Rudelbildung in Vinnum - die Spiele im Blick

Fußball: Kreisliga A

Aufgeheizte Stimmung herrschte am Samstagabend beim Kreisliga-Spiel zwischen Vinnum und Herten - Platzverweis, Rudelbildung, aufgebrachte Trainer und Spieler inklusive. Alle Ergebnisse und Spielberichte vom - dank Derby Dortmund gegen Schalke - aufgeteilten Spieltag gibt es hier in der Übersicht.

SELM/OLFEN/NORDKIRCHEN

, 08.11.2015, 18:10 Uhr / Lesedauer: 6 min
Rudelbildung in Vinnum - die Spiele im Blick

Nach zwei Tätlichkeiten stürmte Hertens Trainer Torsten Welke das Spielfeld und stachelte damit das ohnehin eskalierende Spiel weiter auf.

Fußball-Kreisliga A2 Unna/Hamm

GS Cappenberg - Holzwickeder SC II 1:1 (0:1)

Cappenberg hatte in der ersten Halbzeit sehr oft das Nachsehen gegen besonders offensiv sehr agile und gefährliche Gäste. Holzwickede kam deutlich besser aus den Startlöchern und erspielte sich eine Vielzahl von Gelegenheiten zur Führung. Die logische Konsequenz aus der Überlegenheit folgte nach 22 Spielminuten, als Spielmacher Mirco Gohr für seine Farben erfolgreich war. Nach einem Eckball konnte der GSC den Ball nicht konsequent genug klären und ermöglichte Gohr den Abschluss im zweiten Anlauf aus kurzer Distanz.

Gohr war es auch, der die nächste große Gelegenheit für Holzwickede auf dem Fuß hatte. Nach einem Fehlpass des herausgeeilten Torhüters Phillip Grenigloh verzog der Gästeangreifer und traf nur Zentimeter neben das leer stehende Tor. Den Schlusspunkt unter die ersten 45 Minuten setzte aber Tim Jesella mit seinem Freistoß aus über 20 Metern, er setzte den Ball zwei Minuten vor dem Pausenpfiff an die Latte.

Es sollte die Initialzündung für die Hausherren sein. Nach dem Ausgleichstreffer von Tom Zentgraf, der nach einer Flanke von außen per Seitfallzieher in die Maschen traf (72.), waren die besten Torgelegenheiten auf Seiten der Gastgeber. Besonders der Pfostentreffer von Tim Jesalla aus spitzem Winkel, fünf Minuten nach dem Ausgleich, brachte Cappenberg beinahe zum Sieg über den Favoriten aus Holzwickede.

TEAM UND TORE GSC: Grenigloh – Heisig, Eroglu (90. Pestinger), Jesella, Stiens, Boldt (58. Wiesmann), L. Hügemann, Zentgraf, D. Hügemann (64. Zocher), Böcker, SchwartzTore: 0:1 Gohr (22.), 1:1 Zentgraf (72.)

PSV Bork - SG Massen 2:3 (0:3)

„Sie können spielen, wie sie wollen“, wetterte PSV-Trainer Ingo Grodowski  – und er hatte recht. Massens Durchmarsch im Strafraum sah wie ein Spaziergang aus, bei dem die Borker dem Gegner persönlich über Stock und Stein halfen. Jasper Hessenkamp netzte nach 20 Minuten ein, als er nach einem langen Ball völlig frei vor Jens Haarseim im Borker Tor auftauchte. Danach war Bork bei Standards anfällig. Das 0:2 resultierte aus Philipp Grodowskis missglücktem Abwehrversuch per Kopf nach einem Freistoß. Duc Tran schoss unhaltbar ein (35.). Beim 0:3 stand Daniel Pilzecker nach einem verlängerten Einwurf plötzlich völlig frei. 

Das Spiel stand unter keinem guten Stern. Nachdem kein Schiedsrichter aufgetaucht war, pfiff Dirk Glischinski, Bruder des zweiten Borker Vorsitzenden Jochen, aushilfsweise mit einer Stunde Verspätung an. „Der ist garantiert kein Heimschiedsrichter“, warnte Ingo Grodowski da noch. Aber selbst wenn – zum Toreschießen war Bork vor der Pause nicht in der Lage und hatte Glück: Tran köpfte vorbei (26.) und Jens Haarseim wehrte mit dem Fuß ab (45.), sonst wäre der Pauserückstand wohl höher ausgefallen.

In Hälfte zwei steigerten sich die Borker. Joel Grodowski stand drei Minuten nach Wiederanpfiff der Pfosten im Weg. Durch Philipp Grodowskis Elfmetertor kam der PSV wenig später aber doch ran. Der Elfmeterpfiff war aber glücklich. Daniel Berger war im Laufduell über seine eigenen Beine gestolpert. Und als Philipp Grodowski dann mit einem schönen Solo den 2:3-Anschlusstreffer erzielte, war wieder alles drin, obwohl Bork nur noch zu zehnt war. Lukas Nölle war nach einem Einsteigen von hinten mit Rot bestraft worden. „Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Leider hat es aber nicht gereicht“, sagte Philipp Grodowski. 

