Levin Osterhage erzielte das 3:2-Siegtor für RW Unna gegen den SV Langschede - und feierte seinen Treffer auf besondere Art und Weise. © Landsiedel
Fußball

Emotionale Geste: RWU-Matchwinner Levin Osterhage zeigt gegen Langschede besonderen Torjubel

Erst agierte er glücklos, dann wurde er zum Matchwinner: Levin Osterhage traf zum 3:2-Sieg von RW Unna gegen den SV Langschede. Sein Siegtor feierte er anschließend mit einer besonderen Geste.

Erschöpft, aber glücklich nahm der soeben ausgewechselte Levin Osterhage am Sonntag gegen 16.25 Uhr auf der Bank von RW Unna Platz und gönnte sich einen großen Schluck aus der Trinkflasche. Erst zwei Minuten zuvor hatte der offensive Mittelfeldspieler den Ball zum letztlich entscheidenden 3:2 für RWU gegen den SV Langschede versenkt – und damit das Derby entlang der B233 abermals gedreht.

Lange schien das Tor für Overhage wie vernagelt

„Das war geil. Ich habe längere Zeit keine Tore geschossen und war öfter verletzt. Dann ist das natürlich Balsam“, zeigte sich Overhage nach dem Abpfiff überglücklich, das Spiel zugunsten seines Teams entschieden zu haben. Dabei hatte es in den 20 Minuten vor seiner Auswechslung lange so ausgesehen, als sei Langschedes Kasten für Overhage am Sonntag wie vernagelt.

Es lief die 51. Minute, als Overhage erstmals eindrucksvoll in Erscheinung trat und dafür sorgte, dass es gleich doppelt krachte am Gebälk der Gäste: Zunächst nahm der 19-Jährige einen langen Ball in die Spitze in vollem Lauf mit und befördert das Leder per Vollspann mit einem lauten Klatschen an die Latte. Als Langschede die Situation Sekunden später final geklärt hatte, klatschte es dann erneut. Denn Overhage ließ seinen Frust über die verpasste Chance gut hörbar mit seiner Fußsohle am linken Pfosten aus.

Langschede trifft im direkten Gegenzug zur Führung

Und es sollte noch dicker kommen: Im direkten Gegenzug versenkte Langschedes Kapitän Julian Seeling den Ball per Distanzschuss unhaltbar im rechten Winkel der Gastgeber, die furios in die Partie gestartet und früh mit 1:0 in Führung gegangen waren, das Spiel nach rund zehn Minuten aber unerklärlicherweise aus der Hand gaben. Mit Langschedes Führungstreffer aber wachte RWU endgültig wieder auf und legte den Vorwärtsgang ein. Ganz vorne mit dabei: Levin Overhage.

In der 62. Minute ließ der bullige Offensivspieler seine Schussgewalt erneut aufblitzen, als er einen Freistoß aus 20 Metern ebenso hart wie platziert auf das Gästetor feuerte. Doch SVL-Keeper Christopher Sander entschärfte das Geschoss kurz vor dem Einschlag per Glanzparade, womit er auch Unnas Co-Trainer Norbert Kaczmarek nach Spielschluss eine große Portion Respekt (O-Ton Kaczmarek: „Den hält auf jeden Fall nicht jeder Torwart!“) abnötigte.

Overhage unter Jubeltraube begraben

Beflügelt durch das zwischenzeitliche 2:2 durch Dennis Schütz (64.) setzte RWU seinen Sturmlauf fort, doch Overhage fehlte zunächst weiterhin das nötige Glück. Ein weiterer Distanzschuss schrammte knapp am rechten Pfosten vorbei (66.). Dann aber kam doch noch der Moment, den Overhage sich an diesem Nachmittag redlich erarbeitet hatte.

Nach einer Ablage durch Mansour Yousofi spritzte Overhage in den Strafraum, schüttelte seinen Gegenspieler ab und platzierte den Ball diesmal anstatt mit Wucht gefühlvoll mit dem linken Innenrist im langen Eck. Anschließend sprintete der Torschütze unter dem Jubel seiner Teamkollegen zur Eckfahne und wurde unter einer Jubeltraube begraben.

„Ich habe nicht wirklich viel nachgedacht. Ich habe den ersten Kontakt in die Box genommen, mich noch gegen einen Innenverteidiger durchgesetzt und den Ball dann einfach reingeschoben“, schildert Overhage sein Tor, das den noch ungeschlagenen Unnaern den dritten Sieg im fünften Saisonspiel bescherte.

Torjubel in Richtung Himmel

Als der Jubel schließlich verebbte und Overhage sich alleine auf den Weg zurück Richtung Mittelpunkt machte, nutzte der 19-Jährige einen kurzen Moment der Stille, hob Hände und Blick gen Himmel und schickte einen kurzen Gruß ans Firmament.

Ein Gruß in Richtung Himmel: Levin Osterhage widmet jedes seiner Tore seinem verstorbenem Opa. © Landsiedel © Landsiedel

Auf Nachfrage löste Overhage die Geste nach Spielschluss auf: „Ich bin nur durch meinen Opa zum Fußball gekommen, der leider vor ein paar Jahren verstorben ist. Seitdem habe ich für mich entschieden, dass ich ihm jedes Tor widme, das ich schieße“, so der 19-Jährige.

Bleibt zu hoffen, dass Overhage in dieser Saison noch viele Grüße gen Himmel schicken kann.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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