Ismail Oturak (l.) ist beim SuS Lünern in doppelter Funktion im Einsatz. © Schürmann
Fußball

Doppelter Spielertrainer beim SuS Lünern: „Die Jungs waren erst einmal skeptisch“

Neben Kai Hutmacher zieht auch Ismail Oturak die Fäden beim B-Ligisten SuS Lünern. Der verrät, dass anfangs ob dieser personellen Situation auch Skepsis im Mannschaftslager herrschte.

Dass eine Fußballmannschaft einen Spielertrainer hat, ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Nicht ganz so häufig gibt es hingegen die Konstellation, dass gleich zwei Coaches auf dem Feld mitwirken. Beim SuS Lünern ist das der Fall. Nach anfänglicher Skepsis läuft es mit dem zockenden Duo und dem Team aber inzwischen ganz ordentlich. Das behauptet zumindest einer der beiden Coaches, die eigentlich zu dritt sind.

Ismail Oturak ist seit 2020 zurück beim SuS Lünern. Der 33-Jährige spielte bereits vor einigen Jahren für den SuS, wechselte nach dem Abstieg aus der Kreisliga A jedoch zum Yunus Emre HSV – auch, um dort seinen B-Lizenz-Trainerschein zu machen. „Da hat es aber nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe“, gibt er einen Einblick in die Zeit bei den Hammern.

Ismail Oturak spiel „solange mich die Beine tragen“

Im vergangenen Sommer kam dann die Anfrage vom Ostfeldweg. „Ich bin damals mit der Intention zurückgekommen, nur zu spielen“, sagt Oturak. Gespielt hat er aber 2020 nicht allzu viel, schließlich wurde die Saison Corona-bedingt annulliert.

Lautstark gibt Ismail Oturak Anweisungen. Nach dem 5:0-Sieg gegen Nordbögge II klatschte er all seine Spieler ab – und schickte sie zum Auslaufen. © Schürmann © Schürmann

„Und im Winter ist es dann ganz schnell gegangen, dass ich zusammen mit Kai (Hutmacher, Anm. d. Red.) den Trainerposten übernehmen sollte, nachdem Uwe Hawes ja so schwer erkrankt ist“, so Oturak weiter, dessen Ziel es sowieso war, eines Tages als Cheftrainer zu arbeiten.

Mit Kai Hutmacher bekleidet er den Posten des Spielertrainers. Der dritte Mann im Boot ist Peter Suchy. „Uns war es wichtig, dass wir noch jemanden an der Seitenlinien dabei haben“, sagt Oturak. Auch wenn er schon für die Alten Herren des SuS auflaufen könnte – Oturak möchte definitiv noch ein paar Jahre weiter in der ersten Mannschaft spielen. „Solange wie ich mich meine Beine tragen – und ich noch meine Spritzigkeit habe“, sagt er mit einem Lachen.

Gegen den BVB wollen alle spielen: Hohe Trainingsbeteiligung beim SuS Lünern

Als er und Hutmacher Anfang des Jahres übernahmen, sei aus den Reihen der Mannschaft auch eine gehörige Portion Skepsis zu hören gewesen. „Die waren sich nicht so sicher, wie es klappen soll mit zwei Spielertrainer. Aber inzwischen glaube ich, dass wir das gut hinbekommen haben. Wir haben zurzeit eine sehr hohe Trainingsbeteiligung.“

Kein Wunder. Das könnte auch daran liegen, dass in der kommenden Woche das Benefizspiel gegen die Traditionsmannschaft von Borussia Dortmund ansteht. „Da sind alle heiß drauf und motiviert hoch zehn. Es ist ein einmaliges Erlebnis und jeder will spielen. Da müssen wir schauen, dass wir allen gerecht werden.“

Längst kein Geheimnis mehr: SuS Lünern will aufsteigen

Und danach startet der SuS auch schon in die ersten Pflichtspiele. Im Pokal geht‘s gegen den D-Ligisten FC Internationale Hamm. In der möglichen 2. Runde ginge es in der Woche darauf gegen den Sieger zwischen Oberligist Holzwickeder SC und dem A-Ligisten 1. FC Pelkum.

In der Meisterschaft will Oturak gerne ein Wörtchen im Kampf um die Ligaspitze mitreden. „Wir wollen oben um den Aufstieg mitspielen. Ich denke, dass auch die Reserveteams von Königsborn und Massen mitmischen werden. Und womöglich auch Hemmerde. Meines Wissens haben die sich gut verstärkt.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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