Selm an der Spitze / Olfen II verliert nach 5:1-Führung

Fußball-Kreisliga

Mit einem 5:0-Sieg gegen BW Ottmarsbocholt hat die SG Selm die Tabellenspitze der Kreisliga A erobert - auch weil Union Lüdinghausen beim SuS Olfen mit 0:1 verlor. SuS Olfen II dagegen gab eine 5:1-Führung gegen BW Alstedde aus der Hand. Der SC Capelle bleibt punktloses Schlusslicht. Die Kreisliga im Überblick.

KREISGEBIET

, 21.09.2014, 20:42 Uhr / Lesedauer: 7 min
Der siebte Spieltag der Saison steht im Zeichen der Derbys. Während in Selm die Sportgemeinschaft, hier mit Alexander Schwegler, mit dem PSV Bork ihre Kräfte misst, kommt es in Vinnum zum Duell zwischen der Westfalia und dem SuS Olfen.

Der siebte Spieltag der Saison steht im Zeichen der Derbys. Während in Selm die Sportgemeinschaft, hier mit Alexander Schwegler, mit dem PSV Bork ihre Kräfte misst, kommt es in Vinnum zum Duell zwischen der Westfalia und dem SuS Olfen.

Verbissen kamen die Mannschaften aus der Kabine und gaben sofort wieder Volldampf. Chancen ergaben sich so auf beiden Seiten, wobei die Olfener nun mehr Spielanteile hatten. Nach knapp einer Stunde Spielzeit musste der SuS aber nur noch mit zehn Mann auf dem Platz auskommen. Marvin Böttcher, der wegen einer vermeintlichen Schwalbe verwarnt worden war, leistete sich ein unnötiges Foulspiel und wurde mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz geschickt. Die Hausherren ließen sich davon aber nicht irritieren. Nach einem starken Zuspiel über den linken Flügel von Dustin Brüggemann, drückte Andre Zolda den Ball zehn Minuten vor Schluss über die Linie. Der Jubel beim Heimteam kannte keine Grenzen mehr. Der große Druck war verflogen und Olfen hätte durch Jonas Michel (82.) noch erhöhen können.

A. Müller – D. Böttcher, Hellmich, Schrey, Brüse, Köster, Zolda, Karwot (75. Brüggemann), M. Böttcher, Middeke (65. M. Müller), Sievering (69. Michel).

Rudolph – Petrausch, Höning, Voll, Uellendahl (82. Musiqi), Mainka, Coerdt (80. Droste), Schulte, Beermann, Görlich, Tenberge.

1:0 Zolda (80.).

Gelb Rote Karte Marvin Böttcher (58.) wegen eines Foulspiels.

In einem völlig verrückten Spiel drehte BW Alstedde einen 1:5-Rückstand noch in einen 6:5-Sieg um. Eine schwere Verletzung des BWA-Spielers Robin Paarmann, er wurde mit Verdacht auf einen Sprunggelenkbruch ins Krankenhaus gefahren, stellte das Endergebnis aber in den Schatten. Patrick Czubak (4./19. Minute) und Sascha Kornblum (7./17.) stellten nach noch nicht einmal 20 Spielminuten eine scheinbar beruhigende Führung der Hausherren her. Es roch sogar nach einem Schützenfest, obwohl Alstedde drei Minuten später durch Zoran Mayanovic zum 1:4-Anschlusstreffer kam. Der Olfener Marco Lassak schraubte zwei Minuten vor der Pause das Ergebnis auf 5:1 hoch, BWA-Kapitän Murat Büyükdere stellte aber mit dem Halbzeitpfiff den Drei-Tore-Vorsprung der Olfener wieder her.

Dass im Fußball aber vieles möglich ist, demonstrierte der zweite Durchgang eindrucksvoll. Peu à peu näherten sich die Gäste dem Ausgleich an. Bis zur 80. Minute trafen die Alstedder doppelt. In der 80. Minute wurde das Spiel für etwa 30 Minuten unterbrochen. Alsteddes Robin Paarmann blieb nach einem Zweikampf ohne Fremdeinwirkung am Boden liegen und musste mit Verdacht auf eine schwere Sprungelenksverletzung ins Krankenhaus. Die Gäste spielten die letzten zehn Minuten der Partie für ihren verletzten Mitstreiter und gaben der Partie tatsächlich noch die nicht für möglich gehaltene Wende. Durch einen Doppelschlag von Zoran Mayanovic, der gestern ebenfalls drei Tore erzielte, kam Alstedde tatsächlich noch zum 6:5-Auswärtserfolg

Stember – Naumann, Köppeler, Hube (76. Kleine-Weischede), K. Kornblum, Radke (79. T. Slomka), Czubak, S. Kornblum, Lassak, Kleischmann, Michel.

