Ein junger Fußballklub aus Unna hat es schwer, Testspiel-Gegner zu finden. Der neue Coach will das ändern. © neumann
Fußball

Profispieler? Über-Mannschaft? Unnaer Klub hat neuen Trainer – der will Vorurteile ausräumen

Ein junger Fußballverein aus Unna ist gerade einmal ein Jahr alt, muss aber mit einigen Vorurteilen kämpfen - und hat es schwer, Testspiel-Gegner zu finden. Der neue Trainer will das ändern.

Wenn ehemalige Fußball-Profis ihre Karriere im Amateurbereich ausklingen lassen, mangelt es für gewöhnlich nicht an Testspiel-Gegnern. Der TuS Bövinghausen mit Weltmeister Kevin Großkreutz kann da sicherlich ein Lied von singen. Und auch Blau-Weiß Alstedde mit dem Ex-HSV-Keeper Sascha Kirschstein ist für viele Vereine wohl ein attraktiver Gegner. Auch ein junger Fußballklub aus Unna hat das Image, mit vielen ehemaligen Profispielern bestückt zu sein. Doch in diesem Fall stehen die Gegner nicht Schlange – eher das Gegenteil ist der Fall.

Erst im vergangenen Jahr hat sich der FC Romania Unita als Fußballverein in der Kreisstadt Unna gegründet. Die Resonanz war groß, viele Spieler mit rumänischen Wurzeln – und teils Zweitliga-Erfahrung in ihrem Heimatland – haben sich dem D-Kreisligisten angeschlossen, der große Ziele hat. Mittlerweile gibt es aber eine kleine Kurskorrektur – mit Unterstützung direkt aus Afferde.

Es hat nämlich Veränderungen gegeben – im Vorstand und auf der Trainerposition. Bogdan-Daniel Satcau hat den Vorsitz abgegeben, Nachfolger ist Alin-Mihail Belei. Und auch in sportlicher Hinsicht gibt es Neuigkeiten: Tim Sölter, zuletzt Trainer beim Kamener SC III und in der Kreisstadt noch aus Zeiten des TuS Alteheide bekannt, ist neuer Sportchef und Trainer. Mit dem 35-Jährigen schlägt der FC Romania zudem einen neuen Kurs ein.

Ehemaliger Romania-Vorsitzender fragte bei Tim Stölter an

„Ich will vor allem mit den vielen Vorurteilen gegenüber diesem neuen Verein aufräumen“, erklärt Tim Sölter, der sich auf Anfrage von Satcau nun beim FC Romania engagiert. „Wir sind keine mit Profispielern bestückte Überflieger-Mannschaft, die jeden vom Sportplatz fegt. Leider hält sich dieses Vorurteil hartnäckig.“

Tim Stölter engagiert sich als mittlerweile als Sportlicher Leiter und Trainer beim FC Romania Unita.
Tim Stölter engagiert sich als mittlerweile als Sportlicher Leiter und Trainer beim FC Romania Unita. © Privat © Privat

Natürlich hätten einige seiner Akteure höher gespielt, auch in Rumänien. Dennoch spiele man immer noch auf einem guten Kreisliga-Niveau. „Und das sollten alle wissen, denn es ist richtig schwer, Testspiel-Gegner zu bekommen“, sagt der in Afferde wohnhafte Sölter. Auch sein Betreuer Norman Koch wohnt im Unnaer Stadtteil.

Sölter hat sich vorgenommen, beim Klub einiges zu ändern. „Wir müssen für alle Nationen offen sein. Bei uns darf jeder Fußball spielen“, erklärt der Versicherungskaufmann. „Es wäre auch sinnig, wenn im Vereinsnamen natürlich auch der Stadtname Unna vorkommt. Unita steht für Gemeinschaft, der Ortsname gehört noch dazu.“

„Die Spieler arbeiten alle hart und haben im Fußball ihren Ausgleich.“

Tim Sölter FC Romania Unita

Deshalb sehen laut Sölter die meisten der Spieler ihr gemeinsames Hobby Fußball auch eher unter dem sozialen Aspekt. „Die arbeiten alle hart und haben im Fußballspiel ihren Ausgleich. Einige kommen eigens aus Lippstadt, Hagen oder Herdecke hierher“, ist der Trainer schwer beeindruckt. „Und: Bei uns bekommst du gar nichts.“

Dass der FC Romania sich die Anlage mit dem SV Afferde teilt, sieht der dreifache Familienvater als große Chance – für beide Vereine. „Ich habe das in Alteheide mitgemacht, als der FC Westfalia bei uns trainierte. Das klappte auch da super“, erinnert er sich. „Ich bin da recht offen und meine Mannschaft wird das auch sein.“

Auch beim FC Romania Unita fehlen gerade viele Urlauber

Auch wenn aktuell einige Urlauber fehlen – Sölter: „Die Spieler sind eine Sommerhälfte in Rumänien und die andere in Deutschland.“ – hat der D-Kreisligist Romania Unita bislang gute Ergebnisse hingelegt. In drei Testspielen gab es drei Siege.

Dass der FC Romania mit Weitblick arbeitet, zeigt indes auch die Tatsache, dass das Pokalspiel gegen den A-Kreisligisten SVF Herringen (14. August) nach Hamm verlegt wird. Sölter erklärt: „Uns begleiten immer zwischen 50 bis 70 größtenteils Familienmitglieder. Zusammen mit den Herringer Fans wäre in Afferde so viel Platz nicht.“

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