Laura Nolte hat schon vor dem Saisonstart gut lachen, denn es gibt gute Nachrichten vom Verband. © Berkemeyer
Bobsport

Der erste Schritt zu Olympia 2022: Weltcup-Überraschung verzaubert Laura Nolte

Der Sommer ist vorbei, die Wintersportler sind bereits aktiv. Eine Weltcup-Überraschung verzaubert aktuell Bobpilotin Laura Nolte. Ein erster Schritt in Richtung Olympia 2022.

Viel Trubel herrscht in diesen Tagen an der Bobbahn in Winterberg. Die Bobsportler trainieren regelmäßig und feilen an ihrer Form. Dazu wird auch neben der Bahn trainiert und an den Schlitten gewerkelt. Laura Nolte, Bobpilotin mit den Wurzeln in Unna, macht der Stress in diesen Tagen aber besonders viel Freude. Eine nicht alltägliche Meldung zaubert der 24-Jährigen ein Dauer-Lächeln auf die Lippen.

„Ich muss zugeben, es ist hier in Winterberg schon etwas stressig“, erklärt die Unnaerin. Während der Sommer gerade erst wieder vorbei ist, sind die Bobsportler schon längst wieder in Aktion. „Der Tag ist voll gespickt mit Einheiten“, erklärt die Pilotin des BSC Winterberg. „Täglich zwei Bobeinheiten, danach Athletiktraining und dann noch eine Garagen-Einheit, in der wir am Schlitten arbeiten.“

Laura Nolte fuhr in der abgelaufenen Saison drei Weltcup-Siege ein

Die Anstrengungen lohnen sich aber – vor allem wegen der guten Leistungen, die sie in der abgelaufenen Saison gezeigt hat. Insgesamt holte sie dabei drei Weltcup-Siege in Sigulda, Innsbruck und Winterberg und wurde einmal Zweite. Von der Weltmeisterschaft in Altenberg kehrte Laura Nolte mit zwei Bronze-Medaillen zurück. Eine starke Ausbeute.

Und die ist der Grund dafür, dass sich das Trainerteam um Rene Spies zu einer nicht alltäglichen Aktion hinreißen lässt. Während nämlich bislang die Teilnehmer des Weltcups immer in Selektionsrennen ermittelt wurden, haben die Coaches bereits eine Pilotin ausgemacht, die auf jeden Fall im Weltcup-Schlitten sitzt: Laura Nolte.

Starke Leistungen werden belohnt: Laura Nolte startet auch in der neuen Saison wieder im Weltcup.
Starke Leistungen werden belohnt: Laura Nolte startet auch in der neuen Saison wieder im Weltcup. © dpa © dpa

„Ich habe mich riesig gefreut“, ist Laura Nolte total happy. „Die Trainer haben eine Saisonauswertung vorgenommen und am Ende waren wir das stärkste Team vor den anderen Pilotinnen. Somit sind wir vornominiert und die übrigen drei Pilotinnen fahren in einer Selektion zwei weitere Weltcup-Starterinnen aus.“

Bob-Zirkus trifft sich im Oktober auf der Olympia-Bahn in Peking

Und diese Selektion findet nicht auf einer europäischen Bahn statt, sondern gleich auf der Olympia-Bahn in Peking. Die Bahn ist knapp 1,9 Kilometer lang, 16 Kurven müssen durchfahren werden. „Am 4. Oktober fliegen wir nach Peking und bleiben hier dreieinhalb Wochen“, ist Laura Nolte die Vorfreude auf das erste Olympia-Feeling bereits anzumerken.

Da der Internationale Bobverband auf der Olympiabahn nur täglich drei Pilotinnen pro Nation zulässt, wäre ein Selektionsrennen aller vier Kandidatinnen ohnehin nicht möglich gewesen. Während Laura Nolte ihr Training macht, können somit die drei übrigen Pilotinnen die Ausscheidungsfahren für den Weltcup in China austragen.

Anschieberin Deborah Levi weiterhin im Nolte-Schlitten

Und die aus Unna stammende Bobsportlerin ist darüber auch ein wenig erleichtert: „Es ist sehr schön, dass wir dieses Vertrauen von den Trainern bekommen haben. Das nimmt einem den Druck. Man muss nicht auf den Punkt genau bei der Selektion performen“, sagt sie.

Aber: „Wir können uns ja nicht ausruhen. Wir wollen zeigen, dass wir den Startplatz verdient haben.“ Und ganz klar: „Im Weltcup müssen wir unsere Leistung bringen. Wenn die stimmt, geht’s zu Olympia.“

Einen vor-olympischen Vergleich gibt es in Peking übrigens auch. Die drei Weltcup-Pilotinnen werden am Ende des China-Aufenthalts ein Rennen mit den anderen Nationen austragen, die ebenfalls in Peking Testfahrten absolvieren. Laura Nolte will gut abschneiden – zusammen mit ihrer Anschieberin Deborah Levi. Der Anschub-Turbo, der den nationalen Test in Oberhof gewonnen hat, sitzt fest im Nolte-Schlitten. Der soll in der Weltcup-Saison Olympia 2022 anvisieren.

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