PSV Bork setzt gegen den Königsborner SV seine 37-jährige „Geheimwaffe“ ein

mlzFußball-Kreisliga B

Das Spiel in der Fußball-Kreisliga B gegen den Königsborner SV II ging für den PSV Bork klar verloren. Trainer Sanmi Ojo ärgerte sich sehr darüber. Einen Spieler nahm er aber von der Kritik aus.

Bork

, 23.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der 1:6 (0:2)-Niederlage gegen den Königsborner SV II war Sanmi Ojo bedient. Zwar verlor sein PSV Bork gegen den Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga B, den Trainer brachte die Art und Weise aber derart auf die Palme, dass er sich direkt nach Spielschluss ins Auto setzte und nach Hause fuhr, ohne in der Kabine gewesen zu sein.

Auch Tage nach dem Spiel wurmte Ojo die Niederlage noch, wenn er sich auch deutlich beruhigt hatte. Vielmehr ging es für den PSV-Trainer darum, das Spiel aufzuarbeiten. Der Ärger auf seine Mannschaft (und sich als spielender Trainer auch selbst) war aber wohl groß gewesen.

Sanmi Ojo nimmt Benedikt Sträter von der Kritik aus

Aber nicht auf auf alle: Ausgenommen von der Kritik wollte Ojo ausdrücklich Benedikt Sträter wissen, denn Sträter war überhaupt nicht für eine Einsatz eingeplant gewesen. Die Aufgaben Sträters liegen nämlich anderswo: Er ist stellvertretender Vereins-Vorsitzender und eigentlich nur noch für die Altherrenmannschaft am Ball.

Benedikt Sträter half in der ersten Mannschaft aus.

Benedikt Sträter half in der ersten Mannschaft aus. © Sebastian Reith (A)

Dennoch wurde der 37-Jährige in der 70. Minute für Peter Rosengart eingewechselt. Beim Stand von 1:4 war das Spiel faktisch schon verloren und der PSV musste sogar noch zwei weitere Gegentore schlucken, dennoch befand Ojo: „Benni hat seine Sache gut gemacht.“

Sträter selbst wollte nicht viel über seinen Einsatz sprechen, gab sich, konfrontiert mit dem Lob des Trainers, bescheiden: „Mir hat es viel Spaß gemacht. Die Mannschaft hat viele tolle Charaktere. Da ist es mir leichtgefallen, mich einzufinden.“

Der Einsatz kommt zufällig zustande

Dass es zum Einsatz Sträters kam, ist vor allem dem Zufall geschuldet. Der 37-Jährige hatte ein Training bei den Alten Herren verpasst und wollte die Einheit unbedingt nachholen. Also ging er zum Training der ersten Mannschaft. „Dann viel ein Spieler nach dem anderen aus“, erzählt Ojo. „Also habe ich ihn in den Kader genommen.“

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Als Notnagel will Ojo Sträter aber nicht verstanden wissen. Zwar sagt der PSV-Trainer: „Er ist sicher nicht der Schnellste“, so Ojo, „aber der Wille ist da. Wenn Benni spielt, dann gibt er 120 Prozent. Mit diesem Einsatz genießt er einen hohen Stellenwert in allen Mannschaften, in denen er aufläuft. Benni ist unsere Geheimwaffe.“

Andere müssen es beim PSV Bork richten

Trotzdem will Ojo auf den Einsatz dieser Waffe möglichst verzichten - nicht, weil sie nicht effektiv ist, sondern weil es andere richten sollen: „Ich hoffe, dass es für Benni der letzte Einsatz in der ersten Mannschaft war. Ich sehe da eher die anderen Spieler unter Zugzwang“, meint Ojo.

Sträter kommt das entgegen. „Den Weg in der ersten Mannschaft wollen wir mit jüngeren Spielern gehen. Ich bin da nicht ambitioniert und will ohnehin bewusst kürzertreten.“ Dennoch hält er sich fit. Denn Benedikt Sträter ist im Fall der Fälle bereit: „Wenn Not am Mann ist, stehe ich jederzeit zur Verfügung.“

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