Ein Leistungsträger fehlt dem SuS Lünern wochenlang. © Schürmann
Fußball

Erster Platzverweis in der Karriere und eine wochenlange Sperre: „Das ist ziemlich lächerlich“

Die Saison nimmt allmählich Fahrt auf, da muss ein Spieler des Fußball-B-Ligisten SuS Lünern schon wieder die Zuschauerrolle einnehmen. Der Kreis Unna/Hamm hat den Akteur für mehrere Partien gesperrt.

Es war eine spektakuläre zweite Halbzeit, die sich der SuS Lünern und die Zweitvertretung der SG Massen am vergangenen Sonntag lieferten. Nach torlosem 0:0 zur Pause fielen alle sieben Treffer beim 4:3-Sieg des SuS in Durchgang zwei – inklusive dreier Platzverweise. Nach der glatten Roten Karte gegen einen Lünerner Akteur hat der Fußballkreis Unna/Hamm jetzt die Länge der Sperre bekannt gegeben. Und der Spieler ist nicht gerade begeistert.

Mirco Münter wird dem SuS Lünern ganze vier Meisterschaftsspiele lang fehlen. Der Mittelfeld-Motor der Lünerner hatte in der Partie am vergangenen Sonntag zunächst das 1:0 geschossen und ist beim Stand von 2:3 in der 75. Minute vom Platz geflogen – wohl wegen einer Beleidigung.

Mirco Münter: „Ich habe niemanden beleidigt“

Damit wird Münter in den Spielen gegen den SuS Oberaden II (A), den TuS Niederaden (A), den Holzwickeder SC III (H) und den PSV Bork (A) voraussichtlich nicht im Lünerner Kader stehen. Erst im Heimspiel gegen den SuS Rünthe (17. Oktober) kann er wieder mitwirken.

Mirco Münter (r.) widerspricht dem Vorwurf, er soll seinen Gegenspieler beleidigt haben.
Mirco Münter (r.) widerspricht dem Vorwurf, er soll seinen Gegenspieler beleidigt haben. © Schürmann © Schürmann

Münter selbst wurde von der Länge der Sperre am Telefon überrascht. Und auch die Rote Karte selbst nagt noch an ihm. „Ich habe niemanden beleidigt. Ich wurde gefoult und lag am Boden. Da höre ich, wie ein Massener Spieler zum Schiri sagt: ‚Der hat nachgetreten.‘ Daraufhin habe ich dem Spieler zu verstehen gegeben, dass er doch seinen Mund halten sollte – mit dem schönen Wort ‚Goschka’.“ Der Schiedsrichter habe allerdings etwas anderes vernommen. „Der meinte, ich hätte gesagt: ‚Ich hau dir auf die Fresse‘“, sagt Münter, der die Welt nicht mehr versteht.

Erster Platzverweis in der Seniorenlaufbahn

Nach dem Spiel sei er mit dem Massener Spieler sogar zum Referee gegangen, um ihm zu verdeutlichen, dass es keine Beleidigung gegeben habe. „Er hat aber sofort abgeblockt, das fand ich ziemlich unprofessionell. Die Rote Karte ärgert mich gewaltig, zumal es die erste in meiner Seniorenlaufbahn ist“, sagt der 30-Jährige.

Und weiter: „Wenn ich wirklich jemanden beleidigt hätte, wäre die Strafe wohl gerechtfertigt. Ich bin auch alt genug, um zuzugeben, wenn ich Mist mache. Aber in diesem Fall ist nichts gewesen. Ich unterziehe mich auch gerne einem Lügendetektor-Test. Das ist schon ziemlich lächerlich und macht mich wütend.“

Ob der SuS Lünern Einspruch gegen die Entscheidung des Fußballkreises Unna/Hamm einlegt, war am Freitag noch nicht klar.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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