Viele Karten für Bork - Pleiten für GSC und SG Selm

Fußball: Kreisliga A

In einem Spiel mit vielen Karten trennt sich der PSV Bork 3:3 vom Königsborner SV und bleibt damit ungefährdet auf Tabellenplatz vier der Kreisliga A2 Unna/Hamm - ein Klatsche kassierte hingegen GS Cappenberg im Heimspiel gegen Hemmerde. Auch Westfalia Vinnum und die SG Selm konnten ihre Partien nicht für sich entscheiden.

SELM

, 16.05.2016, 17:58 Uhr / Lesedauer: 4 min
Viele Karten für Bork - Pleiten für GSC und SG Selm

Daniel Berger (v.) versteht die Welt nicht mehr: Angeblich für eine Tätlichkeit, flog der Borker mit glatt Rot vom Platz.

Fußball, Kreisliga A2 Recklinghausen

Westfalia Vinnum – FC 96 Recklinghausen 1:1 (0:1)

Nach 94 Minuten erlöste Verteidiger Daniel Rosengart seine Vinnumer mit seinem Tor vom Punkt und rettete das Unentschieden gegen den Gast aus Recklinghausen. Dabei bestimmte über die gesamte Spielzeit der Gastgeber das Spielgeschehen.

„Recklinghausen hat über 90 Minuten nur verteidigt und versucht, das Ergebnis zu verwalten. Nach dem Führungstreffer haben sie das allerdings gut gemacht und so diesen Punkt auch verdient“, sagte Vinnums Trainer Frank Bidar nach der Begegnung.

Sebastian Iser erzielte mit dem einzigen Torschuss im gesamten Spiel für Recklinghausen das Führungstor (23.), das bis zur letzten Minute der Nachspielzeit hielt. Erst nach dem Foulspiel an Maximilian Stanek im Sechzehner und dem Elfmeter glich Vinnum aus.

TEAM UND TORE Vinnum: Beckbauer - Schenkel, Rosengart, Stolzenhoff, Rosowski (75. Stanek), Niermann, Quante, Ulrich (69. Kuck), Demir, Klähr, LebsackTore: 0:1 Iser (23.), 1:1 Rosengart (90+4., Foulelfmeter)

Kreisliga A2 Unna/Hamm 

PSV Bork – Königsborner SV 3:3 (3:2)

„Der Schiedsrichter hat gesagt, ich hätte nachgetreten, aber wieso soll ich das tun? Wir führen doch“, sagte Berger nach seinem Platzverweis (67.). Berger wurde von seinem Gegenspieler am Trikot gezogen. Doch statt der Gelben Karte für den Königsborner packte der Unparteiische den Roten Karton für Berger aus. „Er hat sich nur losgerissen. Das war keine Tätlichkeit für mich“, fand auch Borks Trainer Ingo Grodowski.

Auch über Audehms Platzverweis lässt sich diskutieren. „Der Ball ging mir genau unter die Brust. Das war definitiv kein Handspiel“, sagte Audehm.

Beim 2:3-Stand mussten die Borker folglich zu neunt die letzten 18 Minuten über die Zeit bringen. Denn zunächst brachte Joel Grodowski sein Team in Führung(12.). Kurz darauf zog der Stürmer aus 24 Metern ab und traf erneut (17.). Sechs Minuten später köpfte Marvin Schuster Nils Haarseims Flanke von rechts unhaltbar unten links zum 3:0 ein.

„Wir waren gerade noch am jubeln, da bekommen wir das 1:3“, sagte Trainer Grodowski. Denn aus dem Wiederanstoß erzielte Königsborn sofort den 1:3-Anschlusstreffer durch Damian Kita (23.). Danach kam von den Borkern so gut wie nichts mehr. So brachte Phillip Staklies aus zehn Metern den Ball mit der Picke im Tor unter (39.). Mit Schuster ließen die Borker dennoch zwei Hundertprozentige liegen (53., 57.). Stattdessen netzte Beytullah Kisa spät zum 3:3-Endstand (90.+2). Ingo Grodowski: „In meinen Augen hat sich der Gegner das Remis verdient.“ 

TEAM UND TORE Bork: J. Haarseim - Nölle (45. Schäfer), Herter, Westrup, Kuhn, Radtke, N. Haarseim (62. Bressler), Audehm, Schuster, J. Grodowski, BergerTore: 1:0 J. Grodowski (12.), 2:0 J. Grodowski (17.), 3:0 Schuster (23.), 3:1 Kita (23.), 3:2 Staklies (39.), 3:3 Kisa (90.+2)Rote Karte: Berger (67., Tätlichkeit), Audehm (72., Handspiel)