TEAM UND TORE Bork: J. Haarseim - Habibivand (75. Schäfer), Althoff, P. Grodowski, Lammers, Radtke, Westrup, N. Haarseim (46. Gries), Berger, Herter (46. Nölle), J. GrodowskiTore: 0:1 Hessenkamp (20.), 0:2 Tran (35.), 0:3 Pilzecker (39.), 1:3 P. Grodowski (54., Foulelfmeter), 2:3 P. Grodowski (70.)Rote Karte: Nölle (65., Foul)Gelb-rote Karte: Schultz (Massen, 89., Handspiel)

Kreisliga A2 Münster

SG Selm - Davaria Davensberg 3:0

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SC Nienberge - SC Capelle 3:1 (1:0)

Um drei Punkte sei seine Mannschaft betrogen worden, ärgerte sich Martin Ritz. Schlüsselszenen des Spiels seien zwei Fehlentscheidungen des Unparteiischen Alex Ferreira in der Nachspielzeit gewesen, meinte Ritz. Vor dem Gegentreffer zum 1:2 durch Christopher Böhmer in der Nachspielzeit sei Capelles Mittelfeldspieler Alexander Sudholt gefoult worden, woraus der Ballverlust resultierte. Das anschließende Tor zum 1:3 durch Kerem-Selim Kacar sei aus einer „glasklaren“ Abseitsposition entstanden.

„Das war Wahnsinn. Wir hätten den Punkt verdient gehabt“, sagte Ritz, der seine Mannschaft eigentlich vorne gesehen hatte. Denn seine Mannschaft habe hervorragend ins Spiel gefunden: „Nienberge ist bekannt für ihr schnelles Spiel. Dazu ist es aber gar nicht gekommen. Die konnten nur mit langen Bällen agieren, was uns lag“, berichtet Ritz. Sven Kroner hatte die beste Chance der ersten Halbzeit (35.).

Dem Capeller Führungstreffer stand aber der Pfosten im Weg und den Nachschuss konnte ein Nienberger auf der Linie abwehren. Das Tor trafen dafür die Platzherren. Philipp Klumpe markierte das Tor Sekunden vor dem Pausenpfiff. Es dauerte eine Weile, bis sich Capelle davon erholte. „Wir haben in der Viertelstunde nach der Halbzeit den Faden verloren“, analysierte Martin Ritz. Mit einem Flachschuss stellte Oliver Ritz dann den Ausgleich her. Er war erst zwei Minuten vorher eingewechselt worden. Zu mehr reichte es nicht. In der Schlussphase musste Capelle dann die beiden bitteren Gegentreffer mit Beigeschmack hinnehmen.

TEAM UND TORE CAPELLE: Nölkenbockhoff, Nölken, Cilien, Steinhoff, Lachmann, Winkler, Sudholt, Walter, Kroner (68. O. Ritz), Eckey (85. Hanuschkiewitz), ArtingerTore: 1:0 Klumpe (44.), 1:1 Ritz (70.), 2:1 Böhmer (90.+2), 3:1 Kacar (90.+3) 

SV Südkirchen – SV Bösensell 0:4 (0:2)

Harmlos waren die Gastgeber über weite Strecken der Partie. In der zweiten Hälfte fand das Spielgeschehen fast nur noch in der eigenen Hälfte der Südkirchener statt, die sich nicht mehr befreien konnten. Bösensell war allerdings meist nicht kaltschnäuzig genug und ließ viele gute Torchancen liegen. „Wir waren heute am Anfang elf Mann“, sagte Kapitän Michel Zentgraf, der selbst mit einer Bänderverletzung durchspielen musste. Die Niederlage stuft er als völlig verdient ein: „Auch in der Höhe ist sie völlig gerechtfertig.“ Trainer Christtian Kallwey stimmte ihm zu: „Es hätte durchaus noch höher ausfallen können.“

Durch eine Slapstick-Einlage vor dem eigenen Fünfmeter-Raum leitete Dominik Immenkamp die Niederlage ein. Er trat beim Klärungsversuch über den Ball, Florian Bussmann sagte danke – das 0:1 nach nur fünf Minuten. Danach verwehrte Schiedsrichter Martin Brinkmann gleich zwei Elfmeter. Erst springt der Mall wieder Immenkamp an die Hand (8.), dann foulte Südkirchens Torwart Steffen Göttker Christoph Hohmann (20.). In beiden Situationen hatte Südkirchen Glück.