E. Ekici – Halilovic (62. Lohietz), Kuhne, A. Ekici, Stojak, Kaya, Kadlubowski (62. Paarmann / 80. Ruman) , Turan, Büyükdere, Milinkovic, Mayanovic.

1:0 Czubak (4.), 2:0 S. Kornblum (7.), 3:0 S. Kornblum (17.), 4:0 Czubak (19.), 4:1 Mayanovic (22.), 5:1 Lassak (43.), 5:2 Büyükdere (45.), 5:3 Büyükdere (64.), 5:4 Büyükdere (70.), 5:5 Mayanovic (82.), 5:6 Mayanovic (85.).

Das Spiel in der ersten Halbzeit ist schnell erzählt. Beide Mannschaften beschränkten sich auf die Defensivarbeit und ließen keine nennenswerte Torchance zu. Nach einer knappen halben Stunde dann aber die überraschende Führung für die Gäste aus Werne. Der Schuss von Mario Martinovic vom linken Strafraumeck ging durch Freund und Feind und Tuncay Kaya stand alleine fünf Meter vor Südkirchens Keeper Marc Philipps und konnte den Ball sicher zum 0:1 einschießen. Nach dem Wechsel erhöhten die Werner schnell auf 2:0 durch einen satten Schuss von Marko Martinovic, der den Ball aus elf Metern ins Netz drosch. Das Tor schien die Gastgeber aufzurütteln. Die Südkirchener kamen besser auf und folgerichtig zum Anschlusstreffer. Nach einem Foul an Jean-Marcel Akono traf Nick Althoff aus 20 Metern per direkt verwandeltem Freistoß. Doch die Hoffnung wehrte nicht lange. Nach einer Hereingabe von Sandro Ünal faustete Südkirchens Marc Philipps den Ball an Leon Hügemanns Rücken und von da trudelte der Ball zum 1:3 in die Maschen. „Das Tor hat uns das Genick gebrochen“, sagte Südkirchens Trainer Klaus „Pille“ Lohmann nach der Begegnung. Die Spieler vom Böckenbusch konnten sich von diesen Eigentor nicht mehr erholen. So fielen die weiteren Treffer der Gäste durch Marko Martinovic und Faruk Bozaci zwangsläufig.

Philipps - Wessels (63. Studnicka), Muck, Althoff, Schmidt, Ackers, Akono, L. Hügemann, D. Hügemann (88. Löchter), Schulz, Manfredi

Linke - Ünal , Pra, Schynol, Obrenovic, Fiebig, Pawlik, Kaya, Bozaci, Marko Martinovic, Mario Martinovic

0:1 Kaya (27.), 0:2 Marko Martinovic (52.), 1:2 Althoff (54.), 1:3 Eigentor Hügemann (62.), 1:4 Marko Martinovic (79.), 1:5 Bozaci (83.)

Die Gäste aus Vinnum gingen schnell durch eine Einzelaktion von Fatih Cengiz (Foto) nach sieben Minuten in Führung. Cengiz setzte sich gegen zwei Davensberger durch und netzte den Ball sicher ins Davaria-Tor ein. In der Folgezeit erspielten sich beide Teams zahlreiche Möglichkeiten, doch der Torerfolg blieb bis eine Minute vor dem Wechsel aus. Die Gastgeber kamen zum nicht ganz unverdienten Ausgleich. „Das Tor fiel etwas unglücklich für uns, aber wir haben uns nach dem Wechsel mit unserem letzten Aufgebot weiter in das Spiel hinein gekämpft“, so Acikgöz. Mitte der zweiten Hälfte wurde Michael Asemann einwechselt. „Ein großes Dankeschön an Michael, er hat sich zur Verfügung gestellt, obwohl er schon in der Zweiten gespielt hatte“, sagte Acikgöz. Der viel umjubelte Treffer fiel dann vier Minuten vor dem Ende für die Westfalia. Dennis Lerche schoss den Ball aus 20 Metern unhaltbar für den Davensberger Torhüter in den Winkel. „Ich hoffe, dieser Erfolg hilft uns, ich muss heute meiner gesamten Mannschaft ein großes Lob aussprechen“, so Acikgöz.

