Trauer um Paul Jagusch - Held von Dortmund verstirbt mit 86 Jahren

Fußball

Paul Jagusch ist tot. Der ehemalige Fußballer des BV Selm, der 1960 Westfalenmeister wurde, starb am 12. Februar.

Selm

24.02.2020, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Gruppensieger mit Josef Entrup, Paul Jagusch, Manfred Zakrzewski, Friedbert Würz, Rudolf Volle (hinten v.l), Gregor Strassel, Bruno Klingenberg, „Koll“ Mocek, Günter Seeliger, Hermann Prott und Helmut Jagusch (vorne v.l.)

Der Gruppensieger mit Josef Entrup, Paul Jagusch, Manfred Zakrzewski, Friedbert Würz, Rudolf Volle (hinten v.l), Gregor Strassel, Bruno Klingenberg, „Koll“ Mocek, Günter Seeliger, Hermann Prott und Helmut Jagusch (vorne v.l.) © Repro Krampe

Die Fußballer des ehemaligen BV Selm und der jetzigen SG Selm trauern um Westfalenmeister Paul Jagusch. Eine Woche, nachdem er 86 Jahre alt geworden ist, verstarb der Held von Dortmund am 12. Februar nach längerer Krankheit. Aus diesem Grund fehlte er bei den letzten Treffen der letzten Spieler der Westfalenmeistermannschaft.

Paul Jagusch gehörte neben seinem Bruder Helmut „Helle“ zu elf Spielern des BV Selm, die am 8. Mai 1960 mit einem 2:1-Sieg gegen den SSV Hagen auf dem Platz des damaligen Zweitligisten DSC 95 Dortmund für den größten Erfolg in der Geschichte des BV Selm sorgten.

Paul Jagusch gehörte zu den besten Selmer Spielern 1960

„Stärkster Mannschaftsteil des BV Selm war die Hintermannschaft mit Mittelläufer „Günter“ Seeliger und die Brüder Paul und Helmut Jagusch“ hieß es in der damaligen Berichterstattung. Paul Jagusch spielte auf der Position des rechten Läufers, sein Bruder Helmut war linker Läufer. Dazwischen der überragende Mittelläufer Seeliger, den alle „Nino“ nannten.

Am 24. April 1960 sicherte sich der damalige BV Selm mit einem 4:1-Sieg bei Germania Datteln, bei dem der frühere Vinnumer Klinghammer als Stopper spielte, den Gruppensieg. Da es damals zwei Verbandsligen gab, musste ein Entscheidungsspiel um den Westfalenmeistertitel ausgetragen werden. Gegner war der SSV Hagen. Zu Hause besiegte die Mannschaft von Trainer Anton Niechzial die Hagener mit 3:0. Das Rückspiel im Ischeland-Stadion in Hagen ging 1:3 verloren. Deshalb war ein drittes Spiel notwendig geworden, das in Dortmund ausgetragen wurde.

Die große Bühne für elf Selmer Fußballer

Beim dritten Aufeinandertreffen vor 3500 Zuschauer auf dem ehemaligen DSC-Platz in Dortmund zeigten die Selmer vor großer Kulisse, 2000 Fans waren aus Selm angereist, in der ersten Halbzeit große Nervosität. Bei einem Freistoß des Hagener Mittelstürmers Engelhardt war die Selmer Abwehr nicht richtig postiert und der Gegner führte 1:0.

Doch dann kam die tolle zweite Halbzeit. Gregor Strassel glich mit einem herrlichen Drehschuss aus. Manfred Zakrewski, Bruder des langjährigen BV-Geschäftsführers Franz Zakrzewski, machte mit dem 2:1 den Titel des entfesselt spielenden BV perfekt. Danach gab es kein Halten mehr, der Selmer Anhang stürmte auf den Platz und trug Günter Seeliger auf den Schultern vom Platz. Nach der 0:1-Niederlage gegen Baesweiler wurden die Selmer danach noch Westdeutscher Vizemeister.

Das Bild stammt aus dem Jahre 2014: Westfalenmeister Karl „Kolle“ Mocek (2.v.l.) wurde 80. Die Mannschaftskameraden Gregor Strassel (l.), Friedbert Würz (2.v.r.) und Paul Jagusch (r.) gehörten zu den zahlreichen Gratulanten.

Das Bild stammt aus dem Jahre 2014: Westfalenmeister Karl „Kolle“ Mocek (2.v.l.) wurde 80. Die Mannschaftskameraden Gregor Strassel (l.), Friedbert Würz (2.v.r.) und Paul Jagusch (r.) gehörten zu den zahlreichen Gratulanten. © Krampe

Mannschaft traf sich immer wieder

Karl Mocek, Bruno Klingenberg, Hermann Prott, Paul Jagusch, Günter Seeliger, Helmut Jagusch, Josef Entrup, Friedbert Würz, Manfred Zakrezwski, Gregor Strassel, Heinz Sohnius, der später nach Südafrika auswanderte, hießen die „Helden“ von Dortmund. Nach dem Tod von Paul Jagusch leben noch Gregor Strassel, Karl Mocek und Friedbert Würz.

Seit dem historischen Ereignis haben sich die verbliebenen Mannschaftsmitglieder regelmäßig getroffen, zuletzt bei der Diamantenen Hochzeit von Gregor Strassel im November 2018. Die Beisetzung hat im engsten Familienkreis stattgefunden.

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