Ein heimischer Bezirksligist sieht sich nach überstandenem Corona-Lockdown gegenüber anderen Mannschaften im Vorteil. © dpa
Fußball

Mit Blick auf Corona: Bezirksligist sieht sich der Konkurrenz in einem Punkt voraus

Der Corona-Lockdown hat den heimischen Fußball-Klubs schwer zu schaffen gemacht. Ein Bezirksligist muss einen plötzlichen Abgang verkraften - sieht sich der Konkurrenz aber in einem Punkt voraus.

Nur zwei Liga-Spiele hat ein heimischer Fußball-Bezirksligist in der vergangenen Saison absolviert. Und nun muss das Team auch noch den plötzlichen Abgang eines seiner beiden Trainer kompensieren. Trotzdem sieht sich die Mannschaft mit Blick auf den langen Corona-Lockdown vielen Konkurrenten in einem Punkt voraus.

Perfekten Start als Aufsteiger erwischt

Die Rede ist von der 1. Damen-Mannschaft von RW Unna. Das Team um Spielertrainerin Anna Koepe war als Aufsteiger perfekt in die Spielzeit 2020/21 gestartet und hatte zwei Siege aus zwei Spielen eingefahren. Doch dann kamen der Lockdown und schließlich die Annullierung der Spielzeit. Und noch eine weitere Hiobsbotschaft trudelte schließlich ein: Co-Trainer Jordanis Bairaktaridis verließ die RWU-Damen trotz Zusage kurzfristig in Richtung 2. Bundesliga – zu den Damen der SpVg Berghofen.

„Sein Abgang hat uns überrascht. Allerdings: Wenn jemand so eine Chance bekommt, dann macht es für beide Seiten keinen Sinn, ihn auf Teufel komm raus zu halten“, erklärt Trainerin Anna Koepe. Natürlich wiege sein Abgang nach drei Jahren schwer, so die 24-Jährige. „Aber wir sind guter Dinge, dass wir das gut kompensieren können“, so Koepe.

Herren-Trainer Patrick Kulinski hilft derzeit aus

Eine kurzfristige Übergangslösung sei bereits gefunden: Derzeit werden die Damen vom Coach der 1. Herren-Mannschaft, Patrick Kulinski, trainiert. Wie genau es im Juli weitergeht, wenn die A-Liga-Herren selber wieder voll in die Vorbereitung starten, weiß Koepe noch nicht. „Wir planen in Etappen. Fünf unserer Spielerinnen sind zudem selbst als Trainerinnen im Jugendbereich aktiv. So gesehen fallen wir also weich“, so Koepe. Wenn sich ein geeigneter Trainer-Kandidat angesprochen fühle, dürfe er oder sie sich aber gerne jederzeit melden, so Koepe weiter.

Anna Koepe trainiert die Bezirksliga-Fußballerinnen von RW Unna. © RW Unna © RW Unna

Ansonsten sei die Trainingsbeteiligung in den ersten gemeinsamen Übungseinheiten seit dem Lockdown sehr gut gewesen. „Wir haben durch Corona niemanden verloren. Das war uns sehr wichtig – und da sind wir einigen Mannschaften voraus. Es gibt keinerlei Motivationsprobleme“, ist Koepe froh.

Zwei Spielerinnen versuchen sich in höheren Ligen

Zur Kaderplanung für die kommende Saison hält sich die Trainerin derweil noch etwas bedeckt. Mit Celine Zygmunt vom SuS Rünthe steht bislang ein externer Neuzugang fest. Zudem werden sechs B-Juniorinnen in die 1. Mannschaft aufrücken. Zwei Spielerinnen verlassen hingegen die RWU-Damen und wollen sich in einer höheren Liga versuchen. Um wen es sich handelt und in welche Liga es gehen soll, ließ Koepe aber offen. Gleichzeitig befinde man sich in Gesprächen mit möglichen externen Neuzugängen.

Beim Ziel für die kommende Saison gibt sich die Spielertrainerin, die zwei Jahre nach ihrem Kreuzbandriss nun selbst wieder auf dem Platz mitmischen will, bescheiden. „Durch die Annullierung der Saison 2020/21 gelten wir immer noch als Aufsteiger. Und als solcher sollte man sich immer den Nicht-Abstieg als Ziel setzen“, so Koepe. Doch dabei muss es nicht bleiben: „Wir werden von Quartal zu Quartal schauen – und unser Ziel dann jeweils nach oben oder unten korrigieren.“

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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