Vereine pochen auf Lockerung der Corona-Einschränkungen - aber behutsam

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Bald soll wieder Sport möglich sein auf den Tennisanlagen. Doch wann, steht noch nicht fest. Die Vereine geben sich aktuell noch geduldig und warten auf eine Entscheidung am Mittwoch.

Selm, Nordkirchen

, 04.05.2020, 06:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Enttäuscht hatten viele Sportverbände in der vergangenen Woche darauf reagiert, dass Bund und Länder keine Lockerungen für den Breiten- und Freizeitsport bekanntgegeben haben, obwohl die Freiluftsportarten darauf seit Wochen hinarbeiten. Die heimischen Tennisclubs schließen sich dem nicht unbedingt an.

„Ich war schon ein bisschen enttäuscht“, gibt Klaus Uwe Sarg, Vorsitzender der TG Selm, zu, „allerdings geht es uns nicht um den Tag. Wir hätten am 4. Mai öffnen können, aber die paar Tage...“ Jeder Tag eher, den die Tennisspieler wieder auf die Anlage zurückkehren dürfte, wäre schön, ließ Sarg wissen, aber die Aussicht auf eine baldige Rückkehr macht ihm trotzdem Hoffnung. Weil Tennis eine Freiluftsportart ist, ist es absehbar, dass die Bundesregierung mit den Länderchefs bald beschließt, den Sportbetrieb wieder zu erlauben.

Die TG Selm hat in Schatzmeister Ludger Surholt mittlerweile auch einen Corona-Beauftragten bestimmt. Letzte Schritte als Vorbereitung auf den Tag X sind in Selm die Einkäufe von Desinfektionsmitteln am Eingang und das Aufstellen von Plakaten, die der WTV zur Verfügung stellt.

Nordkirchener Tennislehrer plädiert für schrittweise Lockerung

Jürgen Kemper, Vorsitzender des TV RW Nordkirchen, hält sich mit Kritik, die der Verband recht deutlich geäußert hatte, zurück. „Ich habe nicht damit gerechnet und spreche mich auch dafür aus, dass es in kleinen Schritten passiert. Wir können froh sein, wenn Lockerungen Schritt für Schritt kommen - nicht alles auf einmal“, so Kemper. Was der Tennistrainer unbedingt vermeiden will: dass die Infektionszahlen wieder stärker steigen und sich die Regierung zum Rückschritt entschließt. Damit wäre das Ergebnis wochenlanger Disziplin wieder zunichte gemacht.

Kempers Vorschlag ist ein erster Lockerungsschritt zu Montag, 11. Mai: Der sollte die Platzöffnung beinhalten und ein Spiel mit zwei Spielern ermöglichen. Basierend auf dem Verhalten der Spieler sollte in einer zweiten Stufe ein bis zwei Wochen später darüber nachgedacht werden, wie ein organisierter Trainingsbetrieb zustande kommen könnte. „Das ist für mich ein weiterer Schritt. Und wenn das vernünftig läuft, können wir über Mannschaftsspiele nachdenken“, sagte Kemper.

TC GW Bork hätte sich Freigabe der Anlage gewünscht

Beim TC Grün-Weiß Bork sind die Vorbereitungsmaßnahmen soweit abgeschlossen. „Wir hätten uns gewünscht, dass wir bereits spielen können. Wir haben alle Maßnahmen getroffen. Wen morgen der Tag X ist, wären wir bereit“, sagte Corona-Beauftragte Christina Lukaschek aus dem Vorstand des Vereins.

Der Verein stehe in den Startlöchern, hat eigene Schilder erstellt und auch ausreichend Hygieneprodukte wie Handtücher, Handschuhe und Desinfektionsmittel angeschafft. Aus Sicht Lukascheks sei die bisherige Nicht-Freigabe „unverständlich“: „Es ist schade, dass wir nicht spielen dürfen. Wir sind eine Draußen-Sportart“, argumentiert sie. Zudem habe der Verein ausreichende freie Spielzeiten und feste Trainingszeiten für Mannschaften, um Menschenansammlungen zu verhindern. Jetzt wartet der Klub auf die Freigabe und ist zuversichtlich, dass diese in Kürze auch kommt.

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