Beckbauer - Stanek, Kottis, Lerche, Niermann, Ergin, Rosowski, Dieckmann (65. Asemann), F. Cengiz, Mert Cengiz.

0:1 F. Cengiz (7.), 1:1 Eickholt (44.), 1:2 Lerche (86.)

Gegen Capelle wollten die Gastgeber gleich zeigen, wer Herr im Haus ist. Schnell schlich sich jedoch auch der Schlendrian bei den Stockumern ein. Vor allem in der Hintermannschaft. „Du hast den Verein gewechselt“, schrie SVS-Coach Ralf Gondolf seinen spielenden Co-Trainer Lars Zimmer zu, als dieser etwas zu sorglos hinten herumspielte. Zimmer ist einer derjenigen, der im Sommer aus Capelle kam. In der 19. Minute hatte Stockum seine größte Möglichkeit. Die verunglückte Flanke von Christopher Eulich klatsche auf die Latte. Elf Minuten später hatte auch der Gast Pech, als Jost Schulze Kersting per Kopf die Latte traf. Zu diesem Zeitpunkt war Capelle durchaus ebenbürtig. Sie hielten mit Kampf dagegen. Und Chancen hatten sie auch. Wieder war es Schulze Kersting. Sein Solo entschärfte jedoch SVS-Keeper Cedric Packheiser (34.). In der 43. Minute dann die Führung für die Gäste. Beim dritten Anlauf klappte es: Schulze Kersting nickte zum 1:0 ein. Nach dem Seitenwechsel spielte nur noch Stockum. Der Druck wurde immer größer. Die Beine bei den Capellern immer schwerer. In der 63. Minute fiel folgerichtig der Ausgleich. Coach Ralf Gondolf bewies ein glückliches Händchen: Er wechselte Tim Köhler ein, der mit der ersten Ballberührung das 1:1 mit dem Kopf erzielte. Kurz vor Schluss das 2:1. In der 82. Minute schoss Stockums Bester an diesem Tag, Tolga Köroglu, den Ball aus spitzem Winkel flach ins lange Eck. Damit festige er den sechsten Tabellenplatz (12 Punkte).

Packheiser - C. Opsölder, Karaman (72. Dömland), Sudholt, Möer, Eulich (46. Barthel), T. Opsölder, Zimmer, Isikli, Köroglu, Tayar (62. Köhler)

L. Schulze Kersting - Steinhoff, Reher, Krieter, Lachmann (88. Holthoff), Hische (84. Hanuschkiewitz), Winkler, Kroner, Artinger, J. Schulze Kersting (67. Eckey), Pate

0:1 Schulze Kersting (43.), 1:1 Köhler (63.), 2:1 Köroglu (82.)

Die Sportgemeinschaft aus Selm ließ beim Gastspiel in Ottmarsbocholt überhaupt keinen Zweifel aufkommen, wer der Favorit in der Partie war. Bereits nach fünf Minuten markierte Selms Torjäger vom Dienst, Alexander Schwegler, den frühen Führungstreffer für die noch ungeschlagenen Selmer. Die Hausherren hatten zu keinem Zeitpunkt die Chance, Selm vor Probleme zu stellen. Wieder war es Schwegler, der den Ball zum zwischenzeitlichen 2:0 im Tor unterbrachte (28.). Mirco Scharen traf fünf Minuten vor der Pause bereits zur beruhigenden Pausenführung.

Das Spiel schien entschieden, zu sicher agierten die Mannen von SG-Coach Frank Bidar. „Wir sind konzentriert ins Spiel gegangen und konnten über die gesamten 90 Minuten unser Spiel durchbringen. Unsere Chancen haben wir super herausgespielt und verwertet“, sagte Bidar. Nach dem Seitenwechsel das gewohnte Bild. Selm kontrollierte Ball und Gegner und ließ sich die drei Punkte nicht mehr aus der Hand nehmen. Für ein besseres Torverhältnis sorgten erneut Schwegler mit seinem dritten Treffer (54.) und der zur Pause eingewechselte Christian Voßschmidt nach 70 gespielten Minuten.

