Der Name eines westfälischen Sportverbands wurde jetzt für eine bekannte Masche missbraucht: Fake-Mails - vermutlich zum Zweck des Daten-Klaus - wurden im Namen des Verbands verschickt. © dpa
Daten-Klau

Fake-Mails im Umlauf: Sportverband warnt vor Daten-Klau durch Dritte

Ein Sportverband warnt vor Fake-Mails, die im Namen des Verbands verschickt worden sind. Empfänger sollten diese nicht beantwortet. Der Verband klärt auf, woran man die Echtheit der Mails erkennt.

Es kommt immer wieder vor, dass im Internet Anwenderdaten durch Dritte geraubt werden, indem sie sich für jemanden ausgeben, der sie gar nicht sind. Häufig werden für den Datenklau E-Mails von einer angeblich offiziellen Stelle verschickt – gespickt mit Links.

Bei einem Anklicken können persönliche Daten preisgegeben werden. Die offiziellen Stellen stecken in diesen Fällen nicht hinter den Schreiben. Erstmals ist auch der Handallverband Westfalen (HVW) davon betroffen.

„Achtung – Fake Mails im Umlauf“, schrieb der HVW jetzt in der aktuellen amtlichen Mitteilung sowie auf seiner Internetseite und auf seinen Social-Media-Kanälen. „Seit Mittwoch, 28. Juli, sind E-Mails im Umlauf, die angeblich von unserem Vize-Präsidenten Spieltechnik, Andreas Tiemann, verschickt worden sind. Es handelt sich um Fake-Mails und sollten nicht beachtet beziehungsweise direkt gelöscht werden“, teilt der HVW mit.

Kryptischer Inhalt: Mehrere Hinweise gehen beim HV Westfalen ein

Die Mails enthalten folgenden kryptischen Text: „Scanned from MFP900900, Date: 07/28/2021 2:27, Pages: 1, Resolution: 1200×1200 DPI“

Kurze Zeit später sind beim HVW gleich mehrere Hinweise auf die versendeten Fake-Mails eingegangen. „Das waren noch nicht mal unbedingt Handballvereine, sondern auch Menschen, die mit Handball nichts am Hut haben“, teilt Sebastian Elberg, Vize-Präsident Finanzen beim HVW auf Nachfrage mit, der zu 100 Prozent ausschließt, dass die Mails über den offiziellen HVW-Account verschickt worden sind.

Auch der Name des Deutschen Handball-Bunds wurde schon für die Masche missbraucht

Im Handballbereich gab es in den vergangenen Monaten immer wieder solche Vorfälle. Zuerst bei anderen Landesverbänden – aber auch der Name des Deutschen Handball-Bundes (DHB) wurde schon für diese Masche missbraucht.

Die scheidenden Kreisvorsitzenden Sebastian Elberg (r.) und Schiedsrichterwart Peter Elias (l.) mit Elbergs Nachfolger Carsten Umbescheidt © Handballkreis Hellweg © Handballkreis Hellweg

Die genauen Hintergründe der Fake-News, die im Namen des HVW verschickt worden sind, kennt Elberg nicht: „Wir können es natürlich nur vermuten, dass es sich bei der Masche um Datenklau handelt.“ Doch woran erkennt man nun genau, ob es sich um Fake-Mails handelt?

HV Westfalen formuliert immer ein förmliches Anschreiben

„In der Signatur in den Fake-Mails gab es einen Zahlendreher einer Telefonnummer. Das ist natürlich nicht sofort ersichtlich. Aber wir haben normalerweise immer Anhänge in unseren E-Mails und ein förmliches Anschreiben. Daran erkennt man die Echtheit unserer Mails“, erklärt Elberg.

Der HVW habe in der Sache bereits Kontakt zu dem Anbieter Microsoft aufgenommen, sagt Elberg: „Wir haben schon mit dem Support gesprochen. Wir werden intern nun die Richtlinien ändern und unsere Passwörter innerhalb kürzerer Abstände verändern.“

Ob bei einem Empfänger der Fake-Mails durch das Anklicken des Links oder ein Antworten auf das Schreiben zu Schaden gekommen ist, weiß Elberg nicht. „Ich habe aber von ein paar Menschen gehört, die uns mitgeteilt haben, dass sie auf den Link geklickt haben und diesen nicht öffnen konnten. Von weiteren Auswirkungen hat bisher noch keiner gesprochen.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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