Olfener kämpfen und stellen sich Fragen

Fußball: Bezirksliga

Norbert Sander gab sich nach der Niederlage gegen den VfB Hüls am Sonntag kämpferisch: "Kein Gegner hat es geschafft, uns die Moral und den Willen zu nehmen." Krisensitzungen seien nicht nötig, auch wenn sich das Gespräch mit der Mannschaft in der Kabine diesmal anders anfühlte.

OLFEN

, 24.10.2016, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sören Neugebauer (r.) ist so ein Beispiel für die Spielweise beim SuS Olfen: Er ist schnell, spielt mit hohem körperlichen Einsatz und muss trotz seines jungen Alters fast immer spielen. Spieler wie er brauchen eine Pause, meint Norbert Sander.

Sören Neugebauer (r.) ist so ein Beispiel für die Spielweise beim SuS Olfen: Er ist schnell, spielt mit hohem körperlichen Einsatz und muss trotz seines jungen Alters fast immer spielen. Spieler wie er brauchen eine Pause, meint Norbert Sander.

"Wir haben noch lange zusammengesessen", erzählte Norbert Sander einen Tag nach der Partie. Als er in die Kabine kam, hätten sich Spieler entschuldigt und gesagt, dass einfach nicht mehr ging gegen den VfB Hüls. "Da hatte ich noch gar nichts gesagt. Aber das erkenne ich auch", so Sander, der seine Spieler beruhigte und sie ebenfalls um Rat bat: "Sagt mir, wo ich ansetzen könnte." Sander erklärte, dass er sich selber auch hinterfragen müsse. "Wenn ich es nicht tue, kann ich es von den Spielern auch nicht verlangen. Aber solange wir in den Spiegel gucken und die Frage, ob wir alles gegeben haben, positiv beantworten können, können wir ein reines Gewissen haben."

Bitter: Die Niederlage gegen den VfB Hüls war die zweite 3:4-Pleite des Fußball-Bezirksligisten SuS Olfen gegen eine Mannschaft aus der Stadt Marl hintereinander. Bereits eine Woche zuvor unterlag der SuS gegen den Ortsnachbarn TSV Marl-Hüls II.

"Wir spielen ja nicht schlecht, aber es war einfach nicht ausreichend", sagte Sander, der sich für das Training "eine Woche ohne Hiobsbotschaften" mit Blick auf das Kellerduell gegen den Drittletzten Erkenschwick II am Sonntag wünscht. Das Spiel dürfte richtungsweisend werden. Das sieht auch Sander so: "Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel. Das wissen alle." Aber: "Bei uns lässt sich keiner verrückt machen."

Fest steht, dass Andre Zolda bis zum Winter wieder in Sanders Kader steht. Überraschend gab er sein Comeback am Sonntag. Die Luft reichte aber nur für eine Stunde. "Es ist Wahnsinn, was er leistet", sagte Sander. Zolda war im Sommer als Spieler zurückgetreten. "Ich bleibe erstmal bis zur Winterpause und natürlich auch, bis sich die Personallage verbessert", sagte er. Den Rücktritt vom Rücktritt habe er selbst dem alten Verein angeboten. Sechs Spiele kann Sander also auf seinen quirligen Mittelfeldspieler zählen. "Dann müssen wir die Köpfe zusammenstecken", sagte Sander, der betonte, dass Zolda nicht nur die berufliche Einschränkung hat, sondern immer noch mit Platte im Fuß spielt.

Aber: Zolda ist eine Alternative, vor allem, um die jungen Spieler zu schonen. "Die brauchen dringend eine Pause", sagte Sander. Allein deshalb brachte er mit Marvin Böttcher, Michael Karwot und Andre Zolda drei Spieler, die nach Pausen nur zweimal trainiert hatten. "Diesen Spagat müssen wir hinkriegen", sagte Sander. Alle Energie gilt jetzt dem Erkenschwick-Spiel.

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