampf in der Kreisliga A

In der Winterpause waren bereits Julian Wilhelm vom SuS Olfen und Rene Schickentanz vom PSV Bork dazugekommen, die aufgrund der Corona-Krise bisher kaum Einsatzzeiten hatten. Und ebenfalls wieder im Kader ist nach Kreuzband-Verletzung Daniel Ulrich. Er war 2018/19 Topscorer bei der SG. Und dann sind da ja auch noch Niklas Neumann, Dimitri Rutkovski und weitere Akteure für das offensive Mittelfeld.

Rene Schickentanz kam in der Winterpause aus Bork nach Selm.

Rene Schickentanz kam in der Winterpause aus Bork nach Selm. © Jura Weitzel

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„Wir haben gut reagiert. Auf keinen Fall werden wir nach unten schauen. Selbstverständlich fängt die Tabelle bei null an. Aber wir sprechen nicht Leute an, um die Klasse zu halten, sondern um uns zu verbessern. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir mit dem Kader unter die letzten Drei rutschen. Das wäre genau so wahrscheinlich, als wenn ich mich gleich auf das Fahrrad setze und mir fliegt ein Schneeball vor den Kopf“, sagte Hanning bei schwülwarmen 25 Grad Celsius auf der Terrasse der SG Selm. „Dafür“, findet Hanning, „sind wir einfach zu gut aufgestellt.“

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