Knop – Schepmann, Bassenhoff, Volbracht, Mehring (67. Vaas), Resing, Schlüter, Amschick, Simon, Welp, Bülskemper

Witthoff – Klähr, Göke, Ulrich, Habibivand, Tumbrink (46. Voßschmidt), Lebsack (67. Dresken), Schwegler, Lehmann (74. Kemmann), Scharen, Pieper

0:1 Schwegler (5.), 0:2 Schwegler (28.), 0:3 Scharen (40.), 0:4 Schwegler (54.), 0:5 Voßschmidt (70.)

Ohne wirklich Zeit verstreichen zu lassen, suchten beide Mannschaften sofort das Heil in der Offensive. Bereits nach fünf Minuten erzielte der über links durchgelaufene Jan Lippke das schnelle Führungstor. Die Freude aufseiten des GSC währte allerdings nicht einmal eine volle Zeigerumdrehung. Im direkten Gegenstoß erzielte der PSV den Ausgleich. Marvin Matthias markierte den Treffer zum 1:1. Das muntere Scheibenschießen ging nahtlos weiter, bis Phillip Wiesmann vom Elfmeterpunkt, trotz strittiger Entscheidung, zum 4:2 traf (62.). Das Spiel schien entschieden. Cappenberg kontrollierte den Ball über weite Strecken der Schlussphase, ließ sich aber des öfteren in Nicklichkeiten verwickeln. Standardsituationen ergaben für die Borker wieder die Gelegenheiten auf einen Anschlusstreffer in den letzten Spielminuten. Nichts schien unmöglich in diesem verrückten Spiel. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß tauchte Tobias Böcker in der Schlussminute im Sechzehner des GSC auf und traf zum 4:3. Wieder Hoffnung auf ein Remis beim PSV also. Patrick Strecke hatte allerdings etwas gegen die Punkteteilung und machte Sekunden später mit dem fünften Treffer den Sack endgültig zu.

Sperl - Lippke, Kaspareit, Ressemann, Wiesmann, Gehrmann (60. Kneip), Stiens, Zentgraf, Heisig, Zocher (46. Strecke), Schwartz (78. Pestinger)

Haarseim - Zander, Holtermann (70. Neise), Rosengart, Poslednik (76. Nölle), Böcker, Wüllhorst, Gördes, Matthias, Koch, Berger

1:0 Lippke (5.), 1:1 Matthias (6.), 2:1 Zentgraf (10.), 3:1 Zentgraf (21.), 3:2 Berger (35.), 4:2 Strafstoß: Wiesmann (62.), 4:3 Böcker (90.). 5:3 Strecke (90.)

Im Spiel gegen den 13., TuS Ascheberg II, waren die drei zu vergebenden Punkte nur für eine kurze Zeit gefährdet. Nach dem sehenswert abgeschlossenen Angriff von TuS-Stürmer Bernd Daldrup stand es eine halbe Stunde vor dem Ende nur noch 2:1. Der Anschluss war für die Gäste in einem bis dahin sehr einseitigen Spiel überraschend wieder hergestellt. „Da waren wir dann ein paar Minuten etwas von der Rolle. Das hat mir gar nicht gefallen“, sagte SVH-Trainer Schütte. Stefan Roters hatte die Gastgeber mit einem abgefälschten Schuss früh in Führung gebracht (4.), Steffen Hunnewinkel baute diese aus (16.). „Mit der Führung im Rücken haben wir zu wenig konsequent gespielt. Es musste immer der Traumpass sein. Wir haben zu selten den Abschluss gesucht“, monierte Schütte. Die Verunsicherung nach Daldrups Anschluss währte aber nicht lange, Michael Aschoff (67.) und Lukas Mangels (79.) schossen den in der Höhe verdienten Sieg heraus. Die Gäste waren spielerisch zu unterlegen. „Der Sieg geht in Ordnung“, fand auch TuS-Coach Deniz Sahin.

Adamek - Roters, Schlupp (46. Hüttermann), Pinnekämper, Nathaus, Richter, Ophaus (67. S.  Närdemann), Overs, Brinkmann (61. M.  Aschoff), Hunnewinkel, Mangels

Lewandowski - Hartwig, Leibeling (78. Lakenbrink), Lohmann, Wobbe, Heitbaum, Schwipp, Castella, Tombrock, Daldrup (70. Elsner), Hegemann (46. Grove)

1:0 Roters (4.), 2:0 Hunnewinkel (16.), 2:1 Daldrup (56.), 3:1 M.  Aschoff (67.), 4:1 Mangels (80.)

Lesen Sie jetzt