GS Cappenberg – TuS Hemmerde 0:4 (0:2)

Bereits vergangene Woche verlor Cappenberg beim Tabellenvorletzten, SuS Lünern (17.), mit 0:1. Auch beim Tabellen-13., TuS Hemmerde, der aktuell noch gegen den Abstieg kämpft, lief es nicht in Cappenberg. „Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden und bekommen dann direkt die Tore rein“, sagte Cappenbergs Trainer Patrick Osmolski nach der Partie. „Hemmerde hat danach teilweise mit elf Mann verteidigt.“

Ein langer Ball, der laut Osmolski ein Befreiungsschlag war, landete über die Abwehr hinweg bei Fabian Nüse. Aus zehn Metern brachte Nüse Hemmerde mit 1:0 in Führung. „Wir haben es ihnen zu einfach gemacht“, sagte Osmolski. Nur acht Minuten später verlor Daniel Eroglu einen Pressball: Ivan Rihtar lief daraufhin parallel zur Sechzehnerlinie und zog rechts unten zum 2:0 ab.

Aus 50 Metern ins Tor

Auch nach der Halbzeitpause bekam Cappenberg seine Gäste nicht in den Griff. Stattdessen erlebte Cappenbergs Torwart Philipp Grenigloh den wahrscheinlich schlimmsten Moment der Saison. Aus über 50 Metern landete ein Freistoß in seinem Tor. „Philipp hat eine super Saison hingelegt, aber in der Situation hat er zu lange gezögert“, sagte Osmolski. Denn letztendlich tickte der Ball vom Boden aus über seinen Kopf hinweg ins Tor zum 0:3 aus Cappenberger Sicht.

„Wir haben dann natürlich komplett aufgemacht, um noch für ein wenig Ergebniskosmetik zu sorgen“, sagte Osmolski. So landete ein Konter über rechts bei Nüse, der sich im Eins-gegen-eins durchsetzte und aus 16 Metern unten links zum 4:0-Endstand abschloss (87.) „Bei uns fehlte einfach alles. Wir hätten auch noch eine Stunde länger spielen können und hätten kein Tor gemacht“, sagte Osmolski. 

TEAM UND TORE Cappenberg: Grenigloh - Knop, Eroglu, Wiesmann, Farinde, Jesella, Gehrmann (72. Kneip), Pestinger (76. Osmolski), Stiens, Zentgraf, SchwartzTore: 0:1 Nüse (12.), 0:2 Rihtar (20.), 0:3 Rihtar (55.), 0:4 Nüse (87.)Gelb-Rote Karte: Rihtar (77., Foul)

Kreisliga A2 Münster

SG Selm – SV Concordia Albachten 2:4 (0:2)

Justin Schulze Weiling fiel seinem Selmer Sturm-Kollegen Alexander Schwegler nach seinem 2:3-Anschlusstreffer (75.) in die Arme und feuerte sich und sein Team noch einmal an. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn gegen den Gast aus Albachten war auf einmal wieder da.

„Aufgrund der Spielanteile in der zweiten Halbzeit hätten wir uns ein Unentschieden noch verdient. Wir sind trotz des 0:3 noch einmal zurückgekommen, obwohl uns Albachten von der Spielweise besonders vor dem Wechsel überlegen war“, sagte Selms sportlicher Leiter Tobias Tumbrink, der den erkrankten Co-Trainer Michael Kinne vertrat. Selm zeigte in den beiden Halbzeiten zwei vollkommen unterschiedliche Gesichter und begann erst nach dem Seitenwechsel, den Kampf anzunehmen.

Erst nachdem Jannis Pieper für seine Selmer per Distanzschuss (72.) verkürzte, ging ein Ruck durch die Gastgeber. Selm hatte sogar noch die Gelegenheit auszugleichen, nachdem Alexander Schwegler nach Vorarbeit vom kurz zuvor eingewechselten Christian Voßschmidt auf 2:3 verkürzt hatte. Trotz der Selmer Überlegenheit sorgten die Gäste für die Entscheidung zwei Minuten vor dem Ende. Mit einem Konter über Soulaimane Jassab stellte Albachten auf 4:2 und ging als verdienter Sieger vom Feld.

TEAM UND TORE Selm: Witthoff - Dresken, Koch, David (43. Suer), Hillmeister, Tumbrink, Haarseim (61. Voßschmidt), Studnicka (79. Tarhan), Schulze Weiling, Schwegler, PieperTore: 0:1 Bischofs (23.), 0:2 Rehne (34.), 0:3 Mouakit (66.), 1:3 Pieper (72.), 2:3 Schwegler (75.), 2:4 Jassab (88.)

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