Nordkirchen hinkt eigenen Ansprüchen hinterher

Fußball: Bezirksliga

Der FC Nordkirchen ist in der Fußball-Bezirksliga 8 vielleicht die Enttäuschung der bisherigen Saison. Ambitioniert angetreten, sind die Nordkirchener nach mäßigem Beginn in der zweiten Hälfte der Hinrunde in den Tabellenkeller gerutscht. Wir ziehen ein Zwischenbilanz.

NORDKIRCHEN

, 28.12.2016, 11:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Peter Wongrowitz muss mit Nordkirchen in der Tabelle ein paar Plätze nach oben klettern.

Peter Wongrowitz muss mit Nordkirchen in der Tabelle ein paar Plätze nach oben klettern.

Die Saison: ... ist bisher eine große Enttäuschung. Mit nur 19 Punkten aus 17 Spielen ist Nordkirchen am letzten Spieltag vor der Winterpause noch auf einen Abstiegsplatz gerutscht. „Aufgrund der Tabellensituation kann die Zwischenbilanz nicht positiv ausfallen. Das wäre Quatsch. Wir wollen ja nichts schönreden“, sagte Trainer Peter Wongrowitz.

Bis zum zehnten Spieltag lag Nordkirchen noch in einem Gleichgewicht aus fünf Pleiten und fünf Siegen – dann kippte die Bilanz mit vier Niederlagen in Folge. Doch Wongrowitz wäre nicht Wongrowitz, würde er nicht den Ausweg aus der Lage suchen. „Es gibt von den Punkten her acht bis zehn Mannschaften, die um zwei Abstiegsplätze kämpfen“, sagte er. Husen-Kurl ist abgeschlagener Letzter und plant schon für die Kreisliga, doch davor sind mindestens zehn Teams bedroht. Ascheberg als 15. und den FC Roj als Sechsten trennen elf Punkte.

Der Trend: Der Pfeil zeigt unter Neu-Trainer Peter Wongrowitz, der im Sommer übernahm, klar nach unten. So schlecht war Nordkirchen seit dem Aufstieg vor sechs Jahren noch nie. Bislang war der schlechteste Tabellenplatz Rang elf – aber nur am Anfang einer Saison. Später pendelte sich Nordkirchen immer in der oberen Hälfte oder der Spitzengruppe ein.

Dabei war der Verein mit so viel Euphorie in die Saison gestartet – und wurde auch als Mitfavorit genannt. Anspruch und Wirklichkeit drifteten während der Saison aber immer weiter auseinander. Denn auch in der Saison verbesserte sich der Klub spielerisch nicht, ganz im Gegenteil.

Gewinner der Hinrunde: Bülent Gündüz drückt dem Spiel seinen Stempel auf. Er ist der Neuzugang, der heraussticht, es alleine aber auch nicht richten kann. Das lag auch daran, dass nicht alle Neuzugänge einschlugen. 13 Neuverpflichtungen präsentierte der FCN im Sommer. Kapitän Florian Fricke, Abwehrspieler Julien Dal Canton und Torhüter Robin Sonntag zählten zu den positiven Erscheinungen. „Die Neuzugänge haben leider nicht alle gezündet. Das muss man klar so sagen“, erklärte Wongrowitz, der hinzufügte: „Die Karten müssen jetzt neu gemischt werden. Jeder hat die Chance, sich zu zeigen. Jetzt muss es mal knallen. Jeder muss in die Waagschale werfen, was er kann.“

Baustellen: Peter Wongrowitz hat an seine großen Erfolge mit Borussia Dortmunds B-Jugend in den 1990er-Jahren (dreimal Deutscher Meister) noch nicht angeknüpft. Seine Spieler setzen oft noch nicht um, was er fordert.

Auch wenn sein Vorgänger Heiko Ueding aus einem kleineren Kader mehr Punkte herausholte, sieht Wongrowitz die Verletzten wie Tobias Temmann, Marcel Tönning und Dalibor Mikuljanac als Hauptursache dafür, dass der Fußballlehrer noch keinen Spielstil etablieren konnte. Zwölf Spieler hat er in 17 Spielen schon in der Viererkette spielen lassen. Anfangs experimentierte er viel, später war die Aufstellung aus der Not geboren. „Wir schießen zu wenige Tore und kassieren zu viele“, sagte Wongrowitz. Doch auch mit der Trainingsbeteiligung war der FC-Coach schon unzufrieden. „Jeder muss wissen, dass die Stunde geschlagen hat. Die Eitelkeiten muss man mal beiseiteschieben“, forderte er.

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