Vereine spüren Entlastungen durch den Verband und die Kreise kaum

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Wie wenig die Entlastung durch den Verband für einen Klub ausmacht, zeigen Beispiele. Denn die Summen, die FLVW und Kreise nicht einziehen, sind für die meisten Vereine nur zweistellig.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 22.04.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Beiträge für den Spielbetrieb der Rückrunde - der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen hatte entschieden, Ordnungsgelder auszusetzen und sogar bereits gezahlte Gebühren zurückzuerstatten, um die Sportvereine finanziell zu entlasten. Doch die Summen sind so gering, dass die meisten Klubs die Entlastung wohl kaum spüren dürften.

In der Vergangenheit waren die Gebühren für eine Spielzeit an die Zuschauereinnahmen gekoppelt. Denn von den Eintrittsgeldern mussten die Vereine den Verband beteiligen und einen Teil der Einnahmen weiterleiten. Da das buchhalterisch mit Aufwand verbunden war, wird mittlerweile eine Pauschale erhoben - und die ist ligenabhängig.

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So muss ein Westfalenligist 400 Euro pro Jahr bezahlen, ein Landesligist 220 Euro. Ein Verein, der einen Bezirksligisten gemeldet hat, überweist noch 160 Euro pro Saison. Diese Summen hat der Verband festgelegt. Die Philosophie dahinter: Je höher die Spielklasse, desto mehr Zuschauer kommen auch.

Fußballkreise bestimmen selbst, wie viel sie nehmen

Darunter dürfen die einzelnen Fußballkreise selbst über die Höhe der Gebühren entscheiden. So erhebt beispielsweise für den Kreis Ahaus/Coesfeld Bernd Dönnewald jährlich 75 Euro für einen Verein, der mit der ersten Mannschaft in der A-Liga spielt. Eine B-Liga-Mannschaft zahlt nur noch 35 Euro Jahresbeitrag. Der Kreis erhebt, wenn eine zweite oder dritte Mannschaft unterhalb der B-Liga spielt, gar keine Beiträge mehr, außer wenn es sich um eine erste Mannschaft handelt. Dann zieht er 15 Euro ein.

Will man nun wissen, wie hoch die angekündigte Entlastung ist, muss man diese Summen noch halbieren, da der Verband vorerst für die Rückrunde keine Beiträge erhebt, solange der Ball ruht. Für den SuS Olfen wanderten daher 97,50 Euro zurück auf das Vereinskonto, zusammengesetzt aus dem Halbjahresbeitrag eines Bezirksligisten (80 Euro) und einer B-Liga-Mannschaft (17,50 Euro).

Eine Summe, die keine großen Auswirkungen hat, ob sie nun in der Vereinskasse fehlt oder vorhanden ist, meint auch Kreiskassierer Bernd Dönnewald, der 2710 Euro an die 55 Vereine zurückerstattete.

Beträge liegen auch in anderen Fußballkreisen bei etwa 100 Euro

In den umliegenden Kreisen liegen die Kosten ähnlich niedrig. Der Fußballkreis Münster macht die Abgabe von der Spielklasse der ersten Mannschaft abhängig. Spielt er in der A-Liga wie die SG Selm liegt die Pauschale bei 100 Euro. Für B-Ligisten wie den SC Capelle oder den SV Südkirchen liegt sie bei 80 Euro. C-Ligisten zahlen 60 Euro, Frauenteams 20 Euro. Kreischef Norbert Krevert kündigte entsprechende Rückerstattungen an. Stundungen gibt es für Ordnungsgelder. „Es geht um die Geste“, sagt Norbert Krevert.

Der Kreis Unna-Hamm dagegen geht einen etwas anderen Weg und weicht von der Verbandspraxis ab. Die Spielabgaben seien im vergangenen Jahr bereits eingezogenen worden und sollen anteilig auch nicht zurückerstattet werden. Stattdessen entlastet der Kreis die Vereine anders: Ordnungsgelder habe Kreiskassierer Karl-Friedrich Hoffmann letztmalig Ende Februar eingezogen - eine Methode, die aber unter Kreisvorständen umstritten ist, weil sie Vereine, die sich nichts zu Schulden haben kommen lassen, nicht berücksichtigt. Zwischen 2.500 und 3.000 Euro sind noch offen. Auch die Kosten für das Schiedsrichter-Soll (rund 4.000 Euro) stünden noch aus.

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