Das 0:2 fiel trotzdem kurz danach. Hohmann war durch und ließ Göttker keine Chance. Erwähnenswert war noch ein Bösenseller Lattenkracher (44.). Beim SV Südkirchen hatte Michael Schulze Weiling den einzigen Torschuss für sein Team (25.). Als Lennart Overhoff dann auf 3:0 erhöhte, gab Südkirchen sich fast auf. Das Außennetz (51.) und Göttker (64.) verhinderten das 0:4. Der eingewechselte Hardy-Elias Jacobs sorgte in der Nachspielzeit für den Endstand.

TEAM UND TORE SÜDKIRCHEN: Göttker - Pentrup, Zentgraf, Immenkamp (46. Schmidt), Dornhege, Schüttpelz (66. Windmeier), Schulz (74. Dülfer), Poggenpohl, Schulze Twenhöven, Schulze Weiling, MöllerTore: 0:1 Bussmann (5.), 0:2 Hohmann (29.), 0:3 Overhoff (59.), 0:4 Jacobs (90.+1)

Kreisliga A2 RE

Westfalia Vinnum – SC Herten 1:1 (0:0)

Der SC Herten 1932/87 hatte den spielbestimmenden Vinnumern nichts entgegenzusetzen, während die Westfalia nicht zum verdienten Torerfolg kam. Zwei Tätlichkeiten und eine Rudelbildung brachten die nötige Unruhe ins Spiel, um die Hertener zunächst in Führung zu bringen – Vinnum blieb aber dran und glich zum 1:1-Endstand aus.

„Er hat mir eine mit der Faust gegeben, dann habe ich ihm eine zurückgegeben“, sagte Vinnums Sven Quante nach dem Spiel. Westfalia-Trainer Frank Bidar reagierte sofort und nahm Quante aus dem Spiel, „um ihn zu schützen“. Gesehen habe Bidar die Tätlichkeit jedoch nicht. Die Zuschauer sahen an der Sportanlage in Vinnum jedenfalls zwei Halbzeiten, die unterschiedlicher nicht hätten seien können.

Situation eskaliert

In den ersten 45 Minuten kontrollierte die Westfalia das Spiel, erspielte sich viele gute Torchancen. Nach der Halbzeitpause, in der 63. Minute, eskalierte die Begegnung plötzlich. „Alles fing damit an, dass Schenkel von zwei Hertenern durchgehend beleidigt wurde“, sagte Bidar. Nach den zwei ungeahnten Tätlichkeiten stürmte Hertens Trainer Torsten Welke den Platz – und mit ihm die komplette Bank. „Ich habe eine Tätlichkeit von der allerübelsten Sorte gesehen, als der Schiedsrichter gerade wegschaute“, sagte Welke. „Der hat dem Geimer mit der Rückhand ins Gesicht geschlagen.“

Die so entstandene Unruhe spielte dem Sportclub in die Karten und so gingen sie mit Alexander Kobers Fernschuss in den Winkel mit 1:0 in Führung (67.) Kurz darauf sah Hertens Michael Depta Rot, nachdem er einen Vinnumer Spieler mit vollem Risiko von hinten umnietete. Herten spielte nur noch auf Zeit. Vinnum blieb gelassen und drängte auf das Unentschieden. Nach einer guten Einzelaktion Demirs, der den Ball von rechts scharf in den Sechszehner brachte, netzte Fabian Niermann schließlich zum 1:1-Endstand ein (92.).

TEAM UND TORE VINNUM: Beckbauer – Kämerow, Rosengart, Rosowski, Niermann, Quante (67. Asemann), Demir, Forsmann, Kuck, Schenkel, OlfensTore: 0:1 Kober (67.), 1:1 Niermann (92.)Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Hertens Michael Depta

Kreisliga A Coesfeld

Turo Darfeld - SuS Olfen II 4:1 (2:0)

Olaf Neisen, Trainer des SuS Olfen II, machte in der Verletzung von Jan Radke einen Knacks im Spiel der Olfener aus. Innenverteidiger Radke, der sich das Knie verdreht hatte, musste kurz vor der Pause runter. Während Olfen so kurze Zeit in Unterzahl spielte, schlug Darfeld zu. „Ich vermute, wir wären mit einem 0:0 in die Kabine gegangen, wenn sich Jan nicht verletzt hätte“, schlussfolgerte Neisen.

Nach dem 0:3 führte dann auch noch ein misslungener Rückpass von Andre Bonberg zum 0:4. Murat Cengiz, der am Freitag beim Bezirksliga-Spiel der ersten Mannschaft in Borken (0:3) gefehlt hatte und in der zweiten Mannschaft aushalf, erzielte den Ehrentreffer drei Minuten vor Schluss. Olfen bleibt Letzter.

TEAM UND TORE Olfen: Althoff - Kemmann (71. Bonberg), F. Köppeler, Naumann, Radke (43. Schubert), J. Köppeler, Me. Cengiz, Böttcher, Czempik (75. Thier), Meier, Mu. CengizTore: 1:0 Riermann (43.), 2:0 Neuhaus (45.), 3:0 Von Oy (76.), 4:0 Riermann (81.), 4:1 Mu. Cengiz (87.)

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