PSV-Trainer André Kracker: „Wenn wir Zehnter werden, reißt uns keiner den Kopf ab“

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Die Ambitionen des PSV Bork waren zu Beginn der Saison hoch. Trainer André Kracker will seiner Mannschaft Zeit geben. Er sagt: „Für uns ist es ein Umbruchsjahr.“

Bork

, 18.10.2019, 15:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach einem starken Saisonstart blieben die Kreisliga-Fußballer des PSV Bork hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Platz zehn und sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer hat der PSV aktuell auf dem Konto. Sebastian Reith sprach mit Trainer André Kracker über das Umbruchsjahr, die Erwartungen an sich selbst und das bevorstehende Derby gegen GS Cappenberg II am Sonntag.

Herr Kracker, Ihre Mannschaft steht derzeit auf Platz zehn in der Tabelle. Hätten Sie sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht besser vorgestellt?

Die Tabelle zeigt derzeit sicherlich nicht das, was wir uns gewünscht haben. Wenn man letzte Woche das Spiel gegen Holzwickede sieht, kommen drei Faktoren für mich zum Vorschein.

Welche sind das?

Einmal haben wir das Problem mit der Chancenverwertung. Wir sind dreimal alleine aufs Tor zugelaufen und machen den Ball nicht rein. Sonst läuft ein Spiel ganz anders. Und genau das ist der zweite Punkt. Wenn Chancen nicht genutzt werden, nehmen die Jungs das als Negativ-Erlebnisse auf. Also ist es ein Selbstvertrauen-Problem. Aber man muss auch sehen, dass wir letzte Woche elf Spieler ersetzen mussten. Wenn wir unsere erste Elf aufs Spielfeld bringen, dann sind wir glaube ich unter den ersten Drei.

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Dass der PSV Defensiv-Probleme hat, ist nicht neu, das ist schon vor Ihnen so gewesen. Wie soll es gelingen, dass die Mannschaft mal keine Gegentore bekommt?

Wir müssen geduldig bleiben, denn es ist ein Umbruchsjahr. Wir wollen nicht mit Ach und Krach aufsteigen, weil ich uns in der Breite noch nicht so weit sehe. Wir haben jetzt den nächsten Schritt gemacht. Unter anderem haben wir mit Mike Czypionka und David Onweni zwei 18-Jährige bei uns im Kader. Wir sind jetzt dran, drei Spieler mehr hochzuschreiben. Das ist für mich das richtige Signal.

PSV-Trainer André Kracker: „Wenn wir Zehnter werden, reißt uns keiner den Kopf ab“

André Kracker steht beim PSV Bork am Spielfeldrand. © Sebastian Reith

Ärgert es Sie denn, dass es dem Verein nicht gelungen ist, noch mehr Spieler wie zum Beispiel Sebastian Kramzik (jetzt Westfalia Vinnum) zu halten?

Es ist ja nicht nur Krabbe. Es ist ja auch der Marian Kuhn oder Darius Brüggemann. Die würden uns sehr gut tun. Das ist natürlich extreme Qualität, die wir da verloren haben, menschlich wie sportlich. Aber man muss verstehen, dass die Jungs ehrgeizig sind. Das ist auch normal.

Sie sprachen von einem Umbruchsjahr. Wo soll es am Ende hingehen?

Ich fühle mich persönlich sehr wohl. Es ist eine sportliche Situation, die schwierig ist und es soll besser werden. Wir versuchen, ein Rad nach dem nächsten zu bewegen. Wir haben ja schon einige Sachen sehr positiv gestaltet. Nicht nur die Situation mit der zweiten Mannschaft, sondern auch die Mannschaft hinter der Mannschaft. Aber wenn wir Zehnter werden, wird uns keiner den Kopf abreißen.

Sie sagten, dass Sie länger in Bork bleiben möchten. Jetzt könnte man sagen: Nach vielen kurzen Amtszeiten brauchen Sie für die Vita jetzt auch mal wieder etwas Längeres oder schieße ich damit übers Ziel hinaus?

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Es passt oder passt nicht. Ich fühle mich hier sehr wohl, der Vorstand ist super, das Umfeld ist super. Das ist eine Basis für eine langfristige Zukunft. Die Stationen, die kürzer waren, hatten immer ihre Gründe. Aber es ist nicht mein Ziel, im Winter die Brocken hinzuwerfen, weil wir jetzt doch nicht unter den ersten Fünf sind. Ich muss keinem etwas beweisen.

Mit was für einem Gefühl gehen Sie in das Derby gegen GS Cappenberg II?

Gerade jetzt vorm Derby reizt es mich besonders. Ich weiß, dass es Sonntag schwer wird, aber ich habe Vertrauen in meine Mannschaft. Das Problem ist, dass wir zuhause lange nicht gewonnen haben. Wenn der Knoten Sonntag platzt, hätte ich nichts dagegen.

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Wurmt es Sie, dass Cappenberg mit der zweiten Mannschaft vor der ersten Mannschaft des PSV steht?

Man muss sagen, dass Cappenberg ein gutes Trainergespann hat, das irgendwann auch mal in so einer Situation war. Sie haben auch irgendwann einen Umbruch gestaltet und haben ein sehr gutes Netzwerk. Mittlerweile sind sie außerdem extrem eingespielt.

Mit einem Unentschieden wäre die Mannschaft Remis-König der Liga, Sie haben schon dreimal die Punkte geteilt. Würden Sie diesen Punkt nehmen?

Unter diesen Umständen, gegen den Tabellenführer und personell extrem gebeutelt, würde ich es unterschreiben. Vor acht Wochen wäre das anders gewesen.

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