SC Capelle darf endlich wieder trainieren, doch nur mit angezogener Handbremse

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Eine Woche später als erwartet, dürfen die Spieler des SC Capelle mit einem besonderen Hygienekonzept wieder für ein freiwilliges Training auf den Platz. Doch zu 100 Prozent glücklich sind damit nicht alle.

Selm, Capelle

, 17.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte der SC Capelle schon am 11. Mai wieder auf dem Fußballplatz stehen, um auf freiwilliger Basis mit einem besonderen Hygienekonzept in das Training einzusteigen. Doch durch die erhöhte Anzahl an Coronainfizierten im Kreis Coesfeld, zu dem auch Capelle gehört, müssen sich die Verantwortlichen nun noch einmal gedulden. Der ausgearbeitete Plan bleibt aber weiterhin bestehen und wird nur um eine Woche verschoben. Bis Montag, dann soll alles bereit stehen, für die Trainer und die 40 betroffenen Spieler.

Hinter dem ganzen Konzept steht für Sebastian Schimschewski, sportlicher Leiter des B-Ligisten, die Idee, dass der SCC seinen Mitgliedern ein Angebot für die Aufnahme des Training bieten will, damit sich alle wieder im Team bewegen können. Und somit auch das Gemeinschaftsgefühl wieder zum Vorschein kommt.

„Bei nur zwei Fußballteams war die Umsetzung relativ überschaubar. Mit über 20 Mannschaften hätte das mit Sicherheit anders ausgesehen“, erklärt er. Orientierung für das eigenen Hygienekonzept gaben neben den Empfehlungen des Landessportbundes NRW und dem Deutschen Fußballbund auch die Leitlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Training nicht verpflichtend für Spieler

Mit übernommen hat der SCC die verpflichtenden Punkte wie Abstand sowie das Kontaktverbot und fügte zusätzlich noch Aspekte hinzu, die speziell auf den SC Capelle zutreffen. Beispielsweise werden Trainingsmaterialien auf die beiden Mannschaften aufgeteilt und nicht mehr wie sonst untereinander getauscht.

Auch dürfen die Spieler die geschlossenen Räume wie Kabinen, Toiletten und das Vereinsheim nicht mehr betreten. Der Ballraum bleibt in Zukunft erst einmal nur für die Trainer offen. Auf dem Platz selbst versucht der Verein so viel Abstand wie möglich zu schaffen, in dem nie gleichzeitig zwei Teams trainieren.

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Das ganze Konzept wurde im Laufe der vergangenen Woche nicht nur mündlich besprochen, sondern auch schriftlich festgehalten, damit es für jeden verpflichtend ist. „Wir haben alle Teilnehmer informiert und planen am Sportplatz noch einen Aushang“, erklärt Schimschewski das Vorgehen. Im gleichem Atemzug sagt er aber, dass sich niemand unter Druck gesetzt fühlen muss, zum Training zu kommen.

Das unterschreibt auch Trainer Reinhard Behlert. „Wir wollen uns mit den Jungs zusammen fit halten und auch den sozialen Aspekt beachten, wir zwingen jedoch niemanden.“ In den vergangenen Wochen hatte der SCC-Trainer bereits ein PDF mit Trainingsvorschlägen für zu Hause herumgeschickt, die ebenfalls nur als Hilfe dienten.

Trainer nicht zu 100 Prozent zufrieden

Das Training, das nun am Montag beginnt, ist für Behlert jedoch ganz klar keine Vorbereitung auf ein bestimmtes Spiel oder die nächste Serie. „Wir haben kein wirkliches Ziel vor Augen, da es immer noch sein kann, dass die Saison abgebrochen wird.“ Warmmach- sowie Dehn- und Fitnessübungen sollen im Vordergrund stehen, viele Sachen mit dem Ball sind ebenfalls geplant, alles ohne Körperkontakt natürlich.

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Auch wenn durch das ausgearbeitete Konzept nun wieder der Spielbetrieb auf dem Platz möglich ist, zu 100 Prozent zufrieden ist der SCC-Trainer aber nicht. „Wir sind wirklich glücklich trainieren zu dürfen, da alle im Team gerne Fußball spielen. Aber auf der anderen Seite steht auch die Enttäuschung, nicht Vollgas geben zu können.“

Denn die Position in der Tabelle auf Rang drei war für den SCC eine gute Ausgangslage, um in der Rückrunde noch einmal anzugreifen. „Da ist aktuell die Bremse drauf, Leinen los ist jetzt nicht angesagt.“ Es bleibt also nur die Motivation des Teams, dass es sich gerne beim Training sieht und neugierig ist, auf das was dort auf sie wartet.

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