Signale verdichten sich auf Absage der Jugendsaison im Tennis

Coronavirus

Die Jugend-Tennissaison steht wegen Corona komplett vor der Absage. Einer der Gründe: Der Tennisbezirk Münsterland möchte den Tennisschulen finanziell entgegenkommen, die Ausfälle haben.

Nordkirchen

, 28.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lieber Training statt Spiele - der Tennisbezirk Münsterland hat gute Gründe für die bevorstehende Absage der Jugendsaison.

Lieber Training statt Spiele - der Tennisbezirk Münsterland hat gute Gründe für die bevorstehende Absage der Jugendsaison. © Reith (A)

Das „Go“ habe sie noch nicht, teilte Barbara Niemeyer, Vorsitzende des Tennis-Bezirks Münsterland, auf Nachfrage mit. Die Tendenz ist aber klar: „Wir befürworten, dass die Saison im Jugendbereich und bei den Hobbyspielern abgesagt wird.“ Bisher ist der Beginn der Tennissaison lediglich auf Anfang Juni verschoben.

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Wenn es nach Barbara Niemeyer geht, wäre die Entscheidung für ihren Tennisbezirk längst gefällt. „Wir möchten aber gerne für alle Bezirke eine einheitliche Regelung treffen“, erklärte sie. Der Westfälische Tennis-Verband wartet noch bis Mitte der Woche ab, ob es Informationen gibt, dass und unter welchen Bedingungen die Sportstätten bald wieder öffnen dürfen. Deutliche Signale habe die Bezirkschefin aber auch aus den anderen drei Bezirken Südwestfalen, Ruhr-Lippe und Ostwestfalen-Lippe erhalten.

Viele unterschiedliche Probleme im Jugend-Tennis

Das Problem, das der Jugend-Spielbetrieb hat, ist vielschichtig: Zunächst ist da die Frage der Doppel. „Wir haben noch keine Vorgaben, wie der Spielbetrieb aussieht. Wenn Doppel nicht erlaubt sind, machen Mannschaftsspiele keinen Sinn“, sagt sie. Dann stellt sich die Transportfrage zu Auswärtsspielen. Eltern dürften nur ihr eigenes Kind, kein fremdes Kind als Fahrgemeinschaft zu Spielen mitnehmen. Niemeyer weist auch daraufhin, dass Gäste und Zuschauer auf der Anlage die Spiele gerne sehen würden.

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Und dann ist da noch eine wirtschaftliche Komponente: „Wir müssen unbedingt Kapazitäten für die Trainer und Tennisschulen schaffen, die schon so lange nichts verdienen.“ Da Gruppentraining voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, müssen Gruppen entzerrt werden - auf mehr Plätze und kleinere Gruppen bis hin zu Einzeltraining. Da hilft es, wenn ein Platz am Wochenende nicht noch für Meisterschaftsspiele belegt ist.

Noch eine Befürchtung der Eltern ist, dass beim Schulstart auch hier ein Nachholbedarf besteht. Einen Zeitplan B oder C, wann die Saison stattfinden könnte, haben WTV und Tennisbezirk zwar in der Schublade. Die Absage, so ist momentan der Tenor, wäre aber die bessere Lösung.

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