Und wieder darf gefeiert werden: 2019 stieg der KSV mit Trainer Kai Harbach (links) in die 3. Liga auf. © Neumann

Aus Sportverein wird Spielverein – und der läuft in der 3. Liga auf

Seit 20 Jahren sind die Handballer des KSV ein eigener Verein. Die Abteilung splittete sich vom Gesamtverein ab - und wurde anschließend zu einem erfolgreichen „Spielverein“.

Seit 1928 wird in Königsborn bereits Handball gespielt. Erst als TSV Colonie auf dem Feld, dann als Königsborner Sportverein, der sich 1971 nach Zusammenschluss des TSV Colonie mit den Fußballern des BV Königsborn gründete. Und das Handball-Spiel hatte sich mittlerweile vom Feld in die Halle und auf das Kleinfeld verlagert.

So blieb es bis 2001. Die ersten Damen der KSV-Handballer hatten gerade ihren Durchmarsch von der Landesliga bis in die Regionalliga geschafft, als der damalige Vorstand unter Führung von Abteilungsleiter Heinz Gronenberg beschloss, sich als Handballer vom Gesamtverein zu lösen und zukünftig als selbstständiger Verein zu agieren. Am 17. Mai jährte sich diese Gründung zum 20. Mal.

Heinz Gronenberg (rechts) führte lange Zeit die Geschicke des Königsborner SV Handball, hier mit Willi Barnhusen und Sebastian Elberg (links). © Friehs © Friehs

„Es hatte nur finanzielle Gründe. Nach fünf Aufstiegen in sechs Jahren stießen unsere geldlichen Möglichkeiten als Abteilung damals immer mehr an Grenzen. Wir sind so im Guten auseinandergegangen“, blickt Gronenberg, der bis 2015 den Verein führte, zurück. Um die weitere Verbundenheit zum KSV-Gesamtverein beizubehalten, wurde der neue Verein KSV Handball e.V. getauft. Das „S“ steht dabei übrigens für „Spiel“, da anderenfalls der Vereinsname keine Genehmigung erhalten hätte. So wurde aus der Handballabteilung des Königsborner Sportvereins der Königsborner Spielverein Handball.

Aufstieg in dritthöchste Klasse 2001 mit Trainerin Iris Düllmann

In den vergangenen 20 Jahren prägten vor allem die Erfolge der ersten Damenmannschaft den Verein. Nach 2001 mit Spielertrainerin Iris Düllmann schaffte das Team auch 2004 unter Silvia Schmidt den Aufstieg in die dritthöchste bundesdeutsche Spielklasse und wiederholte dies 2019 zum dritten Mal.

In die neue Saison, die hoffentlich ab Ende August starten wird, geht der KSV damit bereits in seine insgesamt neunte Drittliga-Saison. Den letzten Aufstieg feierte der aktuelle Trainer Kai Harbach, der aber bereits ab 2006 die KSV-Damen zwei Jahre in der damaligen Regionalliga betreute.

Weibliche C-Jugend holte die Westdeutsche Vizemeisterschaft

Die herausragenden Erfolge der letzten 20 Jahre im Jugendbereich waren 2014 der zweite Platz bei der Westdeutschen Meisterschaft für die damalige weibliche C-Jugend mit Trainer Michael „Mausi“ Engelhardt. 2008 spielte die weibliche A-Jugend sogar in der Regionalliga – der damals höchsten Jugendklasse im DHB.

Weniger gut lief es im Männerbereich: Vor sechs Jahren stieg das erste KSV-Männerteam aus der Kreisliga ab und ging bis in die 2. Kreisklasse runter. Die komplette Abmeldung drohte, doch 2020 traten wieder zwei Männerteams an, die aber Corona-bedingt jeweils nur ein Spiel bestreiten konnten.

Seit 2015 führt nun Bernd Kuropka die KSV-Handballer, der mit einigen Bedenken in die nähere Zukunft blickt. „Es wird schwer sein, unser Niveau im Damenhandball in der Zukunft zu halten. Im Jugendbereich hatten wir schon vor Corona Probleme, neue Aktive aus den Schulen zu bekommen. Durch Corona wird sich dies vermutlich noch verschärfen“, so der KSV-Vorsitzende. Ein erster Lichtblick wäre die Wiedereröffnung der Hallen für den Trainingsbetrieb.

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